Anästhesie - schonend und kindgerecht

Wieso, weshalb, warum? Kinder möchten wissen, was geschieht

Angst bei Kindern und Erwachsenen resultiert überwiegend aus Unsicherheit oder Unwissenheit. Je besser wir mit einer Situation vertraut sind, umso leichter finden wir einen Umgang mit ihr. Auch Kinder möchten wissen, was vor, während und nach der Operation passiert und was sie erwartet. Die ehrliche Aufklärung eines Kindes über die Narkose und den Operationsverlauf durch Eltern und Ärzte unterstützt den erforderlichen medizinischen Eingriff und fördert die Kooperationsbereitschaft der Kinder.

Kinder haben besondere Bedürfnisse

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Aus diesem Grund gehen wir intensiv auf die besonderen Bedürfnisse unserer kleinen Patienten ein. Unvermeidliche und für Kinder sicher auch unangenehme Abläufe werden so schonend und schmerzfrei wie möglich durchgeführt. Wir sind bestrebt, Operationen bei Kindern im Alter von mehr als einem Jahr möglichst ambulant in unserer Tagesklinik durchzuführen.

Weitere Informationen über das Ambulante Operationszentrum

Allgemeine Hinweise zu Operationen

Grundsätzlich bestehen bei Kindern und Erwachsenen vergleichbare Komplikationsrisiken. Bei Kindern sind Atmungsprobleme aufgrund des empfindlicheren Atemwegsystems allerdings häufiger. 

Am Operationstag

Zur Vermeidung ernsthafter Komplikationen ist die Infektfreiheit des Kindes eine wesentliche Voraussetzung. Bei diesbezüglichen Unsicherheiten stehen wir für Fragen über unser Sekretariat jederzeit gerne zur Verfügung. Brillen, Kontaktlinsen, herausnehmbare Zahnspangen etc. bitte nicht in den Operationssaal mitbringen. Piercings entfernen, da die Blutstillung durch Elektrokoagulation (elektrische Verschorfung von kleinen Blutgefäßen) sonst zu Verbrennungen führen kann. Bitte kontaktieren Sie unser Team wenn Sie unsicher sind.

Was bedeutet nüchtern?

Sechs Stunden vor einem geplanten Eingriff darf nichts mehr gegessen oder getrunken werden. Dies bedeutet auch Verzicht auf Süßigkeiten oder Kaugummis. Zwei Stunden vor Beginn der Anästhesie dürfen die Kinder zum letzten Mal etwas trinken. Erlaubt sind alle Getränke, die klar sind (Wasser, Tee, klarer Apfelsaft).

Sollten Sie nicht ganz sicher sein, ob Ihr Kind nicht doch noch etwas genascht oder getrunken hat, teilen Sie uns dies bitte unbedingt mit. Eventuell muss dann die Narkose aus Sicherheitsgründen verschoben werden.



Säuglinge

Säuglinge dürfen vier Stunden vor einer Narkose nicht mehr gestillt/gefüttert werden. Die letzte Gabe von Tee und anderen klaren Flüssigkeiten muss bei Säuglingen und Kleinkindern mindestens zwei Stunden zurückliegen.

Kindgerechte Vorbereitung zur Narkose

Vor jeder Teilnarkose und Vollnarkose wird mit den Eltern ein ausführliches Aufklärungsgespräch geführt. Die Kinder erhalten in der Regel ein Beruhigungsmittel, bevor sie in den Operationssaal gebracht werden. Dies wird etwa 30 Minuten vor Operationsbeginn als Sirup oder Tablette verabreicht. Nach Einsetzen der Wirkung begleiten die Eltern das schläfrige Kind bis an die OP-Tür und übergeben es in die Obhut des Anästhesie-Teams. Zusätzlich wird eine Betäubungscreme auf die Haut gegeben, die das Anlegen der erforderlichen Infusion praktisch schmerzfrei macht.


Bei ambulanten Operationen in unserem Ambulanten Operationszentrum kann ein Elternteil das Kind bis zum Einschlafen begleiten. Sollte sich das Kind nicht von den Eltern trennen wollen oder sehr ängstlich sein, bitten wir einen Elternteil, bei der Einleitung der Narkose anwesend zu sein.

Die Anästhesie (Narkose)

Die Einleitung der Narkose erfolgt durch den Anästhesisten (Narkosearzt) und bei Kleinkindern in aller Regel über das Einatmen von Narkosegasen über eine Gesichtsmaske, was nach wenigen Atemzügen zum Schlaf führt. Je nach Art des Eingriffes wird die Narkose dann in den meisten Fällen durch die Zufuhr von Narkosegasen über eine Kehlkopfmaske (Larynxmaske) oder über einen Beatmungsschlauch (Tubus) in der Luftröhre (Intubation) weitergeführt. Ein intravenöser Zugang (Venenverweilkanüle) dient der Zufuhr von notwendigen Medikamenten und Flüssigkeiten.


Das Spektrum der Anästhesie umfasst neben der Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) die in der Kinderanästhesie gängigen Techniken der Regionalanästhesie (Teilbetäubung).


Im Einzelnen werden durchgeführt:

  • Plexusanästhesien
  • Einzelnervenblockaden, wie Ilioinguinalis-Block und Peniswurzel-Block

sowie die rückenmarksnahen Leitungsanästhesien:

  • Kaudalanästhesie
  • lumbale Periduralanästhesie
  • Spinalanästhesie

Meist werden die Verfahren mit einer Vollnarkose kombiniert. Sie führen damit zu einem geringeren Schmerzmittelbedarf und zur weitgehenden Schmerzfreiheit nach der Operation.



Aufwachraum und Nachsorge


In der Klinik werden die Kinder nach dem Eingriff durch kompetentes Fachpflegepersonal im Aufwachraum betreut, bis die Narkosewirkung abgeklungen ist. Nach ambulanten Eingriffen erwachen die Kinder in Gegenwart ihrer Eltern in besonderen Aufwachräumen und werden durch unsere Anästhesisten und erfahrenes Fachpflegepersonal bis zur Entlassung überwacht und versorgt. Unsere Klinik für Kinder- und Jugendmedizin steht Ihnen und ihrem Kind nach der Operation bei stationären Operationen immer zur Verfügung. Spezielle Verhaltensanweisungen sowie Termine zur Wiedervorstellung etc. erhalten Sie von Ihrem Hausarzt.

Für Fragen rund um die Anästhesie steht Ihnen gern unser Team der Anästhesie zur Verfügung.

Weitere Informationen zur Narkose für Kinder