Patienteninformationen

Therapieverfahren und Nachbehandlung bei Knorpelschäden an Knie und Fuß

Die Knorpelglättung wird heute nur noch mit Vorsicht angewendet, da die Gefahr besteht, dass gesundes Gewebe geschädigt wird. Bei groben Unregelmäßigkeiten und instabilen Knorpelfragmenten stellt sie jedoch eine sinnvolle Behandlungsmethode dar. Wenn zum Beispiel nach einem Unfall ein Defekt mit instabilen Rändern besteht, so kann der Defekt durch eine Knorpelglättung stabilisiert werden. Auch bei sehr oberflächlichen Auffransungen können diese entfernt werden.

Nachbehandlung

In der ersten Woche nach der Operation wird das gereizte Gelenk mit Hilfe von Eisanwendungen, Ruhe und Hochlagerung beruhigt. Bereits nach einigen Tagen kann die Belastungsintensität im schmerzfreien Bereich gesteigert werden.

Die Knorpel-Knochen-Transplantation eignet sich zur Therapie von Defekten, bei denen sowohl der Knorpel als auch der Knochen betroffen sind (osteochondrale Läsionen), insbesondere am Knie und am Sprunggelenk. Bei diesem Verfahren werden an wenig belasteten Stellen des Gelenkes Knorpel-Knochen-Zylinder entnommen und in die defekte Stelle eingesetzt. Die Knorpel-Knochen-Transplantation erfolgt meist als offener Eingriff. Nur bei kleinen Verfahren ist ein arthroskopisches Vorgehen möglich.

Nachbehandlung

Auch große Knorpel-Knochen-Zylinder sind erfahrungsgemäß nach sechs Wochen fest eingeheilt und vital. In dieser Zeit ist nur eine Teilbelastung mit Unterarmstützen möglich. Sechs Wochen und zwölf Wochen nach der Operation wird eine Kernspintomografie durchgeführt. Zwischen der 12. und 14. Woche erfolgt dann gegebenenfalls eine Kontroll-Arthroskopie. Finden sich bei diesen Untersuchungen keine Störungen, kann der Patient mit dem Sportaufbau wieder beginnen. Nachuntersuchungen mit normalen Röntgenaufnahmen empfehlen wir ein Jahr nach der Knorpel-Knochen-Transplantation und dann anschließend alle zwei Jahre.

Die autologe Chondrozytentransplantation eignet sich zur Therapie großer Knorpeldefekte ohne starke Knochenverluste. Bei einer Arthroskopie werden Knorpelzellen entnommen. Danach werden die Zellen im Labor vermehrt und anschließend in einer offenen Operation in den Defekt gespritzt. Die Zellen werden direkt in einem kleinen Gewebsschwamm kultiviert, der später auch in das Gelenk eingesetzt werden kann und als Gerüst für den neuen Knorpel dient (Matrix gestützte Chondrozytentransplantation, M-ACT). Auf diese Weise sind zur autologen Knorpelzelltransplantation am Kniegelenk nur noch sehr kleine Hautschnitte notwendig. Wir wenden die autologe Chondrozytentransplantation nicht bei frischen Defekten, sondern nach fehlgeschlagenen anderen Therapiemaßnahmen an.

Die autologe Chondrozytentransplantation wird nur in Einzelfällen von gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Wir beraten und unterstützen Sie gerne bei der Beantragung einer Kostenübernahme.

Nachbehandlung

Die Rehabilitation dauert bei diesem Verfahren lange. Ungefähr acht Wochen ist nur eine Teilbelastung (10-15 kg Fußsohlendruck) möglich. Danach ist ein allmählicher Übergang auf Vollbelastung erlaubt. Im Anschluss liegt der Schwerpunkt beim Aufbau der geschwächten Muskulatur. Nach einem Jahr können gegebenenfalls eine Kernspintomografie und eine Kontroll-Arthroskopie erfolgen. In Abhängigkeit zur entstandenen Knorpelqualität kann das Training im Leistungssport wieder aufgenommen werden. Bei gelenkbelastenden Sportarten kann es einige Zeit dauern, bis wieder trainiert werden darf.

Hat sich ein Knorpel-Knochenfragment gelöst, besteht die Möglichkeit es wieder anzuheften. Ursachen können sogenannte Flake-Frakturen sein – beim Knie nach Kniescheibenverrenkung (Patellaluxation) oder durch Osteochondrosis dissecans (OD) und beim Fuß durch sogenanntes „Umknick-Trauma“. Das Fragment wird mit resorbierbaren Stiften oder bei größeren Fragmenten auch mit Schrauben aus Metall wieder im Knochen verankert. Die Schrauben müssen nach sechs bis acht Wochen wieder entfernt werden.

Nachbehandlung

In der ersten Woche nach der Operation ist das Ziel, das gereizte Knie oder Sprunggelenk zu beruhigen. Eisanwendungen, Ruhe und Hochlagerung sind geeignete Maßnahmen. Das refixierte Fragment ist nur wenig belastbar. Daher sollte bis zu einer Zeit von sechs bis acht Wochen an Unterarmgehstützen entlastet werden.

