28.05.2018

Riesige Spendenbereitschaft in der Bevölkerung: Katharina von Bora Hospiz in Wittenberg eröffnet

Nach knapp 7-monatiger Bauzeit konnte am 27. Mai 2018 das „Katharina von Bora Hospiz“ in der Lutherstadt Wittenberg feierlich eröffnet werden. „Durch viel bürgerschaftliches Engagement ist diese Einrichtung ein wichtiges Zeichen für eine solidarische Gesellschaft gerade auch während des letzten Abschnitts im menschlichen Leben“, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff während der Feierstunde, an der etwa 250 Gäste – unter ihnen Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör, Superintendent Christian Beuchel und Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Paul Gerhardt Diakonie gAG – teilnahmen.

Erst vor zwei Jahren war die Spendenaktion „Ein Hospiz in Wittenberg“ ins Leben gerufen worden – jetzt konnte das Zuhause auf Zeit für schwerstkranke und sterbende Menschen in Betrieb genommen werden – als „Katharina von Bora Hospiz“. „Es ist einfach großartig und fast unglaublich, wie sehr die Wittenberger Bevölkerung dieses Projekt unterstützt. Wir haben unser selbst gestecktes Spendenziel mit inzwischen etwa 280.000 Euro sogar überschritten“, freut sich Dr. Werner Weinholt, Leitender Theologe der Paul Gerhardt Diakonie gAG und Geschäftsführer des Hospizes. Dass die Spendenbereitschaft auch weiter anhält, sei sehr erfreulich und wichtig, denn auch künftig sei man auf finanzielle Unterstützung angewiesen. 

Schon im ersten Jahr der Spendenaktion hatten Firmen, Vereine und Bürger mit tollen Ideen und vielfältigen Veranstaltungen das Spendenkonto auf mehr als 150.000 Euro „anwachsen“ lassen. „Es gab zu Beginn auch innerhalb unserer Arbeitsgruppe eine gewisse Skepsis, ob wir die 250.000 Euro schaffen, doch nach dem rasanten Start waren wir alle optimistisch. Allen Spendern, Unterstützern und Helfern möchten wir an dieser Stelle nochmals ein riesiges Dankeschön aussprechen. Ein besonderes Dankeschön geht an unseren Freundeskreis“, so Dr. Weinholt.

Weitere Spenden gab es auch bei der feierlichen Eröffnung, denn hier wurden Schecks in Höhe von 2.000 Euro von der Stiftung Augustinuswerk und 768,29 Euro aus dem Benefizkonzert in der Stadtkirche übergeben. 

Nach der Feierstunde und einer Andacht im Außenbereich direkt vor dem Eingang des Hospizes konnte die Hospiz-Einrichtungsleiterin Sindy Herrmann den symbolischen Schlüssel entgegen nehmen: in Form eines „Schlüsselkuchens“. „Unsere fast unzähligen Veranstaltungen und Aktionen wurden stets mit selbstgebackenem Kuchen unserer Ehrenamtlichen begleitet – und deshalb sollte auch der Schlüssel ins Hospiz ein Kuchen sein“, erklärt Frau Herrmann. 

Mehr als 200 Gäste nutzten anschließend die Möglichkeit, in kleinen Führungen das Hospiz zu besichtigen, andere lauschten dem Open-Air-Konzert des Liedermachers Jonathan Böttcher, oder kamen am Festbuffet ins Gespräch. „Es war ein sehr würdevoller Auftakt mit einer wunderbaren Atmosphäre für unser Hospiz“, freute sich Sindy Herrmann.

