Das Pflegekonzept des Seniorenstifts Katharina

Unser Pflegekonzept basiert auf den Grundsätzen der christlichen Nächstenliebe. Die Aktivitäten und existentielle Erfahrungen des Lebens (AEDL) von Monika Krohwinkel sind die pflegetheoretischen Grundlagen unserer Einrichtung. 

Die AEDL sind Basis für unsere Pflegeanamnese und -planung. Unser Betreuungs- und Pflegekonzept orientiert sich, ausgehend vom diakonischen Leitbild des Evangelischen Krankenhauses Paul Gerhardt Stift, an einer der Selbstbestimmung des Einzelnen Rechnung tragenden, ganzheitlichen Pflege.

Ziel unserer Arbeit soll es sein, unseren Bewohnern Ziele, Erfolge und Inhalt zu geben, damit sie ihre geänderte Lebenssituation akzeptieren und in die Lage versetzt werden, ihre persönlichen Erwartungen und das auf Grund der vorhandenen individuellen Ressourcen Machbare aufeinander abzustimmen. Der Bewohner steht im Mittelpunkt all unserer Bemühungen.

Wir werden den Bedürfnissen des zu pflegenden Menschen dann gerecht, wenn wir ihn nicht nur als Abbild seiner physischen Leiden sehen. In unserem Haus arbeiten wir nach dem Pflegesystem der Bezugspflege. Dies ist für die Betroffenen von entscheidender Bedeutung, da sie dadurch konstante Bezugspersonen haben, die gezielt ansprechbar sind und durch die individuelle Kommunikation der Verlust eigener kognitiver Fähigkeiten teilweise ausgeglichen werden kann.

Unsere ganzheitliche Pflege und Betreuung wird für jeden unserer Bewohner individuell geplant. Unser Dokumentationssystem unterstützt dies durch ausführliche Dokumentationsmöglichkeiten. Die Struktur- und Ablauforganisation unseres Hauses und die Einteilung der notwendigen pflegerischen Tätigkeiten orientieren sich – wie auch die Essenszeiten – an dem individuell erlebten Tagesablauf der einzelnen Bewohner. Unser Heim soll für die Bewohner zu einem individuellen „Zuhause“ werden. In der Sorge um das Wohlergehen der Bewohner sind Angehörige, Betreuer und Ärzte unsere Partner.

Durch vorbereitende Gespräche in der häuslichen Umgebung werden die zukünftigen Bewohner auf die neue Situation vorbereitet. Unser Ziel ist es dabei, Ängste zu nehmen sowie individuelle Fähigkeiten und Bedürfnisse zu erfragen. Um in der Pflegeplanung die Pflegeziele für jeden einzelnen Heimbewohner festzulegen, arbeiten wir nach dem 6-Stufen Modell von Fiechter & Meier:

  • Informationssammlung: Pflegediagnose, Biografiedaten
  • Erkennen von Problemen und Ressourcen des Heimbewohners
  • Festlegung der Ziele
  • Planung der Pflegemaßnahmen
  • Durchführung der Pflege
  • Erhebung der Ergebnisqualität und Auswertung der Pflegemaßnahmen

Pflegekonzept für den gerontopsychatrischen Bereich

Wir verstehen Demenz nicht als Krankheit, sondern als Handicap.

Wie bei jeder anderen Behinderung hängt das Wohlergehen der Betroffenen davon ab, inwieweit ihnen ein Leben mit personaler Würde ermöglicht wird. Ein Mensch mit Demenz kann trotz Handicap zufrieden leben, wenn seine Bedürfnisse wie z. B. Einbeziehung, Beschäftigung, Zuwendung etc. in einem Milieu erkannt und befriedigt werden.

Wir sehen im Bewohner die Person und nicht die Demenz. Wir legen Wert auf den Erhalt der Person, nicht auf den Erhalt von Funktionen. Die Betreuung geht deshalb weg von einer funktionszentrierten Pflege hin zu einer erlebnisorientierten Betreuung, wobei der Mensch im Mittelpunkt steht. 

Vor der stationären Aufnahme wird ein Biografiebogen durch die Angehörigen ausgefüllt, der zentrale persönliche Daten und wichtige Informationen aus dem Leben des dementen Menschen enthält. Das Biografiewissen ist für uns ein essenzieller Bestandteil für unser Betreuungskonzept. 