Bei dieser Behandlungsmethode werden Stammzellen in die defekte Stelle eingebracht. Die Zellen formen in der Folgezeit ein Ersatzgewebe (Faserknorpel). Insbesondere bei kleinen Defekten ist das Verfahren sinnvoll. Bei frischen größeren Defekten kann eine solche Maßnahme während einer Arthroskopie durchgeführt werden. Bei großflächigen degenerativen Knorpelschäden (Arthrose) eignen sich die Verfahren nur in Kombination mit einer Korrektur von Beinachse oder Kniescheibenfehlstellung.

Nachbehandlung

In der ersten Woche wird das gereizte Knie oder Sprunggelenk mit Hilfe von Eisanwendungen, Ruhe und Hochlagerung beruhigt. Das entstehende und heilende neue Knorpelgewebe ist nur wenig belastbar. Daher sollte bis zu einer Zeit von sechs bis acht Wochen an Unterarmgehstützen entlastet werden.

Normalbefunde nach der Operation

  • Vorübergehende Gefühlsstörungen am Unterschenkel (Normalisierung nach zwei bis acht Wochen)
  • Schwellung und milde Überwärmung des Kniegelenks
  • Starke Abnahme der Oberschenkelmuskelkraft

Sport

Die Wiedereingliederung in sportliche Tätigkeiten sollte schrittweise erfolgen. Unter medizinischen Gesichtspunkten sollte der Wettkampfsport bei bestehenden Knorpelschäden vermieden werden. Voraussetzung für die Wiederaufnahme von Risikosportarten ist eine freie Beweglichkeit, die Wiedererlangung der Muskelkraft und Koordination.

Autofahren

Solange eine Schiene getragen wird und das Bein nicht voll belastet wird, sollte auf das Autofahren verzichtet werden.

Arbeits-/ Schulausfall

Leichte Arbeiten wie in der Schule sitzen können schon nach ca. 20 Tagen wieder aufgenommen werden. Allzu lange Gehstrecken sollten jedoch gerade in der Frühphase vermieden werden. Mittelschwere Arbeiten können nach ca. acht Wochen aufgenommen werden. Vor der Wiederaufnahme schwerer körperlicher Arbeit sollte Ihr Arzt kontaktiert werden. Arbeitsausfälle bis zu sechs Monate sind möglich.

Übungen für das eigenständige Training

Die krankengymnastischen Übungen, die von den Krankenkassen bezahlt werden, reichen bei weitem nicht, um ein gutes Rehabilitationsergebnis zu erzielen. Daher ist es notwendig, dass erlernte Übungen in Eigenregie durchgeführt werden. Halten Sie das Bein in der jeweiligen Position für 30 Sekunden oder wiederholen Sie die Übung 15- bis 30-mal. Legen Sie zwischen den einzelnen Übungen eine Pause von 20 bis 30 Sekunden ein.

Nachbehandlung nach operativen Maßnahmen an Meniskus, vorderem Kreuzband (Kreuzbandersatzplastik, Doppelbündelmethode) und hinterem Kreuzband

In der ersten Woche nach der Operation wird das gereizte Kniegelenk durch Eisanwendungen, Ruhe und Hochlagerung beruhigt. Durch die Schonung lässt die Muskelkraft des Oberschenkelstreckmuskels (Quadrizeps) nach. Daher soll bereits in dieser Phase mit Anspannungsübungen für die Muskulatur begonnen werden. Es ist wichtig, dass die Übungen unter Anleitung eines erfahrenen Krankengymnasten durchgeführt werden. Das Belastungsschema richtet sich stark nach der durchgeführten Operation.

Bei Verletzungen des hinteren Kreuzbands ist die Nachbehandlung sehr langwierig und es kann zu längeren Ausfallzeiten kommen.

Normalbefunde nach der Operation

  • Schwellung und milde Überwärmung des Kniegelenks
  • Abnahme der Oberschenkelmuskelkraft
  • Vorrübergehende Gefühlsstörungen am Unterschenkel (Normalisierung nach zwei bis acht Wochen)

Sport

Die Wiedereingliederung in sportliche Tätigkeiten sollte schrittweise erfolgen. Voraussetzung für die Wiederaufnahme von Risikosportarten ist eine freie Beweglichkeit, die Wiedererlangung der Muskelkraft und Koordination.

Autofahren

Solange eine Schiene getragen wird und das Bein nicht voll belastet wird, sollte auf das Autofahren verzichtet werden.

Arbeits-/Schulausfall

Leichte Arbeiten wie in der Schule sitzen können nach Meniskusteilentfernung schon nach ca. fünf bis zehn Tagen, bei Verletzungen des vorderen und hinteren Kreuzbands nach zehn bis zwanzig Tagen wieder aufgenommen werden. Allzu lange Gehstrecken sollten jedoch gerade in der Frühphase vermieden werden. Nach einer Meniskusnaht können leichte bis mittelschwere Arbeiten nach sechs bis acht Wochen wieder aufgenommen werden. Vor der Wiederaufnahme schwerer körperlicher Arbeit sollte Ihr Arzt kontaktiert werden.