Zitate zur Hospiz-Eröffnung

„Auch der Umgang mit dem Tod und der letzten Phase des Lebens entscheidet darüber, wie wir unsere Wertegemeinschaft aufrecht erhalten.“
Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt

„Mit dem Hospiz in Wittenberg wollen wir Katharina von Bora ein würdiges Denkmal setzen.“
Dr. Werner Weinholt, Leitender Theologe der Paul Gerhardt Diakonie gAG

„Mitten im Tod sind wir vom Leben umgeben.“
Christian Beuchel, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Wittenberg

„Das das Hospiz-Schild hier zur Feierstunde unter dem Hinweisschild zur Entbindung steht, zeigt sehr deutlich, wie sich der Kreis des Lebens hier in Wittenberg jetzt schließt“
Torsten Zugehör, Oberbürgermeister der Lutherstadt Wittenberg

„Als Berliner empfinde ich es als eine gewisse Genugtuung, wenn ein Bauprojekt sowohl im Budget- wie auch im geplanten Zeitrahmen bleibt. Aber hier mussten wir uns als Vorstand auch zu keiner Zeit Sorgen machen.“
Andreas Mörsberger, Vorstand Finanzen der Paul Gerhardt Diakonie gAG

1,4 Millionen Euro investiert

1,4 Millionen Euro hat die Paul Gerhardt Diakonie gAG in den Umbau einer ehemaligen Bettenstation im Haus 4 auf dem Gelände des Evangelischen Krankenhauses Paul Gerhardt Stift investiert und die einstigen Stationszimmer sind kaum wiederzuerkennen: Wände wurden entfernt, Fußböden in Holzoptik eingebracht, Bäder modernisiert und Räume in Wohlfühlfarben gestrichen. „Besonders stolz sind wir auf unsere großzügige Wohnküche, die das Zentrum unseres Hospizes bildet“, sagt Hospiz-Einrichtungsleiterin Sindy Herrmann. Hier kann gemeinsam gekocht und an einer langen Tafel zusammen gegessen werden, und wer möchte, macht es sich in einem der farbenfrohen Ohrensessel gemütlich.

Die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft wurden in den Räumen des Hospizes thematisch aufgegriffen und so steht inmitten der Wohnküche ein „Baum“ aus Birkenstämmen, während auf dem Gang zum Wohlfühlbad mit Ostseeblick Meereswellen erahnt werden können.

Das Hospiz

Das „Katharina von Bora Hospiz“ bietet in der ersten Etage des Gebäudes insgesamt 10 Gästen Platz, die von fachlich speziell ausgebildeten Pflegekräften sowie zwei Hauswirtschaftskräften umsorgt werden. „Wir können hier frisch kochen, dabei werden die Wünsche unserer Gäste besonders berücksichtigt“, erklärt Sindy Herrmann.

Auch die Angehörigen der Gäste spielen eine zentrale Rolle im Hospiz: Damit sie möglichst viel Zeit bei ihren sterbenden Familienmitgliedern oder Freunden verbringen können und trotzdem eine Rückzugsmöglichkeit haben, stehen im Erdgeschoss des Hospizes ein Angehörigenzimmer und ein Familienzimmer zur Verfügung.

Weitere Spenden willkommen

Auch in Zukunft ist das „Katharina von Bora Hospiz“ auf Spenden angewiesen, da die Krankenkassen 95 Prozent der Kosten tragen und jeweils 5 Prozent an Spenden aufgebracht werden müssen. Zudem sollen noch kleinere und größere Wünsche für die Hospizgäste und ihre Angehörigen erfüllt werden. „Wir möchten zum Beispiel im Familienzimmer gern noch eine Spielecke für Kinder jeden Alters einrichten und für unsere Hospizgäste einen Kaffeevollautomaten kaufen“, sagt Frau Herrmann.

Spendenkonto des Fördervereins:
Commerzbank
IBAN DE51 1004 0000 0642 9989 00
BIC: COBADEFFXXX
Stichwort: Katharina von Bora Hospiz

Weitere Informationen zum Katharina von Bora Hospiz finden Sie auch unter www.pgdiakonie.de/hospiz-in-wittenberg

Über die Johannesstift Diakonie gAG

Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. 8.850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten moderne Medizin und zugewandte Betreuung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen:

Weiterlesen

Kontakt

Katharina von Bora Hospiz

Paul-Gerhardt-Straße 42-45 | Haus IV

06886 Lutherstadt Wittenberg

Tel.: 03491 5030-23

Fax: 03491 5030-37

Anfahrt