Spezialisierung Onkologie und Hämatologie

In der Klinik für Innere Medizin I des Evangelischen Waldkrankenhauses Spandau werden Patienten mit den verschiedensten gutartigen und bösartigen Tumoren des Körpers von Brusttumoren, Tumoren des Verdauungstraktes bis Tumoren des Blutsystems (Lymphome) behandelt.

Brustkrebs, Unterleibskrebs, Magen-Darm-Krebs

Besondere Schwerpunkte sind die Versorgung von Patienten mit gutartigen und bösartigen Tumoren der Brust, der weiblichen Geschlechtsorgane sowie der Tumore des Verdauungstraktes, für die jeweils ein eigenständiges zertifiziertes Tumorzentrum besteht: Brustzentrum, Gynäkologisches Krebszentrum, Darmzentrum.

Bei der Behandlung von Tumorerkrankungen wird im besonderen Maße auf eine interdisziplinäre Vernetzung mit anderen medizinischen Fachbereichen Wert gelegt. So treffen sich Ärzte der Inneren Medizin, Gynäkologie, Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Pathologie wöchentlich mit Strahlentherapeuten in der interdisziplinären Tumorkonferenz des Hauses. Niedergelassene Kollegen nehmen regelmäßig an der Konferenz teil und ergänzen diese durch ihr Expertenwissen.

Besondere Schwerpunkte im Bereich Onkologie, Hämatologie, Palliativmedizin

  • interdisziplinäre Diagnostik und Therapiekonzepte bösartiger Erkrankungen
  • Diagnostik von Blut- und Tumorerkrankungen (hämatologisch-onkologisches Speziallabor)
  • Verlaufskontrollen des Blutbildes unter der Therapie
  • Durchführung von Hormontherapien, Chemotherapien und Immuntherapien bei allen bösartigen soliden und lymphatischen Tumoren und Bluterkrankungen
  • psychosoziale Betreuung/Psychoonkologie (Seelsorger, Psychologe, Sozialarbeiter)
  • palliativmedizinische Begleitung
  • Schmerztherapie

Betreuung von Tumorpatienten

Die Betreuung von Patienten mit Tumorerkrankungen erfolgt in der Klinik für Innere Medizin I vorwiegend auf der Station 31. Auf dieser Station werden bei einem Verdacht auf eine bösartige Erkrankung durch Laboruntersuchungen, bildgebende Verfahren sowie durch die Untersuchung von Gewebe direkt am Tumor die Art der Erkrankung und deren Ausbreitungsgrad diagnostiziert. Durch die Diagnose und das Stadium der Krankheitsausbreitung wird das interdisziplinäre Therapiekonzept (Operation, Bestrahlung, Chemotherapie) festgelegt. Darüber hinaus wird bei Patienten, deren Diagnostik schon von den Hausärzten oder anderen Kliniken erfolgt ist, eine Tumortherapie durchgeführt.

Therapieverfahren bei Krebs

Alle im Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau angewandten Therapieverfahren entsprechen internationalen Richtlinien und dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Zusammen mit unseren Patienten wird in Einzelgesprächen der genaue weitere Behandlungsweg besprochen. 

Die Sicherung der Qualität von Diagnose und Therapie sind uns ein besonderes Anliegen. Zur Qualitätssicherung erfolgt eine Dokumentation in unserem klinischen Register und - bei Einverständnis des Patienten - die Weiterleitung der Daten an das Berliner Krebsregister.

Chemotherapie

Eine wichtige Behandlungsform der Tumorbehandlung ist die Chemotherapie. Manchmal ist auch eine Hormontherapie oder Immuntherapie ausreichend. Vor einer Chemotherapie erhalten unsere Patienten zusätzlich zum Aufklärungsgespräch mit dem Arzt eine schriftliche Aufklärung, in der die Art der Behandlung, die genauen Dosen der Arzneimittel und die möglichen Nebenwirkungen geschildert werden. Die Chemotherapien werden von Ärzten und Pflegekräften durchgeführt, die über langjährige Erfahrungen und spezielles Fachwissen verfügen.

Einige Nebenwirkungen der Chemotherapie

Manche Medikamente belasten den Magen, so dass gleichzeitig Mittel verabreicht werden, die Übelkeit und Erbrechen verhindern. Viele Chemotherapien belasten außerdem das Blutbild. Daher wird vor und nach jedem Therapiekurs regelmäßig das Blutbild kontrolliert. In einzelnen Fällen sind auch zwischenzeitige Blutbildkontrollen in der Klinik erforderlich.

Qualität der Medikamente für die Chemotherapie

Jeder Patient, der in der Klinik für Innere Medizin I mit einer Chemotherapie behandelt wird, kann sich darauf verlassen, dass die Herstellung und Kontrolle der Chemotherapie-Medikamente nach europaweit gültigen Qualitätsstandards erfolgt. Die Zytostatika-Abteilung in unserer Zentralapotheke ist von der DGOP (Deutsche Gesellschaft für Onkologische Pharmazie) zur Zytostatika-Zubereitung zertifiziert und lizensiert.

Die Qualitätsstandards bedeuten zudem, dass die Ärzte und Apotheker des internistisch-onkologischen Bereichs im Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau eng zusammenarbeiten, um den Patienten eine große Sicherheit und ein hohes Qualitätsniveau zu garantieren.

Zytologie

Die Klinik für Innere Medizin I verfügt über ein hämatologisch-onkologisch-zytologisches Speziallabor, in dem von einem Spezialisten mit Hilfe eines Hochleistungsmikroskops sowie eines Blutzellmessgeräts die Blutbilder und Knochenmarksausstriche analysiert werden können. Die Pflegekräfte auf der Station 31 sind ausgebildet, Blut aus der Fingerbeere für diese Untersuchungen zu gewinnen. Auch Ergüsse in Körperhöhlen können nach der Punktion untersucht werden. Damit ist die Diagnostik bösartiger Zellen, aber auch ein Direktnachweis von Krankheitserregern möglich.

Schmerztherapie und Palliativmedizin

Ein weiteres wichtiges therapeutisches Angebot ist, in Zusammenarbeit mit der Klinik für Anästhesie und interdisziplinäre Intensivmedizin, die Schmerztherapie. Die genaue Untersuchung der Ursache der Schmerzen ergibt manchmal, dass eine Bestrahlung oder eine medikamentöse Behandlung mit unterschiedlichen Schmerzmitteln erforderlich ist. Häufig dauert die medikamentöse Einstellung mit Schmerzmitteln eine gewisse Zeit, bis die richtige individuelle Dosis für den Patienten festgestellt ist. Auch die Nebenwirkungen müssen berücksichtigt werden, die eine sehr individuelle Behandlung erforderlich machen. Die Komplexität der Behandlung setzt eine enge Kommunikation zwischen Arzt und Patient sowie die gemeinsame Absprache über das therapeutische Vorgehen voraus.