23.08.2017

Orthopäden des Waldkrankenhauses betreuten deutsche Mannschaft bei Deaflympics 2017 in der Türkei

Medizinische Behandlung von Gehörlosen erfordert Gefühl für nonverbale Kommunikation

Bei den 23. Sommer Deaflympics im türkischen Samsun wurde das deutsche Sportler-Team von Dr. Sebastian Mittelhaus und Dr. Dirk Weingärtner, beide Orthopäden im Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau, betreut. Die Deaflympics gelten als Olympische Spiele des internationalen Gehörlosensports, die alle vier Jahre an verschiedenen Orten ausgetragen werden.

Als langjähriger leitender Mannschaftsarzt des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes e.V. (DGS) betreute Dr. Mittelhaus das Team bereits bei den letzten Spielen 2013. Bei den diesjährigen Deaflympics vom 18. bis 30. Juli war auch Dr. Weingärtner als 2. Mannschaftsarzt mit dabei. Zum deutschen Team gehörten insgesamt 101 Sportler mit verschiedenen Hörschädigungen, die in den Sportarten Fußball, Handball, Radsport, Leichtathletik, Schwimmen, Tennis, Tischtennis, Badminton, Golf, Karate, Taekwondo, Schießen, Beachvolleyball und Bowling antraten, und insgesamt zwölf Medaillen holten. 

Eine besondere Komponente der medizinischen Betreuung der Deaflympics ist die nonverbale Kommunikation, wie Dr. Mittelhaus beschreibt: „Mimik und Gestik, insbesondere ein für Hörgeschädigte leicht zu interpretierendes Mundbild, sind auch bei fehlenden Gebärdensprachkenntnissen natürlich sehr wichtig, wenn wir uns mit den Sportlern verständigen, die eventuell verletzt oder erkrankt sind. Dies gilt übrigens auch für den Alltag eines Arztes oder Pflegers im Krankenhaus oder einer Arztpraxis. Es ist wichtig, dass wir unsere eigenen Sinne für nonverbale Kommunikationsformen schärfen.“ 

Die Mannschaftsärzte übernehmen in ihrer Funktion aber nicht nur die direkte Diagnostik und Behandlung. Sie koordinieren auch die komplette medizinische Abteilung, zu der das Physiotherapeuten-Team, die medizinische Einsatzzentrale, der Medikamentenvorrat und Physiobedarf sowie die Krankentransporte in stationäre Häuser vor Ort gehören. 

Die ersten internationalen Weltspiele von gehörlosen Sportlern wurden 1924 mit 148 Sportlern in Paris ausgetragen. Bis heute wächst die Zahl teilnehmender Länder und Athleten. In Samsun waren circa 3.000 Sportler aus 94 Ländern mit dabei. Die Spiele sind heute vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) anerkannt. „Die Deaflympics leisten generell einen bedeutsamen Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Inklusionsdebatte. Der Spitzensport der Menschen mit Behinderung hat in den vergangenen Jahren einen enormen Bedeutungszuwachs bekommen“, so Dr. Mittelhaus.

Über das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau

Das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau, ein Unternehmen der Paul Gerhardt Diakonie, ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin. In den acht Fachabteilungen und zwölf medizinischen Zentren des 1947 gegründeten Krankenhauses sowie 493 Betten werden jährlich rund 22.000 Patienten stationär und weitere 53.000 Patienten ambulant versorgt.

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Über die Paul Gerhardt Diakonie

Zur Paul Gerhardt Diakonie gehören acht Krankenhäuser, sieben Senioren- und Pflegeeinrichtungen sowie Einrichtungen für betreutes Wohnen, ein Hospiz und mehrere ambulante Rehabilitationszentren sowie medizinische Versorgungszentren in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Darüber hinaus werden Einrichtungen anderer Träger im Management geführt.

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