28.04.2020

Evangelisches Krankenhaus Paul Gerhardt Stift baut Covid-Kompetenz-Zentrum auf

Schrittweise Leistungserweiterung bei noch größerer Sicherheit

Im Umgang mit dem Corona-Virus eröffnet das Evangelische Krankenhaus Paul Gerhardt Stift am Mittwoch, dem 29.04.2020 ein Covid-Kompetenz-Zentrum und sorgt mit weiteren Maßnahmen für eine verstärkte Sicherheit für Patienten und Mitarbeitende. Die räumliche Trennung der Klinik in einen Covid- und einen Non-Covid-Bereich bleibt bestehen, das bisherige Sondernotaufnahme-Zelt wird örtlich im Bereich der Rettungsstelle angesiedelt, alle stationären Patienten erhalten künftig einen Abstrich. Mund-Nasen-Schutz tragen wie bisher nicht nur alle Mitarbeiter, sondern ab sofort auch alle Patienten. Alle Maßnahmen sind mit dem Fachdienst Gesundheit des Landkreises abgestimmt und erforderlich, denn das Virus ist längst nicht verschwunden: Erst am vergangenen Wochenende wurde ein Patient positiv auf Covid-19 getestet.

„Wir wollen und müssen unser Krankenhaus langsam wieder in Richtung Normalbetrieb öffnen. Das Runterfahren der Klinik mit Schließung von zwei großen Stationen, der Einrichtung eines Covid-Hauses und eines Nicht-Covid-Hauses sowie der Aufnahme aller Patienten über ein am hinteren Gebäudeteil aufgebautes Sondernotaufnahmezelt bringt uns dauerhaft an die Kapazitätsgrenzen. Dies können wir nicht länger durchhalten, denn das Covid-freie Haupthaus ist voll belegt und die Aufnahme über das Sondernotaufnahmezelt bindet viel Personal, was auf Dauer schwer durchzuführen ist“, erklärt Matthias Lauterbach, Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Paul Gerhardt Stift.

Im intensiven Austausch mit dem Fachdienst Gesundheit des Landkreises hat das Krankenhaus-Direktorium deshalb ein ausführliches Sicherheitskonzept erstellt, um einerseits benötigte Kapazitäten zu erweitern, andererseits aber die bestehende Sicherheit beizubehalten beziehungsweise noch weiter zu erhöhen. „Das Virus wird uns langfristig beschäftigen und so bedarf es einer nachhaltigen Organisation und Steuerung in der Corona-Zeit“, so Matthias Lauterbach.

Notfallpatienten

Ab Mittwoch, den 29.04.2020 um 6:00 Uhr werden deshalb alle Notfallpatienten über das neue Notaufnahme-Zelt in unmittelbarer Nähe der Rettungsstelle (Zufahrt über Katharinenstraße) aufgenommen. Es erfolgt – nach Händedesinfektion und Anlegen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Patienten - zunächst eine Ersteinschätzung im Eingangsbereich der Rettungsstelle, bei der mit Hilfe eines umfassenden Fragebogens eine engmaschige Symptomkontrolle vorgenommen wird. Liegt ein begründeter klinischer Verdacht auf Covid-19 vor, durchläuft der Patient das Corona-Kompetenz-Zentrum im Krankenhaus. Diese befindet sich in unmittelbarer Nähe der Ambulanz, wird jetzt aber räumlich abgetrennt. Bis der Verdacht ausgeräumt und ein negatives Ergebnis vorliegt, erfolgt die Behandlung stationärer Patienten/innen im Covid-Haus 2.

Ambulanz-Patienten

Der Ambulanz-Betrieb erfolgt ab 11. Mai 2020 mit verkürzten Zeitslots. Patienten melden sich zu ihrem Termin zunächst per Klingel am Haupteingang und folgen dann der neuen Ausschilderung im Haus. Die Termine werden in großzügigen Zeitslots vergeben, so dass es zu keinen größeren Menschenansammlungen in den Wartebereichen kommt; die Wartebereiche sind zusätzlich mit dem einzuhaltenden Mindestabstand gekennzeichnet. Auch im Ambulanz-Bereich erfolgt eine Ersteinschätzung mit Hilfe eines umfassenden Fragebogens.

Stationäre Patienten

Beibehalten wird die räumliche Isolierung von begründeten Verdachtsfällen auch außerhalb der Notaufnahme: „Wir halten weiterhin die Station 22A in Haus 2 mit maximal 23 Betten für alle Verdachtsfälle und COVID-19 Erkrankte im Haus 2 vor und können – sollte es zu einer zweiten und noch stärkeren Welle an Covid-19-Erkrankten kommen – bei Bedarf auch um eine weitere Station ergänzen“, erklärt Prof. Dr. med. Peter Jehle, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses. Auch die Kapazität der Intensivbetten und –plätze bleibt erhöht, um rasch auf mehr Beatmungen reagieren zu können.
Im Haus I des Krankenhauses werden Patienten ohne klinisch begründeten Verdacht behandelt, hier wird ab 4. Mai 2020 eine Station mit 30 Betten wiedereröffnet. „Dies ermöglicht uns, die Patienten wieder entsprechend der behandelnden Kliniken auf die Stationen zu verlegen. Unsere Mitarbeitenden haben in den vergangenen Wochen Patienten aus vielen verschiedenen Fachrichtungen auf den Stationen betreut, dafür ein riesiges Dankeschön, denn diese nicht immer einfache Situation ist mit Bravour bewältigt worden“, lobt der Ärztliche Direktor. „Mit der Wiedereröffnung der Station 13b können wir wesentlich mehr Normalität in den Alltag zurückholen.“

Virus sollte nicht unterschätzt werden

Von Normalität im Umgang mit Covid-19 ist Deutschland nach Auffassung von Prof. Dr. Jehle aber noch weit entfernt: „Wir gehen davon aus, dass unser neues Covid-19-Konzept für die nächsten Monate Normalität wird. Auch wenn es viele inzwischen nervt und man Corona nicht mehr hören kann: Das Virus ist nach wie vor da und sollte nicht unterschätzt werden! Wir als Mediziner appellieren an alle: Seien Sie weiterhin vorsichtig, halten Sie unbedingt die Schutzmaßnahmen wie Sicherheitsabstand, regelmäßiges Händewaschen und möglichst geringe soziale Kontakte ein.“

„Ich bin dankbar für den unermüdlichen sowie umsichtigen Dienst am Menschen, den das Paul Gerhardt Stift in den letzten Wochen geleistet hat! Mit den aktuellen Anpassungen beweist das Stift in bekannter Form Weitblick, Kompetenz und Planungsgeschick in einer Extremsituation. Es schafft für seinen Krankenhausbetrieb und den darin arbeitenden Menschen den schwierigen Spagat zwischen Routine und Ausnahme“, lobt Oberbürgermeister Torsten Zugehör das neue Konzept des Paul Gerhardt Stiftes.

Über das Evangelische Krankenhaus Paul Gerhardt Stift

Das Evangelische Krankenhaus Paul Gerhardt Stift in Lutherstadt Wittenberg ist eine Einrichtung der Paul Gerhardt Diakonie Krankenhaus und Pflege GmbH in Trägerschaft der Johannesstift Diakonie sowie der Paul-Gerhardt-Stiftung. Als Krankenhaus der Basisversorgung und Akademisches Lehrkrankenhaus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bieten wir neben einer hochwertigen Allgemein- und Notfallversorgung auch spezialisierte Fachbereiche und Zentren.

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Über die Johannesstift Diakonie gAG

Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. 8.850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten moderne Medizin und zugewandte Betreuung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen:

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