Spezialisierung Schulterchirurgie

Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers. Dieses hohe Maß an Beweglichkeit ermöglicht einen vielseitigen Einsatz der Hände. Voraussetzung für diese Bewegungsfreiheit ist die spezielle Anatomie des Gelenks mit einer kleinen Gelenkspfanne und einer großen Gelenkskugel. Es liegt also eine vergleichsweise geringe knöcherne Führung zur Gelenkszentrierung vor. Im Ausgleich ist ein hohes Maß an muskulärer Stabilisierung notwendig.
Wir möchten Ihnen mit modernen Behandlungsmethoden bei akuten und chronischen Beschwerden zur Seit stehen.

Warum schmerzt die Schulter?

Die an der Schulterbeweglichkeit beteiligten Muskeln arbeiten fein aufeinander abgestimmt. Wird diese Balance gestört, kann es zu schmerzhaften Engpasssyndromen kommen. Gleichzeitig sind die Sehnen im Bereich der Schulter einer hohen Belastung ausgesetzt. Daher können aufgrund von Verschleiß aber auch nach akuten Verletzungen Risse dieser Sehnen entstehen. Die Stabilität der Schulter kann nach Auskugelung langfristig geschädigt bleiben. Aufgrund von Knorpelabnutzung kann es im Bereich des Schultergelenks zu Arthrose kommen.

In unserer Spezialsprechstunde können wir die Notwendigkeit von moderner bildgebender Diagnostik wie MRT oder CT überprüfen und die Untersuchungen in die Wege leiten. Anschließend können wir je nach Diagnose eine konservative Therapie einleiten oder eine Operation anbieten. Operationen an der Schulter werden in unserer Klinik überwiegend mit minimalinvasiven Methoden, das heißt Gelenksspiegelungen durchgeführt. Unsere langjährigen Erfahrungen und wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass durch diese schonenden Operationsmethoden eine rasche Rehabilitation ermöglicht wird.

Behandlungsspektrum

Das Schultereckgelenk, das sogenannte AC-Gelenk befindet sich zwischen Schulterblatt und Schlüsselbein. Der Arm ist einzig über das Schlüsselbein knöchern mit dem Rumpf verbunden. Bei einem großen Teil von Bewegungen der Schulter insbesondere bei Tätigkeiten über Kopf findet eine Kraftübertragung über das Schultereckgelenk statt. Daher kann es in diesem Gelenk, ähnlich wie z. B. im Knie- oder Hüftgelenk zur Abnutzung (Arthrose) kommen.

Eine Schultereckgelenksarthrose kann sich bemerkbar machen durch Schmerzen am vorderen Schulterdach bei Überkopftätigkeiten oder beim Greifen zur Gegenseite des Körpers. Häufig tritt die Erkrankung zusammen mit anderen Abnutzungserscheinungen des Schultergelenkes auf, z. B. einer Rotatorenmanschettenruptur. Zur Sicherung der Diagnose führen die körperliche Untersuchung des Patienten und Röntgenbilder. Eine Schultereckgelenksarthrose kann im Rahmen einer Gelenksspiegelung, also arthroskopisch behandelt werden.

Wenn zusätzlich andere Erkrankungen der Schulter vorliegen, können diese während der gleichen Operation behandelt werden. Das Schultereckgelenk wird bei einer solchen Operation mit einer kleinen Fräse entfernt. Dies führt dazu, dass der schmerzhafte Kontakt zwischen Schulterblatt und Schlüsselbein vermieden wird. Die Funktion der Schulter wird hierdurch nicht beeinträchtigt.

Für einen solchen Eingriff kommt der Patient am Operationstag ins Martin-Luther-Krankenhaus. Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Anschließend bleibt der Patient für wenige Tage im Krankenhaus, um die bereits im Operationssaal begonnene Schmerztherapie fortzuführen. Die Schulter wird nach der Operation für ca. 10 Tage mit einer speziellen Bandage ruhiggestellt. Die Art der Nachbehandlung des Gelenkes ist hauptsächlich abhängig von den an der Schulter eventuell zusätzlich durchgeführten Operationen. Wurde nur das AC-Gelenk entfernt, kann die Schulter im Anschluss nach Maßgabe der Beschwerden belastet werden. Zur Schmerzreduktion und zum Erhalt der Beweglichkeit ist eine physiotherapeutische Nachbehandlung notwendig.

