Experten im Rapid Recovery Programm, von links: Chefarzt Prof. Dr. med. habil. Ulrich Nöth, Oberarzt Dr. med. Lars Rackwitz und Oberarzt Arne Ebeling

24.04.2018

Mehr als 140 Gelenkersatz-Experten beim 7. Deutschsprachigen Rapid Recovery-Symposium im Waldkrankenhaus

Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Prof. Dr. med. habil. Ulrich Nöth, MHBA, übernahm wissenschaftliche Leitung

Patienten, die sich im Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau ein neues Hüft- oder Kniegelenk einsetzen lassen, durchlaufen seit Oktober 2017 das sogenannte Rapid Recovery Programm. Schon vier Stunden nach der Operation können die Patienten wieder schmerzarm mobilisiert werden und mit Gehstützen laufen. Die Betroffenen gehen nach der Operation in die Anschlussheilbehandlung, sobald sie alle Entlass-Kriterien erfüllen; in der Regel am fünften Tag, spätestens jedoch sieben Tage nach dem Eingriff.

Um über Themen rund um FastTrack-Programme in der Hüft- und Knieendoprothetik zu sprechen, kamen vergangene Woche über 140 Experten aus verschiedenen Ländern aus dem Bereich Gelenkersatz (Endoprothetik) zum 7. Rapid Recovery-Symposium im Waldkrankenhaus zusammen. Eingeladen hatte das Signature Solutions-Team, das die Einführung des neuen Behandlungspfades im Waldkrankenhaus begleitet hatte. Der Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im Waldkrankenhaus, Prof. Dr. med. habil. Ulrich Nöth, MHBA, übernahm die wissenschaftliche Leitung des Symposiums: „FastTrack-Programme in der Hüft- und Knieendoprothetik sind im deutschsprachigen Raum weiter auf dem Vormarsch. Im Rapid Recovery Programm von Zimmer Biomet wird seit vielen Jahren an der Optimierung der Behandlungsstrategien in der Primärendoprothetik gearbeitet. Es kombiniert FastTrack-Chirurgie mit klaren Behandlungspfaden, um den Patienten eine schnelle Genesung bei hoher Zufriedenheit zu ermöglichen. Die multidisziplinäre Zusammenarbeit ist eine ganz entscheidende Voraussetzung. Es hat mich deshalb sehr gefreut, Mitarbeiter verschiedener Berufe, aus der Pflege, dem Sozialdienst und dem Management, Physiotherapeuten, Anästhesisten und Chirurgen, beim Symposium begrüßen zu dürfen.“

Workshops und Vorträge zu verschiedenen Aspekten von FastTrack-Programmen

Das Symposium ging über zwei Tage. Am 19. April konnten die Teilnehmer bei einem Live-Erlebnisrundgang den Weg eines Teilnehmers des Rapid Recovery Programms im Waldkrankenhaus vom ersten Kontakt, über das vorbereitende Patientenseminar und die Operation sowie die erste Mobilisation und nachfolgende Rehabilitation nachempfinden. Am Nachmittag diskutierten sie in Workshops verschiedene Aspekte rund um das Rapid Recovery Programm. Wie lassen sich Patienten gut informieren und motivieren, um an der Heilung im Anschluss bestmöglich mitzuwirken? Welche Narkoseverfahren sind besonders geeignet, um nach dem Eingriff schnellstmöglich wieder einen stabilen Kreislauf zu haben? Wie wird der Tag vor der Operation vorbereitet? Und was lässt sich krankenhausseitig machen, um nach abgeschlossener Therapie bestmöglich in die Anschlussheilbehandlung entlassen werden zu können?

Am 20. April lauschten die Teilnehmer vielen Fachvorträgen: So ging es um die Evidenz von Rapid Recovery, eine Studie zur endoprothetischen Versorgung, Fragility Hip Fracture für hochbetagte Patienten und den Umgang mit besonders schmerzvollen Patienten. Referiert wurde auch in den Fragen, welchen Mehrwert verfügbare Technologien wie Apps in dem Zusammenhang bieten und wie viel Rehabilitation ein Patient wirklich braucht.

Verbesserte Versorgung der Patienten durch Rapid Recovery Programm

Prof. Dr. med. habil. Ulrich Nöth, MHBA, betonte in seinem Vortrag „Kennzeichen B – Endoprothetik in Berlin“ die Bedeutung des Waldkrankenhaus für den Gelenkersatz in der Hauptstadt: „Mit gut 850 primären Hüftimplantationen, 140 Hüft-Wechseloperationen, 100 endoprothetisch versorgten Schenkelhalsfrakturen, 490 primären Knieprothesen und 110 Knie-Wechseloperationen ist das Waldkrankenhaus das größte zertifizierte Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung (EPZMax) Berlins. Im Jahr 2016 beschlossen wir, das Rapid Recovery Programm zu etablieren. Das Programm hat bei uns nicht nur die Versorgung der Patienten verbessert, sondern auch die organisatorischen Abläufe strukturiert. Besonders hervorzuheben sind hierbei die Rapid Recovery-Station mit 28 Betten, das Online-Patientenseminar und die EndoApp EWK. Die verbesserten optimierten Abläufe zeigen sich heute nicht nur mit einer Reduktion der Liegezeit um mehr als drei Tage, sondern insbesondere auch in einer engeren Zusammenarbeit der Pflege, der Physiotherapie und der Ärzte.“ In zwei Doktorarbeiten wird derzeit der Erfolg des Rapid Recovery Programms mit dem eines traditionellen Behandlungspfades verglichen, verriet Prof. Nöth weiter.

FastTrack-Programme sind immer noch mit Vorurteilen behaftet. Prof. Nöth erklärt dazu: „Für uns ist der Patient als aktiver Partner seines Behandlungsprozesses der Mittelpunkt. Seine Gesundheit und sein Wohlbefinden stehen im Vordergrund. Mit dem Rapid Recovery Programm möchten wir das Bestmögliche für den Patienten erreichen. Er empfindet die Operation als weniger drastisch, weil er schneller in seinen Alltag zurückkehren kann. Das ist für Menschen im mittleren Alter wichtig, aber auch für alte Patienten, die so gar nicht erst immobil werden.“

Über das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau

Das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau, ein Unternehmen der Paul Gerhardt Diakonie, ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin. In den acht Fachabteilungen und zwölf medizinischen Zentren des 1947 gegründeten Krankenhauses sowie 493 Betten werden jährlich rund 22.000 Patienten stationär und weitere 53.000 Patienten ambulant versorgt.

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Über die Paul Gerhardt Diakonie gAG

Die Paul Gerhardt Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. Seit dem Zusammenschluss mit dem Evangelischen Johannesstift ist die Paul Gerhardt Diakonie in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in folgenden Sparten vertreten:

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