Nachbehandlung nach operativen Maßnahmen an der Schulter

In der ersten Woche nach der Operation ist es das Ziel, das gereizte Schultergelenk zu beruhigen. Eisanwendungen, entzündungshemmende Medikamente, Ruhe und Hochlagerung sind geeignete Maßnahmen dies zu erreichen. Direkt nach der Operation wird der Arm meist auf einem Abspreizkissen oder in einem Schlingenverband gelagert.

Das Nachbehandlungsschema richtet sich stark nach der durchgeführten Operation.

Nach einer arthroskopischen Gelenklippennaht empfehlen wir für drei Wochen einen Schlingenverband (Gilchristverband) zu tragen. Innerhalb des vorgegebenen Bewegungsausmaßes dürfen Bewegungsübungen unter krankengymnastischer Anleitung durchgeführt werden.

Die heilende Sehne muss für mindestens sechs Wochen vor Last geschützt werden. Deswegen wird der Arm auf einem Abspreizkissen gelagert. Das Bewegungsausmaß ist limitiert und aktive Übungen sollten vermieden werden. Nach dieser Zeit kann mit krankengymnastischen Übungen begonnen werden.

Bereits ab dem ersten Tag nach der Operation darf der Arm im schmerzfreien Bereich unter physiotherapeutischer Anleitung bewegt werden. Dies ist auch notwendig, um Verklebungen und Verwachsungen vorzubeugen. Krankengymnastische Übungen sind auch längerfristig notwendig.

Nach kurzfristiger Ruhigstellung der Schulter (in der Regel 24 Stunden) wird das Schultergelenk frühzeitig physiotherapeutisch behandelt. Bei der Bizepssehnen-Tenodese und dem SLAP-Repair darf für sechs Wochen keine größere Anspannung des Bizepsmuskels erfolgen. Die Therapiezeit liegt zwischen zehn und zwölf Wochen. Ein sportspezifisches Training kann frühestens zwölf Wochen nach dem SLAP-Repair aufgenommen werden.

Sport

Die Wiedereingliederung in sportliche Tätigkeiten sollte schrittweise erfolgen. Voraussetzung für die Wiederaufnahme von Sportarten ist eine freie Beweglichkeit, die Wiedererlangung der Muskelkraft und Koordination.

Autofahren

Solange ein Abspreizkissen oder ein Schlingenverband getragen wird, sollte auf das Autofahren verzichtet werden.

Arbeits-/Schulausfall

Die Arbeitsfähigkeit richtet sich stark danach welcher Arm betroffen ist und ob der betroffene Patient Rechts- oder Linkshänder ist. Leichte Arbeiten wie in der Schule sitzen können, bei nicht dominantem Arm, schon nach ca. zehn bis zwanzig Tagen wieder aufgenommen werden. Nach einer Rotatorenmanschettennaht können mittelschwere bis schwere Arbeiten häufig erst nach drei bis sechs Wochen wieder aufgenommen werden. Vor der Wiederaufnahme schwerer körperlicher Arbeit sollte Ihr Arzt kontaktiert werden.

Häufige Fragen und Antworten zu Vorfußoperationen

Kleine Fußoperationen sind grundsätzlich ambulant durchführbar. Dennoch ist ein kurzer stationärer Aufenthalt eine große Erleichterung, da Fußoperationen schmerzhaft sein können und man in den ersten Tagen kaum mobil ist.

Auch wenn Vorfußoperationen „kleine Eingriffe“ sind, dauert die Nachbehandlung oft mehrere Wochen oder Monate.

Direkt nach der Operation ist das Aufstehen mit einem Spezialschuh rasch möglich. Mit diesem Schuh kann man nach kurzer Zeit voll auftreten.

Da das Blut im Stand immer in Richtung Fuß absackt, kommt es lange Zeit zu Schwellungen des Vorfußes. Wenn eine Rötung oder starke Überwärmung auftritt, sollten Sie sofort Ihren Arzt aufsuchen. Es kann eine bakterielle Entzündung vorliegen.

Eine Schwellneigung lässt sich durch Schonung und Hochlegen des Fußes verhindern. Dabei soll der Fuß über dem Herzen liegen. Manchmal ist auch die Durchführung von Lymphdrainagen notwendig.

Das hängt ganz von Ihrem Beruf ab. Wenn Sie viel im Stehen arbeiten, sollten Sie sechs bis zehn Wochen Arbeitsunfähigkeit einplanen. Sollten Sie überwiegend sitzend arbeiten und die Möglichkeit haben den Fuß hochzulegen, können Sie eventuell schon nach drei Wochen mit der Arbeit beginnen.

Prof. Dr. med. Wolf Petersen

Chefarzt
Prof. Dr. med. Wolf Petersen

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Martin-Luther-Krankenhaus

Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

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14193 Berlin

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Tel.: 030 8955-3025

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