Je nach körperlicher Belastung am Arbeitsplatz dauert die Arbeitsunfähigkeit 1-6 Wochen.

Das Schultereckgelenk, das sogenannte AC-Gelenk befindet sich zwischen Schulterblatt und Schlüsselbein. Der Arm ist einzig über das Schlüsselbein knöchern mit dem Rumpf verbunden. Bei einem großen Teil von Bewegungen der Schulter insbesondere bei Tätigkeiten über Kopf findet eine Kraftübertragung über das Schultereckgelenk statt.

Bei Stürzen auf die Schulter oder auch den Ellenbogen kann es zu Verrenkungen des Schultergelenks (Luxationen) kommen. Hieraus kann eine Fehlstellung des Schlüsselbeins und eine dauerhafte Instabilität des Schultereckgelenks resultieren. Aufgrund der hohen funktionellen Belastung des Gelenks ist je nach Ausmaß der Verletzung eine operative Therapie notwendig. Die Notwendigkeit dieser Operation ist einerseits vom Verletzungsausmaß und auch vom funktionellen Anspruch des Patienten abhängig.

Neben der körperlichen Untersuchung führen spezielle Röntgenbilder unter Belastung zur Diagnose der Schultereckgelenksluxation. Anhand dieser Bilder wird auch die Schwere der Verletzung klassifiziert. Die konservative Therapie besteht aus vorübergehender Ruhigstellung des Gelenks in einer speziellen Bandage und Physiotherapie.

Ist eine Operation notwendig, sollte diese möglichst innerhalb von 10 Tagen nach der Verletzung durchgeführt werden. Bei einer solchen Operation wird die Fehlstellung des Schlüsselbeins mit einem speziellen Faden-Anker System minimalinvasiv behoben, so dass beim Unfall gerissene Bänder wieder heilen können. Das verwendete System wurde vom Chefarzt Prof. Dr. med. Wolf Petersen mitentwickelt und wird seit Jahren erfolgreich angewendet.

Für eine solche Operation kommt der Patient am Operationstag ins Martin-Luther-Krankenhaus. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose. Anschließend bleibt der Patient für wenige Tage im Krankenhaus, um die bereits im Operationssaal begonnene Schmerztherapie fortzuführen. Über 6 Wochen muss die Schulter zur Entlastung des Eckgelenks auf einem speziellen Lagerungskissen am Körper fixiert werden. Die anfängliche physiotherapeutische Betreuung beschränkt sich aus dem gleichen Grund auf passive Beübung der Schulter. Diese verhindert das Einsteifen der Schulter und gewährleistet die notwendige Schonung des Gelenks.

Insgesamt darf die Schulter über 3 Monate nicht belastet werden. Je nach körperlicher Belastung am Arbeitsplatz dauert die Arbeitsunfähigkeit 4-12 Wochen.

Die distale Bizepssehne ist die Ansatzsehne des Bizepsmuskels im Bereich des Ellenbogengelenkes. Über sie wird ein großer Teil der Kraft für Beugung im Ellenbogen und Umwendbewegungen des Unterarmes übertragen. Unter großer Krafteinwirkung kann die Sehne im Bereich des Ellenbogens vom Unterarmknochen abreißen.

Folge sind Schmerzen und Kraftverlust sowie häufig ein sogenanntes „Popeye Zeichen“, benannt nach der berühmten Comicfigur. Das Popeye Zeichen benennt ein typisches Höhertreten des Muskelbauchs am Oberarm. Zusätzlich zur körperlichen Untersuchung führt eine Kernspintomografie (MRT) zur Diagnose.