Dieses Wissen integrieren wir in die Pflege, Ernährung und Betreuung dementer Menschen. Im Bereich der gerontopsychiatrischen veränderten Menschen wird die Nahrungsaufnahme in manchen Fällen schwierig. Sie nehmen teilweise zu wenig Nahrung/ Flüssigkeit zu sich oder verweigern häufig die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Mit Hilfe der Essbiografie als Bestandteil der Biografie können wir auf das Essverhalten und die Essenauswahl reagieren. 

Somit können wir Verhaltensweisen und Äußerungen, die mit der Lebensgeschichte und den Essgewohnheiten eines Demenzerkrankten in Zusammenhang stehen, richtig deuten und die Kommunikationsversuche des Demenzerkrankten interpretieren. Der Betreute fühlt sich verstanden und seine Bedürfnisse bleiben befriedigt.

Durch kognitive Störungen verlieren demente Menschen die Fähigkeit zu einer realistischen Beurteilung der Umgebung und zur Anpassung ihres Verhaltens an die sozialen Normen und Erwartungen. Eine adäquate Gestaltung der Umgebung bekommt somit eine Schutzfunktion. 

Um die zeitliche, örtliche und personelle Orientierung zu verbessern und die Gedächtnisleistung zu steigern, wenden wir das 24-Stunden-Realitätsorientierungstraining an. Dieses Training wird durch täglich stattfindende Gruppensitzungen für die dementen Heimbewohner unter der Leitung von 1-2 Mitarbeitern des Wohnbereiches erweitert. Das Gruppenangebot findet jeden Tag in den gleichen Räumlichkeiten und zur selben Tageszeit statt und dauert maximal 60 Minuten. Die Teilnehmerzahl beträgt 6-8 Personen, die in Bezug auf den Schweregrad der Demenz möglichst homogen sind. 

In den Gruppensitzungen vermitteln wir den Teilnehmern Informationen zur Orientierung, z. B. zu Personen, Zeit, Ort und Alltagstätigkeiten. Wir wählen eine abwechslungsreiche Art und Weise u. a. in Form von Gesprächsrunden, Gedächtnisspielen, Spaziergängen und alltagsnahen Aktivitäten wie z. B. gemeinsam Kochen und Backen. Wir fördern hiermit die Anteilnahme des dementen Menschen an seiner Umwelt und an der Realität. Der Demenzkranke erlebt Erfolge, fördert seine sozialen Kontakte und Kommunikation.

Somit verhindern wir einen sozialen Rückzug der dementen Menschen, erhalten ihre kognitive Leistungskraft und steigern ihr Wohlbefinden. Wir konzentrieren uns hierbei vor allem auf verbliebene Fähigkeiten und Kompetenzen des Demenzerkrankten. Diese Ressourcen aktivieren wir und integrieren sie in die Pflege und Betreuung von dementen Menschen. Unter Einbeziehung aller Sinne, über Snoozeln oder Basale Stimulation werden die gesamten Wahrnehmungen des Demenzerkrankten angeregt und orientiert. Die grundlegenden Anregungen führen wir bei der Körperpflege, Nahrungsaufnahme und den tagesstrukturierenden Aktivitäten durch.

Wir stimulieren die Demenzerkrankten durch jahreszeitliche Dekoration, mit Klangspielen, Musik, Gewürzpflanzen, durch Düfte in Duftlampen, mit frisch gebackenem Kuchen und Tastbrettern. Grundlegend sind tagesstrukturierende Aktivitäten und das gemeinsame Bewältigen der Anforderungen des täglichen Lebens, wie das Zubereiten von Mahlzeiten, Erledigen von persönlichen Angelegenheiten und vieles mehr. Dabei werden vorhandene Fähigkeiten wahrgenommen und gefördert.

Geduldiges Anleiten, Motivieren und Unterstützen bei allen Verrichtungen ist die Voraussetzung für ein Erleben von Selbstwertgefühl und Kompetenz. Erschwerte Kommunikation wird überwunden durch langsames, deutliches Sprechen, Wiederholen und Vormachen von Tätigkeiten und das Handeln in einem Tempo, das der hilfebedürftige Mensch selbst vorgibt.

Kontinuierliche Zusammenarbeit mit Angehörigen, den behandelnden Ärzten und dem Pflegeteam dient der Abstimmung zur angemessenen und individuellen Gestaltung der Versorgung.

Kontakt

Pflege & Wohnen Katharina

Pflegedienstleitung

Marienstraße 41

06785 Oranienbaum-Wörlitz

Christin Helmchen

Tel.: 034904 329024

Fax: 034904 32909

Anfahrt