Soren Aronez Gomez, Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, hier beim 1. Wittenberger Runden Tisch. Foto: Janet Pötzsch

16.04.2018

Ohne Kontrastmittel: Neues nierenschonendes Verfahren beim Einsetzen von Stents in der Aorta

Ein neuartiges Verfahren, das beim Einsatz von Aortenstents ohne Kontrastmittel auskommt und deshalb besonders nierenschonend ist, wird seit einiger Zeit in der Gefäßchirurgie am Evangelischen Krankenhaus Paul Gerhardt Stift erfolgreich eingesetzt. Besonders Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, mit Schilddrüsenüberfunktion oder mit einer Kontrastmittelallergie profitieren davon. Kürzlich tauschten sich die Gefäßchirurgen des Paul Gerhardt Stifts beim 1. Wittenberger Runden Tisch mit niedergelassenen Kollegen über das neuartige Verfahren aus, im Mai und im September soll die Wittenberger Bevölkerung beim Aorten-Screening-Tag sowie beim Gefäßtag umfassend über Gefäßerkrankungen informiert werden. Ebenfalls im Mai wird das Verfahren beim gefäßchirurgischen Stammtisch Sachsen-Anhalt thematisiert.

Als größte Arterie des Körpers führt die Aorta (Hauptschlagader) das Blut vom Herzen
in den Blutkreislauf und ist damit die Lebensader des Körpers. Durch verschiedene Ursachen, zum Beispiel Bluthochdruck oder Gefäßverkalkung, kann die Aorta ihre Elastizität verlieren und es entstehen Ausbuchtungen/ Aussackungen, sogenannte Aneurysmen. „Ein solcher permanenter Blutsack kann dann weiter wachsen und schlimmstenfalls zum lebensbedrohlichen Reißen der Adernwand führen“, erklärt Soren Aronez Gomez, Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie.

Mit dem Einsetzen eines Stents – einer mit einer undurchlässigen Kunststoffmembran überzogenen Gefäßstütze - können Aneurysmen für den Patienten schonend und effektiv behandelt werden. Mit diesem Stent wird die betroffene Stelle „abgedichtet“ und die Aussackung entlastet. „Der Stent wird per Katheter über die Leiste eingesetzt, dabei sind die Gefäßchirurgen auf die Angiografie zur bildlichen Darstellung der Blutgefäße angewiesen. „Genau hier arbeiten wir mit der neuartigen Methode: Statt Kontrastmittel erhält der Patient CO2, die Bildqualität ist vollkommen ausreichend, aber für den Patienten ist der Eingriff so wesentlich schonender“, erklärt der Facharzt für Chirurgie, Gefäßchirurgie, Viszeralchirurgie und endovaskulärer Chirurg. CO2 weist keine toxischen Eigenschaften auf, verdrängt nur kurzzeitig die Blutsäule im entsprechenden Gefäß und wird in kürzester Zeit vom Körper wieder ausgeschieden. „Mit der CO2-Angiographie, die bisher an der Aorta nur in wenigen Zentren in Deutschland angewendet wird, steht uns eine Methode zur Verfügung, die uns auch bei Patienten mit Nierenschäden eine sichere Gefäßdiagnostik und Therapie ermöglicht,“ freut sich Soren Arones Gomez.

Komplizierte Aussackungen

Die Gefäßchirurgen am Wittenberger Krankenhaus sind auch Spezialisten, wenn komplizierte Aortenaneurysmen vorliegen: „Hier können wir fenestrierte und gebranchte Prothesen – also solche mit kleinen „Fenstern“ und Verzweigungen - einsetzen“, erklärt Soren Arones Gomez. Er setzt dabei ebenso wie Chefarzt Prof. Dr. med. Martin Stockmann seine in Berliner Krankenhäusern gesammelten Erfahrungen in der Lutherstadt fort.

Veranstaltungen für Patienten und Bürger geplant

„Wir als Klinik möchten die Gefahren von Gefäßerkrankungen in unserer Region minimieren. Deshalb beteiligen wir uns erstmals in diesem Jahr am bundesweiten Aorten-Screening-Tag am Samstag, dem 5. Mai 2018“, sagt Chefarzt Prof. Dr. Stockmann. An diesem Tag informieren die Gefäßchirurgen am Paul Gerhardt Stift speziell über das Aortenaneurysma und stellen dabei die Vorsorgeuntersuchung mittels Ultraschall in den Fokus. „Mit dieser schmerzlosen und strahlenfreien Untersuchung kann ein Aneurysma frühzeitig erkannt werden. Noch immer werden viele Aneurysmen nämlich zufällig entdeckt, weil die Aussacken zunächst keine Beschwerden machen“, so Prof. Dr. Stockmann. Der Screening-Tag findet am Samstag, dem 5. Mai 2018 von 10:00 bis 13:00 Uhr statt.

Gefäßchirurgischer Stammtisch in der Lutherstadt

Der gefäßchirurgische Stammtisch Sachsen-Anhalt ist seit mehr als zwei Jahrzehnten eine feste Einrichtung in der Region. Das nächste Treffen der Fachspezialisten findet am 04. Mai 2018 in der Lutherstadt Wittenberg statt. „Wir freuen uns sehr, Ausrichter dieser schon traditionellen Einrichtung in der Lutherstadt Wittenberg sein zu dürfen und hoffen auf rege Teilnahme und einen interessanten Gedankenaustausch in entspannter Atmosphäre“, sagt Prof. Dr. Martin Stockmann, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Paul Gerhardt Stift. Mit Fachspezialisten aus verschiedenen Kliniken aus ganz Sachsen-Anhalt soll dabei über die CO2-Angiografie gesprochen werden und diese innovative Methode zur besseren Behandlung von Patienten vorgestellt werden.

Gefäßtag am 29. September

Auch am bundesweiten Gefäßtag am Samstag, dem 29. September 2018, nimmt das Wittenberger Krankenhaus teil. Hier soll hauptsächlich darüber informiert werden, wie Arterienverkalkung, Durchblutungsstörungen, Krampfadern, der peripheren Verschlusskrankheit (pAVK) und Schlaganfall vorgebeugt werden kann.

Über das Evangelische Krankenhaus Paul Gerhardt Stift

Das Evangelische Krankenhaus Paul Gerhardt Stift in Lutherstadt Wittenberg ist eine Einrichtung der Paul Gerhardt Diakonie Krankenhaus und Pflege GmbH in Trägerschaft der Johannesstift Diakonie sowie der Paul-Gerhardt-Stiftung. Als Krankenhaus der Schwerpunktversorgung und Akademisches Lehrkrankenhaus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bieten wir neben einer hochwertigen Allgemein- und Notfallversorgung auch spezialisierte Fachbereiche und Zentren.

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Über die Johannesstift Diakonie gAG

Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. 8.850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten moderne Medizin und zugewandte Betreuung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen:

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