In aller Regel ist eine operative Therapie dieser Verletzung notwendig. Hierbei wird die Sehne mit einem Faden durchflochten und mit einem speziellen Ankersystem wieder am Unterarmknochen befestigt. Für eine solche Operation kommt der Patient am Operationstag ins Martin-Luther-Krankenhaus. Die Operation wird in der Regel in Vollnarkose durchgeführt. Anschließend bleibt der Patient für wenige Tage im Krankenhaus, um die bereits im Operationssaal begonnene Schmerztherapie fortzuführen.

Über sechs Wochen muss zur Entlastung der Sehne eine spezielle Orthese mit Einschränkung des Bewegungsausmaßes getragen werden. Die anfängliche physiotherapeutische Betreuung beschränkt sich aus dem gleichen Grund auf passive Beübung des Ellenbogens. Diese verhindert das Einsteifen des Ellenbogens und gewährleistet die notwendige Schonung der Sehne.

Insgesamt darf der Bizepsmuskel über sechs Wochen nicht belastet werden. Je nach körperlicher Belastung am Arbeitsplatz dauert die Arbeitsunfähigkeit 6-12 Wochen.

Distale Bizepssehne
Distale Bizepssehne
Distale Bizepssehne
Distale Bizepssehne

Die Frozen Shoulder ist eine Erkrankung der Schulter, die zu einer deutlichen Bewegungseinschränkung des Gelenks führt. Die Ursachen der Erkrankung sind bis heute nicht abschließend geklärt. Sie kann nach Verletzungen oder Operationen, aber auch spontan ohne erkennbaren Auslöser auftreten.

Der typische Verlauf ist gekennzeichnet durch drei Phasen und beginnt mit starken Schmerzen im betroffenen Schultergelenk. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer spürbaren Verschlechterung der Beweglichkeit, insbesondere der Auswärtsdrehbewegung. Diese Phase bezeichnet man als „freezing“ (einfrierend). Es folgt die „frozen“, also gefroren benannte Phase. In dieser Periode tritt die Schmerzproblematik in den Hintergrund und das Gelenk erreicht die schlechteste Beweglichkeit im Verlauf der Erkrankung. In den meisten Fällen beginnt schließlich die letzte Phase, das „thawing“ (Auftauen). Hierbei kommt es zu einer langsamen Verbesserung der Beweglichkeit, häufig bis zum wieder uneingeschränkt beweglichen Schultergelenk.

In den meisten Fällen bessern sich also die Beschwerden wieder soweit, dass keine Einschränkung in der Funktion der Schulter zurückbleibt. Allerdings ist es für betroffene Patienten sehr wichtig zu wissen, dass diese Entwicklung Wochen bis Monate andauern kann. Mit Tabletten zur Schmerzlinderung und Bekämpfung der Entzündung kann man die schmerzhafte Phase der Erkrankung verkürzen und mit Physiotherapie die Rückgewinnung der Beweglichkeit unterstützen. Hierbei ist es entscheidend die konservative Therapie so früh wie möglich zu beginnen.

In den Fällen, in denen keine befriedigende Besserung erreicht wird, kann mit einer Operation geholfen werden. Hierbei wird im Rahmen einer Gelenksspiegelung, das heißt arthroskopisch die geschrumpfte Gelenkskapsel erweitert und somit die Beweglichkeit verbessert. Für einen solchen Eingriff kommt der Patient am Operationstag ins Martin-Luther-Krankenhaus. Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Anschließend bleibt der Patient für ca. eine Woche im Krankenhaus, um die bereits im Operationssaal begonnene Schmerztherapie mit einem Schmerzkatheter fortzuführen.

Zum Erhalt der durch die Operation gewonnenen Beweglichkeit ist eine intensive physiotherapeutische Nachbehandlung notwendig. Die Arbeitsunfähigkeit beträgt 6 Wochen.

