Elternlexikon: Wir möchten, dass Sie uns gut verstehen

Das Elternlexikon soll weiterhelfen, wenn Eltern einen medizinischen Fachbegriff oder den Beipackzettel nicht ganz verstehen.

Ich hab' da mal eine Frage

Falls Sie den gesuchten medizinischen Begriff noch nicht im Elternlexikon finden, dann fragen Sie uns bitte! Wir beantworten Ihre Frage oder erläutern einen Begriff so schnell wie möglich, spätestens aber innerhalb von drei Werktagen. Anschließend nehmen wir Ihre Frage (anonym) in unser Elternlexikon auf, um auch anderen Eltern weiterzuhelfen:

Hierunter versteht man die Behandlung von Früh- und kranken Reifgeborenen. Unter einer Klinik für Neonatologie wird eine Klinik verstanden, die sich auf die Behandlung von Erkrankungen der „Neugeborenenperiode“ spezialisiert hat. Hierzu gehört der Umgang mit den Problemen der Unreife durch Frühgeburtlichkeit wie die Behandlung von Neugeboreneninfektionen, der Neugeborenengelbsucht, angeborener Stoffwechselerkrankungen, Mangelgeburten, Fehlbildungen usw.

Geburt vor Abschluss der üblichen Mindestschwangerschaftsdauer (= Geburt vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche)

Das Früh- oder kranke Reifgeborene wird auf den unbekleideten Oberkörper von Mutter oder Vater gelegt. Durch den engen Kontakt wird die Genesung des Neugeborenen unterstützt und die Eltern-Kind-Bindung gestärkt.

Dieses besteht aus einem Arzt und einer Kinderkrankenschwester. Das Team ist in der Behandlung von neonatologischen Notfällen geübt. Es ist im Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau bei allen Risikogeburten im Kreißsaal anwesend. Das Team steht auch anderen Kliniken für neonatologische Notfälle zur Verfügung und führt Notfalltransporte von Neugeborenen mit dem Transportinkubator (siehe Transportinkubator) in Kooperation mit der Feuerwehr durch, wenn die Neugeborenen nicht im Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau zur Welt gekommen sind, dort aber behandelt werden müssen.

Regelmäßige Zusammenkunft aller medizinischen Fachgruppen, die in die Betreuung von Schwangerschaft, Geburt und Neugeborenem eingebunden sind. Hierzu gehören unter anderem Hebammen, Kinderkrankenschwestern, Anästhesisten, Gynäkologen und Kinder- und Jugendmediziner.

Der Zeitraum von 28 Tagen nach einer „Termingeburt“ wird als Neugeborenenperiode bezeichnet. Bei Frühgeborenen ist der Begriff nicht eindeutig definiert. Häufig wird darunter der Zeitraum bis 28 Tage nach dem errechneten Geburtstermin verstanden.

Behandlung des Neugeborenen in Familienzimmern/im Krankenhauszimmer der Mutter. Bevor Rooming-in durchgeführt werden kann, muss sicher sein, dass das Neugeborene stabil genug für den Beginn einer Rooming-in-Behandlung ist, denn im Zimmer der Mutter kann das Neugeborene nicht so intensiv überwacht werden wie auf der neonatologischen Intensivstation. Früh- und kranke Reifgeborene werden daher häufig zunächst auf die neonatologische Intensivstation aufgenommen und können dann nach ihrer Stabilisierung z. B. in das Zimmer der Mutter verlegt werden, um die Behandlung dort weiterzuführen.

Frühgeborenes mit einem Geburtsgewicht < 1500 g (very low birth weight Frühgeborenes = sehr untergewichtiges Frühgeborenes)

Frühgeborenes mit einem Geburtsgewicht < 1000 g (extrem low birth weight Frühgeborenes = extrem untergewichtiges Frühgeborenes)

Spezielles Gerät zum sicheren Transport von Frühgeborenen. Der Transportinkubator besteht aus einer temperaturregulierten Kammer, in der die Körpertemperatur stabil gehalten werden kann.

Frühgeborene oder kranke Neugeborene haben einen höheren Wärmebedarf. Deshalb liegen sie gerade in den ersten Lebenstagen oft im Inkubator. Dieser ist dem Mutterleib nachgeahmt und versorgt das Baby mit der nötigen Wärme und Feuchtigkeit. Zusätzlich kann die Luft im Inkubator mit Sauerstoff angereichert werden. Der Inkubator ermöglicht auch eine gute Beobachtung. Um den Kindern Halt zu geben, werden so genannte kleine Nestchen aus Tüchern gebaut. Der Inkubator wird mit einem Handtuch abgedunkelt.

Babys, die im Wärmebett liegen, sind schon deutlich stabiler als Neugeborene im Inkubator. Die Betten auf unserer Station haben einen Deckel, um die Kinder vor Zugluft und Geräuschen zu schützen.

Der Monitor ist ein elektronisches Gerät, welches die Körperfunktionen Ihres Kindes kontinuierlich überwacht. Er sammelt Informationen und lässt uns wichtige Veränderungen bei Ihrem Kind erkennen. Dabei gibt er verschiedene Alarmtöne ab. Nicht immer handelt es sich dann um eine wirklich gefährliche Situation, sondern ein Alarm kann auch technisch begründet sein. In jedem Fall reagieren immer eine Schwester oder ein Arzt auf das Signal. Alle Patienten werden zunächst am Monitor überwacht. Die Neugeborenen bekommen drei Elektroden auf die Brust geklebt, über die Herzschlag und Atmung überwacht werden. Ein kleiner leuchtender Sensor an Hand oder Fuß misst den Sauerstoffgehalt im Blut.

Viele Früh- und einige Neugeborene entwickeln eine so genannte Neugeborenengelbsucht. Mittels einer blauen Lampe werden bestimmte Lichtfrequenzen der Sonne nachgeahmt, die die gelb färbende Substanz – das Billirubin – so verändert, dass diese über den Urin ausgeschieden werden kann. Damit die Augen des Babys nicht geschädigt werden, trägt es eine Schutzbrille.

Die Magensonde ist ein dünner Schlauch, der durch Nase oder Mund über die Speiseröhre in den Magen geführt wird und dort für mehrere Tage bleiben kann. Viele Frühgeborene und kranke Neugeborene können wegen ihrer Unreife oder Erkrankung ihre Nahrung nur zum Teil oder gar nicht selbstständig trinken. In diesen Fällen geben wir Muttermilch oder Ersatznahrung über die Sonde. Zugeführt wird jedoch nur die Menge, die Kinder aus eigener Kraft nicht zu sich nehmen können. Nach Anleitung durch die Schwester können Eltern das Sondieren auch selbst lernen.

Im Verlauf des stationären Aufenthaltes führen Ärzte die vom Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen durch. Neben der gründlichen körperlichen Untersuchung Ihres Kindes informieren wir Sie dabei u. a. über die optimale Schlafumgebung, Impfungen und andere medizinische Notwendigkeiten.