Patienteninformationen

Künstliches Hüft- und Kniegelenk

Zunächst werden Sie ambulant von einem unserer Spezialisten untersucht und über das Operationsverfahren informiert. Hier können Sie alle Fragen mit Ihrem Arzt besprechen. Bitte bringen Sie zu diesem Termin alle wichtigen Röntgenbilder und Unterlagen mit.

Wenn sich das Hüft- oder Kniegelenk für die Implantation eines Kunstgelenkes eignet, wird ein Operationstermin vereinbart. In den meisten Fällen kommen Sie dann einen Tag vor der geplanten Operation auf die Station.

Die Operation wird meist in Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) durchgeführt. Sie dauert ca. eine bis zwei Stunden. Zur Vorbeugung gegen Infektionen wird Ihnen vor der Operation ein Antibiotikum verabreicht. Sollten Allergien bestehen, so teilen Sie dies bitte mit.

Nach der Operation werden Sie zunächst in den Aufwachraum verlegt und sobald sich Blutdruck, Puls und Atmung stabilisiert haben, wieder auf Ihr Zimmer gebracht. Bei manchen Patienten ist ein kurzer Aufenthalt auf der Überwachsungsstation erforderlich.

Meist werden eine oder zwei Drainagen (Saugschläuche aus Plastik) gelegt, um überschüssige Flüssigkeit aus dem Wundbereich abzuleiten. Die Schläuche werden normalerweise nach 24 bis 48 Stunden entfernt, wenn die produzierte Flüssigkeitsmenge weniger wird. 

Mit Hilfe einer standardisierten Schmerztherapie und bewährter Kühlsysteme halten wir Ihre Schmerzen nach der Operation so gering wie möglich.

Nach einer Operation an der Hüfte verbringen die meisten Patienten etwa zehn Tage im Krankenhaus, nach einer Operation am Knie etwa zwei Wochen.

Direkt nach der Operation beginnt die Physiotherapie mit der Mobilisierung. Durch ein individuell angepasstes Übungsprogramm wird die Beweglichkeit und Kraft allmählich gesteigert. Ziel ist es, dass Sie vor der Entlassung aus dem Krankenhaus möglichst selbstständig werden und tägliche Verrichtungen selbst ausführen können.

In den ersten Wochen nach der Operation besteht die Gefahr der Ausrenkung (Luxation). Daher sollten Sie in der ersten Zeit bestimmte Bewegungen, wie beispielsweise das Übereinanderschlagen der Beine, vermeiden.

Prothesen können bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen Alarm auslösen. Für solche Fälle erhalten Sie einen speziellen Prothesenträgerausweis.

Arthrose (Gelenkverschleiß) an Hüft – und Kniegelenk

Menschliche Gelenke sind sehr kompliziert aufgebaute Organe. Gelenke erlauben die für die Fortbewegung notwendigen Bewegungen. Dabei gewährleistet der Gelenkknorpel die reibungsfreien Bewegungen der Gelenkpartner und wirkt zudem als Stoßdämpfer. Dieses komplizierte System kann im Laufe des Lebens Verschleißprozessen unterliegen. Dabei kommt es zu verstärktem Abrieb des Gelenkknorpels. Auf diese Weise werden die Bewegungen des Gelenkes gestört; die Abriebpartikel können zu einer Reizung der Gelenkschleimhaut führen (Entzündung). Später kommt es zu Bewegungseinschränkungen oder Deformitäten am Knochen, die ebenfalls Schmerzen verursachen können.

Ursachen für einen verfrühten Verschleiß können beim Knie Fehlstellungen (O- oder X-Bein), nach schlecht ausgeheilten Gelenkbrüchen, Instabilitäten (Kreuzbandruptur) oder nach Meniskusrissen sein. Bei der Hüfte können es Fehlstellungen des Schenkelhalses, Fehlformen der Hüftpfanne, schlecht ausgeheilte Gelenkbrüche, oder eine krankhafte Entrundung des Hüftkopfes sein.

Zur Behandlung von Arthrose stehen uns verschiedene konservative und operative Verfahren zur Verfügung:

Mit Hilfe von entzündungshemmenden Tabletten oder der Gabe von Kortison per Injektion direkt in das Gelenk kann die Entzündung behandelt werden.

Übergewicht ist eine der Hauptursachen für Arthrose, weshalb Gewichtsreduktion an erster Stelle steht. Wir helfen Ihnen gerne bei der Wahl eines Ernährungsberaters. Darüber hinaus ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C und E entscheidend, da diese schädigende Stoffe (freie Radikale) neutralisieren können. Auch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit bestimmten Bestandteilen der Gelenkschmiere und des Knorpels können zu einer Linderung der Beschwerden führen.

Durch die Verabreichung von Bestandteilen der Gelenkschmiere (Hyaluronsäure) in das Gelenk kann das Reibungsverhalten verbessert und auch die Entzündung bekämpfet werden. Leider wird dieses Therapieverfahren von gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Sprechen Sie uns bei Fragen gerne an.

Einlagen können das Kniegelenk bei leichter O-Beinstellung entlasten.

Orthesen sind  bewegliche Gelenkschienen, die das Knie stabilisieren.

Wir helfen Ihnen gerne bei der Wahl einer geeigneten Sportart, um trotz Arthrose beweglich zu bleiben. Ist es bereits zu Bewegungseinschränkungen gekommen, helfen spezielle physiotherapeutische Übungen.

Integrierte Versorgung „Hüft- und Kniegelenk“

Das Martin-Luther-Krankenhaus ist Vertragspartner verschiedener Krankenkassen zur „Integrierten Versorgung“ für das Hüft- und Kniegelenk.  Integrierte Versorgung bedeutet eine Kooperation von Krankenkassen, Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten und Rehabilitations-Einrichtungen. Dadurch wird die Qualität der Behandlung von der Voruntersuchung über den operativen Eingriff bis hin zu Rehabilitation und Nachuntersuchung sichergestellt.

Vorteile:

  • kurze Wartezeit auf den Operationstermin (zwischen vier und sechs Wochen nach Anmeldung zum Programm)
  • Koordination der stationären und ambulanten Rehabilitation in ausgewählten Reha-Einrichtungen
  • Rehabilitationsmaßnahmen nach der Operation ohne Zeitverzug
  • Nachuntersuchungen im Krankenhaus bzw. beim behandelnden Arzt (z. B. nach acht Wochen, zwölf Monaten, fünf Jahren)

Die Krankenkassen bieten darüber hinaus für ihre Versicherten weitere Vorzüge wie finanzielle Rückerstattungen der Zuzahlungen oder eine mehrwöchige ambulante Physiotherapie. Bitte informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, welche Leistungen das Programm beinhaltet.

Wenn Sie Fragen rund um das künstliche Gelenk oder die Integrierte Versorgung haben, rufen Sie uns gerne unter 030 8955-3031 (Service-Telefon) an!

Dr. med. Karl Schmoranzer

Leitender Oberarzt
Dr. med. Karl Schmoranzer

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Sekretariat:
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Tel.: 030 8955-3025

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