Beim „Impingement“-Syndrom der Schulter liegt eine Enge zwischen dem Oberarmkopf und dem Schulterdach vor. Diese kann hervorgerufen werden durch ein Ungleichgewicht der Muskeln, die an Schultergelenksbewegungen beteiligt sind. Auch ein Sporn (Knochenvorsprung) des Schulterdachs kann ein solches „Impingement“-Syndrom verursachen. Durch die Enge kommt es zu einer Reizung des Schleimbeutels unter dem Schulterdach und schließlich zu Schmerzen.

Zusätzlich zur körperlichen Untersuchung des Patienten sind Röntgenbilder und eine Kernspintomografie (MRT) zur Sicherung der Diagnose und zum Ausschluss anderer Schäden des Schultergelenks notwendig. Sind muskuläre Dysbalancen (Ungleichgewicht) die Ursache der Erkrankung, ist eine physiotherapeutische Behandlung notwendig und häufig ausreichend. Zusätzlich können Spritzen den Heilungsverlauf beschleunigen.

Bei erfolglosen konservativen Therapieverläufen und häufig beim Vorliegen eines Sporns ist eine Operation zum Erlangen der Schmerzfreiheit notwendig. Ein „Impingement“-Syndrom der Schulter kann im Rahmen einer Gelenksspiegelung, also arthroskopisch behandelt werden. Wenn zusätzliche Erkrankungen der Schulter vorliegen, können diese während der gleichen Operation behandelt werden. Das Schulterdach wird bei einer solchen Operation mit einer kleinen Fräse so präpariert, dass die ursächliche Enge und der Sporn entfernt werden. Zusätzlich wird der entzündete Schleimbeutel entfernt.

Für einen solchen Eingriff kommt der Patient am Operationstag ins Martin-Luther-Krankenhaus. Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Anschließend bleibt der Patient für wenige Tage im Krankenhaus, um die bereits im Operationssaal begonnene Schmerztherapie fortzuführen. Die Schulter wird nach der Operation für ca. 10 Tage mit einer speziellen Bandage ruhiggestellt. Die Art der Nachbehandlung des Gelenks ist hauptsächlich abhängig von den an der Schulter eventuell zusätzlich durchgeführten Operationen. Wurde nur das „Impingement“-Syndrom behandelt, kann die Schulter im Anschluss nach Maßgabe der Beschwerden belastet werden.

Zur Schmerzreduktion und zum Erhalt der Beweglichkeit ist eine physiotherapeutische Nachbehandlung notwendig. Je nach körperlicher Belastung am Arbeitsplatz dauert die Arbeitsunfähigkeit 1-6 Wochen.

Der Begriff Schulterluxation bezeichnet das Auskugeln des Oberarmkopfes aus der Gelenkspfanne des Schulterblatts. Die Schulter ist ein Gelenk mit einem großen Kopf, der in einer kleinen Gelenkspfanne stabilisiert werden muss. Daher sind Schulterluxationen die häufigsten Gelenksluxationen beim Menschen.

Nach einer Luxation ist die rasche und schonende Einrenkung des Gelenks durch einen Arzt notwendig. Bei einer Schulterluxation können verschiedene Schäden am Gelenk entstehen. Bei jungen Patienten sind Abscherverletzungen der vorderen Gelenkslippe häufig. Diese Lippe dient der Stabilisierung des Gelenks. Daher treten bei jungen Patienten nach einer unfallbedingten Auskugelung der Schulter häufig erneute Luxationen auf. Das Schultergelenk ist dann instabil.

Mittels einer Kernspintomografie (MRT) kann die Verletzung der Gelenkslippe nachgewiesen werden und andere Strukturen des Schultergelenks untersucht werden. Bei einer Instabilität kann man im Rahmen einer Gelenksspiegelung, d. h.  arthroskopisch die Gelenkslippe mit einem Faden umschlingen und mit einem Anker wieder am Knochen fixieren.

Für einen solchen Eingriff kommt der Patient am Operationstag ins Martin-Luther-Krankenhaus. Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Anschließend bleibt der Patient für wenige Tage im Krankenhaus, um die bereits im Operationssaal begonnene Schmerztherapie fortzuführen. Die Schulter wird nach der Operation mit einer speziellen Bandage ruhiggestellt. Diese muss für 4 Wochen kontinuierlich getragen werden.

