Dysplasiesprechstunde zur Erkennung von Krebsvorstufen

Für Frauen, bei denen die gynäkologische Krebsvorsorgeuntersuchung Auffälligkeiten am Gebärmutterhals oder der Scheide zeigt, bietet das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau eine Dysplasiesprechstunde zur Erkennung von Krebsvorstufen an. In der Dysplasiesprechstunde haben wir die Zeit und die nötige diagnostische Ausstattung für eine gründliche Untersuchung und Aufklärung unserer Patientinnen.

Unsere Dysplasiesprechstunde findet wöchentlich mittwochs statt. Bitte vereinbaren Sie telefonisch einen Termin unter 030 3702-1213 und bringen die Überweisung Ihres Frauenarztes zum Termin mit.

Unsere Zertifizierungen

Zertifizierte Gynäkologische Dysplasie-Sprechstunde

Die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe erfüllt die fachlichen Anforderungen an Gynäkologische Dysplasie-Sprechstunden.

Was ist eine Dysplasie?

Die regelmäßigen Krebsvorsorgeuntersuchungen (zytologischer Abstrich, PAP-Test) beim Frauenarzt dienen der frühzeitigen Erkennung von auffälligen Veränderungen im Bereich von Gebärmutterhals und Scheide (Vagina, Schamlippen, Vulva), die auf Vorstufen einer Krebserkrankung hindeuten können.

Krebsvorstufen (Dysplasien) sind Zellveränderungen, die nicht bösartig sind, da sie die Grenze zum umliegenden Gewebe nicht überschritten haben. Diese Zellveränderungen treten häufig in Zusammenhang mit Humanen Papillomviren (HPV) auf. Dysplasien verursachen in der Regel keine Beschwerden und werden daher von Frauen auch nicht selbst bemerkt. Je nach Schweregrad der Dysplasie kann diese bei längerem Bestehen in eine echte Krebserkrankung – etwa Gebärmutterhalskrebs –  übergehen.

Die frühzeitige Behandlung von Dysplasien ist daher äußerst wichtig, um eine  mögliche spätere Entwicklung einer Krebserkrankung verhindern zu können. In der Dysplasiesprechstunde stellen wir eine genaue Diagnose der festgestellten Auffälligkeiten und besprechen mit unseren Patientinnen, ob eine weiterführende Therapie notwendig ist.

Was passiert in der Dysplasiesprechstunde?

Zunächst werden wir Ihnen ausführlich Ihre Befunde erörtern, um dann eine Lupenuntersuchung (Kolposkopie) des Gebärmutterhalses und der Scheide durchzuführen. Dabei werden bestimmte Lösungen aufgetragen, um gutartige, harmlose von eher verdächtigen Arealen zu unterscheiden. Das ist weder schmerzhaft noch unangenehm. Falls notwendig werden wir erneute gezielte Abstriche oder Gewebeproben entnehmen. Sie können diese Untersuchung auf einem Monitor verfolgen.

Falls dies nicht bereits in Ihrer Frauenarztpraxis durchgeführt wurde, können wir eine Testung auf Humane Papillomviren (HPV) durchführen. Eine andauernde Infektion mit bestimmten HPV-Typen spielt eine entscheidende Rolle in der Entwicklung von Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses und der Scheide.

In unseren wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenzen werden alle auffälligen Befunde besprochen, um sowohl ein individuelles Therapiekonzept für jede Patientin erarbeiten zu können, als auch schwierige Fragestellungen im Team beantworten zu können.

Wann wird eine weitere Therapie erforderlich?

Bei leichtgradigen Veränderungen muss nicht immer eine Therapie erfolgen, da hier eine Spontanausheilung möglich ist. Treten allerdings höhergradige Veränderungen und/oder Beschwerden auf, ist eine operative Therapie erforderlich. Hier setzen wir moderne gewebeschonende OP-Techniken (Hochfrequenztechnik) ein.

Diese Eingriffe erfolgen ambulant in unserem modernen ambulanten OP-Zentrum in einer leichten Vollnarkose. Die Nachsorgeuntersuchung erfolgt bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.

Was sind Humane Papillomviren (HPV)?

Mehr als 100 verschiedene Typen der Humanen Papillomviren (HPV) sind heute bekannt. Eine andauernde Infektion mit bestimmten Humanen Papillomviren ist ein entscheidender Faktor für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Zur sogenannten Hochrisikogruppe zählen unter anderem die HPV-Typen 16 und 18.

Der häufigste Übertragungsweg Humaner Papillomviren ist der sexuelle Kontakt. Über Blut und Lymphflüssigkeit werden diese Viren nicht übertragen. Häufig, aber nicht unbedingt, ist auch der Partner mit HPV infiziert. Männer erkranken allerdings nur selten an einer langanhaltenden Infektion mit HP-Viren.

Die Nutzung von Kondomen kann die Infektionsrate reduzieren, allerdings nicht absolut verhindern. Eine vorbeugende Maßnahme ist die Impfung gegen HPV. Mädchen und junge Frauen sollten sich möglichst vor dem ersten sexuellen Kontakt impfen lassen.

HP-Viren sind weit verbreitet und nur wenige der infizierten Frauen entwickeln Zellveränderungen bis hin zur Krebsvorstufe. In den meisten Fällen kann die körpereigene Immunabwehr das Virus erfolgreich bekämpfen. Eine spezielle Therapie oder Medikamente gegen diese Infektion gibt es nicht, allerdings kann eine Behandlung der Zellveränderungen auch häufig das Virus beseitigen.

Susanne Harders

Oberärztin
Susanne Harders

Kontakt

Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau

Gynäkologisches Krebszentrum

Stadtrandstraße 555

13589 Berlin

Anmeldung zur Dysplasiesprechstunde:

Michaela Pejas

Tel.: 030 3702-1213

Fax: 030 3702-1207

Täglich erreichbar 8:00 bis 14:00 Uhr

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