Spezialisierung Proktologie

Proktologie

Die Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Viszeralchirurgie ist auf die Untersuchung und Behandlung von proktologischen Erkrankungen spezialisiert. In der Proktologie werden alle Erkrankungen des Enddarms – den letzten 16 Zentimetern im Verdauungskanal – behandelt.

Dazu zählen insbesondere folgende Krankheitsbilder:

  • Haemorrhoiden
  • Analfissur
  • Analthrombose
  • Hautfalten (= Mariske)
  • Analekzem
  • Abzess- und Analfistel
  • Steißbeinfistel (= Pilonidalsinus)
  • Mastdarmkrebs
  • Gutartige Tumoren
  • Chronisch entzündliche Erkrankungen
  • Reizdarm
  • Stuhlinkontinenz
  • Feigwarzen
  • Verstopfung  (= Obstipation)
  • Mastdarmvorfall (= Prolaps)

Diagnostik von Erkrankungen am Enddarm

Vor jeder Untersuchung findet ein Gespräch mit dem Arzt statt, bei dem die Beschwerden besprochen und die detaillierte Krankengeschichte anhand eines Fragebogens erfasst werden. Für eine aussagekräftige Beurteilung muss der letzte Abschnitt des Enddarmes sauber sein. Falls der Patient am Untersuchungstag noch keinen Stuhlgang hatte und der Enddarm nicht zu untersuchen ist, erhalten Sie einen Einlauf (Klysma). Die Untersuchung ist zwar möglicherweise unangenehm, jedoch in der Regel nicht schmerzhaft.  

Neben der Betrachtung des Afters (Inspektion) und Austastung des Enddarmes mit dem Finger (Palpation) erfolgt routinemäßig eine Enddarmspiegelung mit einem starren Rohr (Rektoskopie) sowie eine Afterspiegelung (Proktoskopie). Bei der Rektoskopie können im eingesehenen Bereich Entzündungen, Tumore und Polypen beurteilt werden. Bei Bedarf können schmerzfrei Gewebeproben zur feingeweblichen Untersuchung entnommen werden. Die Proktoskopie wird am Ende der Untersuchung durchgeführt, damit die bei der Rektoskopie eingebrachte Luft wieder entweichen kann. Sie dient insbesondere zur Diagnose von inneren Hämorrhoiden. Oberhalb des Mastdarmes gelegene Dickdarmanteile können nur durch eine Darmspiegelung mit einem flexiblen Endoskop eingesehen werden. Hierzu ist eine spezielle Vorbereitung des Darmes erforderlich.

Bei speziellen Fragestellungen kann ergänzend eine Endosonografie (Ultraschalluntersuchung vom Darm aus) durchgeführt werden. Hierdurch lassen sich die Eindringtiefe und der Lymphknotenbefall von Tumoren feststellen. Auch Fisteln, Abszesse oder Defekte am Schließmuskel können gut dargestellt werden. Bei einigen Beschwerden wird eine Manometrie (Druckmessung des Schließmuskels) zur Beurteilung einer möglichen Schließmuskelschwäche eingesetzt.

Weitere Spezialuntersuchungen stellen die Kernspintomografie des kleinen Beckens, die Defäkografie (eine radiologische Untersuchung der Stuhlentleerung) und Röntgenaufnahmen nach Gabe eines Einlaufes mit Kontrastmitteln dar.

Behandlung von Erkrankungen am Enddarm

Nach der Untersuchung wird besprochen, ob eine konservative Behandlung durchgeführt wird oder ob eine Operation erforderlich ist. Diese erfolgt in der Regel unter stationären Bedingungen. Folgende Verfahren werden in unserer Klinik durchgeführt:

  • Sklerosierungsbehandlung und Gummibandligatur von Hämorrhoiden
  • Konventionelle Haemorrhoidenoperation nach MILLIGAN-MORGAN oder PARKS
  • Haemorrhoidalarterienligatur (HAL)
  • Entfernung der Haemorrhoiden mit einem Rundklammernahtgerät (Stapler-Haemorrhoideopexie nach LONGO)
  • Operation einer Steißbeinfistel/Abszess   
  • Fisteloperationen (Spaltung, plastischer Verschluss, Fistel-Plug)
  • Ausschneidung von Analfissuren sowie der Begleiterscheinungen  
  • Abtragung von Feigwarzen (mit dem Skalpell oder Laser)
  • Inkontinenzoperationen (Sphinkterplastik bei isoliertem Defekt, Levatorplastik, lokale Injektionen zur Augmentation des Schließmuskels)
  • Abtragung von Tumoren des Mastdarms nach onkologischen Kriterien
  • STARR-Operationen bei rektalen Entleerungsstörungen und Rektocele
  • Operationen bei Rektumprolaps

Fast Track Chirurgie

Dieses Operationskonzept bezieht den Patienten aktiv in den Genesungsprozess mit ein. Ziel ist die postoperative Mobilisierung möglichst noch am Operationstag, um die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus zu minimieren.

Darmzentrum

Das Darmzentrum im Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau ist ein von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziertes Zentrum und ist auf die Behandlung von gutartigen und bösartigen Erkrankungen des Darms ausgerichtet. Eine intensive Zusammenarbeit von Radiologen, Gastroenterologen (Magen-Darm-Spezialisten), Onkologen (Krebs-Spezialisten), Viszeralchirurgen (Bauchchirurgen), Pathologen und Strahlentherapeuten sowie der Pflege ermöglicht eine erfolgreiche Diagnostik und Therapie bei Darmkrebs.
 Im Rahmen einer Expertenrunde von Ärzten, der Tumorkonferenz, werden die Patientenfälle ausführlich besprochen und anschließend ein individueller Therapieplan erarbeitet.

Für Patienten in unserem Darmzentrum entfallen Verlegungen in andere medizinische Fachabteilungen. Während der gesamten interdisziplinären Behandlung steht den Patienten unseres Darmzentrums ein fester Ansprechpartner zur Seite.

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Beratungsstelle für Inkontinenz

Die Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Viszeralchirurgie ist als Beratungsstelle der Deutschen Inkontinenzgesellschaft anerkannt.

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