Zur Schmerzreduktion und zum Erhalt der Beweglichkeit ist eine physiotherapeutische Nachbehandlung notwendig. Je nach körperlicher Belastung am Arbeitsplatz dauert die Arbeitsunfähigkeit 4-12 Wochen.

Das Schultergelenk kann wie alle Gelenke des Körpers durch Abnutzung von Knorpel und Knochen eine Arthrose entwickeln. Bekannt ist diese Art der Erkrankung vor allem durch Hüft- und Kniegelenksarthrosen. Aufgrund der speziellen Anatomie der Schulter können an diesem Gelenk grundsätzlich zwei Arten der Arthrose unterschieden werden.

Zum einen kann sich eine Arthrose bei erhaltener Muskulatur entwickeln. Diese kann verschiedene Ursachen haben, häufig ist kein Auslöser erkennbar. In diesem Fall werden mit einer operativen Therapie die Gelenkflächen unter Erhalt der natürlichen Anatomie ersetzt. Bei der zweiten Art der Schultergelenksarthrose kommt es aufgrund von Sehnenschäden zu einer Dezentrierung des Gelenks und in der Folge zur Knorpelabnutzung. Beim Vorliegen dieser Art von Arthrose muss bei der operativen Therapie eine Spezialendoprothese verwendet werden. Durch diese kann die Beweglichkeit trotz der irreparabel geschädigten Sehnen gewährleistet werden.

Zur Diagnose gehören neben der körperlichen Untersuchung des Patienten, die Anfertigung von Röntgenbildern und eine Kernspintomografie (MRT). Die Therapie einer Schultergelenksarthrose beginnt in aller Regel konservativ, d. h. mit Schmerzmitteln und Physiotherapie. Führt die konservative Therapie zu keinem befriedigenden Ergebnis, wird ein endoprothetischer Gelenksersatz notwendig.

Für einen solchen Eingriff kommt der Patient am Operationstag ins Martin-Luther-Krankenhaus. Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Anschließend bleibt der Patient für ca. eine Woche im Krankenhaus, um die bereits im Operationssaal begonnene Schmerztherapie fortzuführen. Die Schulter wird nach der Operation für 6 Wochen mit einer speziellen Bandage ruhiggestellt. Zur Schmerzreduktion und zum Erhalt der Beweglichkeit ist eine physiotherapeutische Nachbehandlung notwendig. Diese beschränkt sich in den ersten Wochen auf passive Bewegungsübungen der Schulter.

Die Belastung der Schulter kann nach 3 Monaten begonnen werden. Je nach körperlicher Belastung am Arbeitsplatz dauert die Arbeitsunfähigkeit 6-12 Wochen.

Gelenksverschleiß im Schultergelenk (Omarthrose)
Gelenksverschleiß im Schultergelenk (Omarthrose)
Gelenksverschleiß im Schultergelenk (Omarthrose)
Gelenksverschleiß im Schultergelenk (Omarthrose)

Die lange Bizepssehne ist eine von zwei Ursprungssehnen des Bizepsmuskels. Sie entspringt am Oberpol der Schultergelenkspfanne und verläuft durch das Schultergelenk. Sie verlässt das Gelenk durch eine spezielle Bandführung, das sogenannte Pulleysystem.

Die Bizepssehne kann durch Verdrehung und Prellungen der Schulter akut verletzt werden. Durch chronische Belastung insbesondere durch sogenannte Überkopf-Tätigkeiten oder -sportarten kann es zu Verletzungen des Sehnenursprungs, der Sehne oder des Pulleysystems kommen.

Neben der körperlichen Untersuchung des Patienten führt eine Kernspintomografie (MRT) zur Diagnose. Je nach Ausmaß der Verletzung und Anspruch des Patienten ist eine konservative Behandlung mit Physiotherapie möglich. Bei hohem funktionellen Anspruch oder erfolglosem konservativen Therapieverlauf ist eine Operation notwendig.

