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Was ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit genau?

Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) kommt es zu einer Durchblutungsstörung der Extremitäten, das heißt der Beine oder seltener der Arme. Diese entsteht aufgrund einer Verengung (Stenose) oder eines kompletten Verschlusses (Okklusion) der versorgenden Gefäße (periphere Arterien) oder der Hauptschlagader (Aorta).

Im Volksmund wird die Erkrankung auch als Schaufensterkrankheit oder Raucherbein bezeichnet. Das heißt aber nicht, dass nur Raucher an einer PAVK erkranken können.

Im gesunden Zustand werden Arme und Beine über den Blutstrom durch die Arterien mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Bei geringen Verengungen in den Blutgefäßen übernehmen meist so genannte Umgehungskreisläufe einen Teil der Versorgung mit. Bei starken Verengungen oder sogar Verschlüssen der Blutgefäße kommt es allerdings zu einer Unterversorgung der Extremitäten.

Beschwerden treten bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit meist erst im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium auf. Die typischen Symptome bei einer relevanten Verengung des Gefäßdurchmessers sind dann krampfähnliche oder stechende Schmerzen bei Belastung, die durch den Sauerstoffmangel in der Extremität verursacht werden. Die Schmerzen treten jenseits der Engstelle in der Arterie auf. Gleichzeitig ist der Puls hinter der Engstelle nicht mehr tastbar. Die betroffene Extremität ist blass und kühl. Außerdem heilen auch kleine Wunden häufig sehr schwer ab.

Bei einer Verengung in einem Gefäß des Oberschenkels kommt es zum Beispiel beim Gehen zu Schmerzen in der Wade. Häufig ist der Schmerz so stark, dass der Betroffene nach einer bestimmten Gehstrecke stehen bleiben muss. Dieses typische Symptom gab der Erkrankung auch den Namen „Schaufensterkrankheit“ oder Claudicatio intermittens (lateinisch: zeitweises Hinken). Typisch ist, dass der Schmerz nach einer Unterbrechung der Belastung innerhalb einiger Minuten wieder abklingt und Betroffene weiterlaufen können. Je weiter die Erkrankung fortschreitet, umso kürzer wird die Gehstrecke, die ohne Schmerzen zurückgelegt werden kann.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann es ohne Therapie auch zu Schmerzen in Ruhe kommen. Aufgrund der dauerhaften Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff kann das Gewebe absterben (Nekrose) und sich schwarz färben. Außerdem können schlecht heilende Wunden und Geschwüre entstehen (Ulcus).

Die Gefahren einer peripheren arteriellen Verschlusserkrankung liegen zum einen in der dauerhaften Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff. Stirbt das Gewebe ab, kann das betroffene Bein beziehungsweise der betroffene Arm häufig nicht mehr gerettet werden; eine Amputation wird dann notwendig. Darüberhinaus kann eine nicht behandelte Arteriosklerose ohne Behandlung zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen, die einen tödlichen Verlauf nehmen können.

Die PAVK ist eine der häufigsten Gefäßerkrankungen. Schätzungsweise drei bis zehn Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen, Männer etwas häufiger als Frauen. Mit dem Alter steigt die Häufigkeit an. So sind ab einem Alter von 70 Jahren bis zu 20 Prozent der Deutschen daran erkrankt. Mit zunehmendem Alter zeigt sich außerdem kein Unterschied mehr in der Erkrankungshäufigkeit zwischen Männern und Frauen. Generell nimmt die Anzahl der Erkrankungsfälle in Deutschland immer mehr zu – größtenteils aufgrund der höheren Lebenserwartung und der steigenden Anzahl an Diabetikern.

Bei der Hälfte der Fälle handelt es sich um eine Verengung der Arterien im Oberschenkel. Seltener sind Verengungen der Hauptschlagader oder der Beckenarterie. Noch seltener kommt es zu Verengungen der Unterschenkel- und Fußarterien. Nur etwa zehn Prozent der arteriellen Gefäßverschlüsse betreffen die Schulter- und Armarterien.

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