Bei einer Operation wird die Sehne im Rahmen einer Gelenksspiegelung, d. h. arthroskopisch behandelt. Die Art der Behandlung ist abhängig von der genauen Art der Verletzung. Ist ausschließlich der Ursprung der Sehne an der Gelenkspfanne betroffen, kann die Sehne mit Fäden Umschlungen und anschließend mit speziellen Ankern wieder befestigt werden. Wenn die Sehne selbst oder das Pulleysystem betroffen ist, wird die Sehne in der Regel im Gelenk durchtrennt und neben dem Gelenk ebenfalls mit Fäden und speziellen Ankern am Oberarmkopf befestigt. Diese Operationsmethode hat trotz Durchtrennung der Sehne keine Einschränkung der Schulter- oder Muskelfunktion zur Folge.

Wird eine Operation notwendig, kommt der Patient am Operationstag ins Martin-Luther-Krankenhaus. Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Anschließend bleibt der Patient für wenige Tage im Krankenhaus, um die bereits im Operationssaal begonnene Schmerztherapie fortzuführen. Über 2-4 Wochen muss die Schulter zur Entlastung der Sehne in einer speziellen Bandage am Körper fixiert werden. Die anfängliche physiotherapeutische Betreuung beschränkt sich aus dem gleichen Grund auf passive Beübung der Schulter. Diese verhindert das Einsteifen der Schulter und gewährleistet die notwendige Schonung der Sehne.

Insgesamt darf der Bizepsmuskel über 6 Wochen nicht belastet werden. Je nach körperlicher Belastung am Arbeitsplatz dauert die Arbeitsunfähigkeit 2-6 Wochen.

Die sogenannte Rotatorenmanschette ist eine funktionelle Einheit, die aus den Sehnen von vier Schultermuskeln gebildet wird. Diese umgreifen den Oberarmkopf und ermöglichen verschiedene Bewegungen der Schulter maßgeblich, so z. B. das Abspreizen und die Rotation des Oberarms. Durch Verletzungen oder als Folge von Abnutzung kann es zu Rissen der Sehnen kommen.

Bei Verdacht auf eine Rotatorenmanschettenverletzung kann diese mittels Kernspintomografie (MRT) nachgewiesen werden. Je nach Ausmaß der Verletzung kann diese zu Schmerzen und Kraftverlust in der Schulter führen. Ausmaß des Schadens, vor allem aber die Beeinträchtigung, die der Patient durch diesen empfindet, beeinflussen die Therapieoptionen. Bei frischen Rissen ist in der Regel eine Operation notwendig, bei Verletzungen durch Abnutzung kann die Physiotherapie eine Erfolg versprechende Option sein. Bei einer operativen Rekonstruktion werden die Sehnenenden im Rahmen einer Gelenksspiegelung, d. h. arthroskopisch am Knochen fixiert. Sie werden mit Fäden gefasst und mit Ankern dort am Oberarmkopf fixiert, wo sie abgerissen sind.

Für einen solchen Eingriff kommt der Patient am Operationstag ins Martin-Luther-Krankenhaus. Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Anschließend bleibt der Patient für wenige Tage im Krankenhaus, um die bereits im Operationssaal begonnene Schmerztherapie fortzuführen. Über sechs Wochen muss die Schulter zur Entlastung der Sehnennähte auf einem speziellen Lagerungskissen am Körper fixiert werden. Die anfängliche physiotherapeutische Betreuung beschränkt sich aus dem gleichen Grund auf passive Beübung der Schulter. Diese verhindert das Einsteifen der Schulter und gewährleistet die notwendige Schonung der Sehnennähte.

Insgesamt darf die Schulter über drei Monate nicht belastet werden. Je nach körperlicher Belastung am Arbeitsplatz dauert die Arbeitsunfähigkeit 6-12 Wochen.

Die Gelenksspiegelung, auch Arthroskopie genannt ist eine Operationsmethode, die in der orthopädischen Chirurgie immer weitere Verbreitung findet. Die Kniegelenksarthroskopie ist seit langem eine etablierte Operationsmethode, die aus der Therapie z. B. von Meniskusschäden nicht mehr wegzudenken ist.

Seit längerem wird auch am Schultergelenk immer häufiger arthroskopisch operiert. Bei der Schulterarthroskopie führt man über einen wenige Millimeter langen Hautschnitt eine stabförmige Kamera in das Gelenk ein. So können einzelne Strukturen der Schulter wie z. B. Bänder und Sehnen auf einem Monitor betrachtet werden. Die Schulterarthroskopie ist eine sehr schonende Operationsmethode. Die Instrumente, die zur Durchführung einer solchen Operation notwendig sind, werden wie die Kamera, über wenige Millimeter lange Hautschnitte in das Gelenk eingeführt. Der hierdurch verursachte Gewebeschaden und die Gefahr von Komplikationen bleiben gering im Vergleich zu offenen Operationsmethoden mit deutlich längeren Hautschnitten. Die kleinen Operationsnarben haben ebenfalls den Vorteil, dass nach der Operation rasch mit physiotherapeutischer Behandlung zur Schmerzreduktion und zum Erhalt der Beweglichkeit begonnen werden kann.

Mittels Schulterarthroskopie können unter anderem sogenannte Rotatorenmanschettenläsionen, Schultergelenksinstabilitäten, die Kalkschulter gewisse Beweglichkeitseinschränkungen und andere Erkrankungen behandelt werden. Schulterarthroskopien werden in Vollnarkose durchgeführt. Nach der Operation wird interdisziplinär mit den Ärzten der Anästhesie eine intensive Schmerzbehandlung durchgeführt. Der Krankenhausaufenthalt nach einer solchen Operation dauert in der Regel 2-4 Tage. Die Arbeitsunfähigkeit nach dem Krankenhausaufenthalt ist abhängig von der durchgeführten Operation.

Die „Kalkschulter“ (Tendinitis calcarea) ist eine schmerzhafte Erkrankung der Schulter mit Einlagerung von Kalkdepots in Sehnen unter dem Schulterdach. Die Ursache dieser Erkrankung ist bis heute nicht abschließend geklärt. Die Schmerzen werden durch eine Schleimbeutelentzündung verursacht.

Die Kalkdepots können in einem Röntgenbild dargestellt und die Diagnose in Zusammenschau mit den Beschwerden des Patienten gestellt werden. Häufig kann man ohne Operation gute Therapieerfolge erzielen. Die Schmerzen und die Entzündung werden mit Tabletten und Spritzen unter das Schulterdach bekämpft. Zum Erhalt der Beweglichkeit und zum Vermeiden von Verspannungen durch schmerzbedingte Fehlbelastung der Schulter ist eine physiotherapeutische Betreuung wichtig.

Sollte diese Behandlung nicht zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden führen, ist eine Operation notwendig. Hierbei wird das Kalkdepot im Rahmen einer Gelenksspiegelung, also arthroskopisch dargestellt und ausgeräumt. Außerdem wird der entzündete Schleimbeutel entfernt.

Für einen solchen Eingriff kommt der Patient am Operationstag ins Martin-Luther-Krankenhaus. Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Anschließend bleibt der Patient für wenige Tage im Krankenhaus, um die bereits im Operationssaal begonnene Schmerztherapie fortzuführen. Die Schulter wird nach der Operation für ca. 10 Tage mit einer speziellen Bandage ruhiggestellt. Das Gelenk darf im Anschluss nach Maßgabe der Beschwerden belastet werden.

Zur Schmerzreduktion und zum Erhalt der Beweglichkeit ist eine physiotherapeutische Nachbehandlung notwendig. Je nach körperlicher Belastung am Arbeitsplatz dauert die Arbeitsunfähigkeit 2-6 Wochen.

Weiterführende Informationen

Die wichtigsten Fragen rund um Arthrose und Gelenkersatz beantworten wir in unserem Patientenratgeber Gelenkverschleiß.

Dr. med. Burkhard Finke

Oberarzt
Dr. med. Burkhard Finke

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