Vor dem Eingang zur Rettungsstelle. Foto: Janet Pötzsch

24.07.2020

Corona, Telemedizin und Hausarztsituation

Politischer Besuch im Paul Gerhardt Stift

Was macht Corona vor Ort und wie wirken sich politische Entscheidungen, die „am grünen Tisch“ getroffen werden, in der Realität aus? Wie kann die hausärztliche Versorgung insbesondere im ländlichen Raum verbessert werden? Und welche Chancen bietet die Telemedizin? Diese und zahlreiche weitere Fragen waren Thema der Sommertour von Landtagsfraktion und Wahlkreisbüro „Die Linke“ auf ihrer traditionellen Sommertour, die auch im Evangelischen Krankenhaus Paul Gerhardt Stift und im Katharina von Bora Hospiz in Wittenberg Halt machte.

„Wir treffen viele Entscheidungen ja am sogenannten grünen Tisch, auch in der Corona-Zeit. Deshalb ist es uns wichtig, vor Ort, insbesondere in den Gesundheits- und Sozialeinrichtungen selbst zu sehen, welche Auswirkungen politische Maßgaben haben“, erklärt Thomas Lippmann, Vorsitzender der Fraktion Die Linke im Landtag von Sachsen-Anhalt. Und so erfuhren Lippmann, aber auch die Landtagsmitglieder Dagmar Zoschke, Christina Buchheim sowie der Fraktionsvorsitzende Die Linke im Wittenberger Stadtrat, Horst Dübner und Wahlkreismitarbeiter Uwe Loos von Krankenhaus-Geschäftsführer Matthias Lauterbach, wie die Wittenberger Klinik die Corona-Pandemie bisher gemeistert hat. Sehr früh hatte der Krisenstab des Krankenhauses die räumliche Trennung in einen Covid- und einen Nicht-Covid-Bereich vorgenommen, ein Notaufnahmezelt vor der Klinik aufgebaut und zahlreiche weitere Schutzmaßnahmen ergriffen. „Insgesamt haben wir 16 Covid-Patienten behandelt, das ist mit Blick auf die Gesamtzahlen in Sachsen-Anhalt schon sehr viel“, fasst der Geschäftsführer zusammen.

Dass die Mitarbeitenden im Paul Gerhardt Stift das Corona-Management der Klinik von Beginn an und bis heute intensiv unterstützen, lobt Matthias Lauterbach ausdrücklich. „Wir tragen beispielsweise nach wie vor in allen Bereichen Mund-Nasen-Schutz“, nennt er eine der aktuellen Sicherheitsmaßnahmen. Zudem hat die Krankenhaus-Leitung in Abstimmung mit der Mitarbeitervertretung eine Dienstvereinbarung auf den Weg gebracht, nach der sich Mitarbeitende vor oder nach ihrem Urlaub auf das Corona-Virus testen lassen können – freiwillig und ohne Kosten, die übernimmt das Krankenhaus. „Wir haben die erste Welle – auch dank der großartigen Zusammenarbeit mit Stadt und Landkreis und der Unterstützung der Johannesstift Diakonie – gut überstanden. Aber wir erwarten aufgrund der internationalen Zahlen eine zweite Welle – und auf diese müssen wir uns vorbereiten“, appellierte der Geschäftsführer an die Politiker. Hier brauche es Unterstützung seitens der Bundes- und Landespolitik und auch finanzieller Unterstützung für die Krankenhäuser: „Die Trennung der Patienten in infektiös und nicht-infektiös bereits bei der Aufnahme beziehungsweise Notaufnahme ist in vielen Kliniken bisher so nicht gegeben. Auch wir sind derzeit in intensiven Gesprächen mit Fachplanern, um die Wegeführung zur Rettungsstelle zu optimieren“, erklärt Lauterbach.

Für die notwendige Unterstützung der Kliniken hinsichtlich einer möglichen zweiten Welle will sich Die Linke ebenso engagieren wie für eine Verbesserung der hausärztlichen Versorgung besonders in ländlichen Regionen sowie beim Ausbau der Telemedizin. Dass das Wittenberger Krankenhaus dabei mit guten Ideen und Projekten vorangeht, lobte Dagmar Zoschke. So versorgt das Paul Gerhardt Stift per Zuweisung der Kassenärztlichen Vereinigung schon jetzt Patienten im Landkreis Wittenberg, die keinen Hausarzt haben. „Dieses Modell ist ausbaufähig und kann ein Modell für die Zukunft sein. Die uns erteilte Institutsermächtigung macht es möglich, dass wir hier künftig neben den Chefärzten Prof. Dr. Kleber und Prof. Dr. Jehle noch weitere Kolleginnen und Kollegen einbinden können,“ so der Geschäftsführer.

Auch beim Thema Telemedizin blickt die Krankenhaus-Leitung schon jetzt optimistisch in die Zukunft: „Mit dem Unfallkrankenhaus Berlin sind wir derzeit dabei, eine Kooperation im Bereich Teleradiologie zu etablieren. Damit wollen wir dem in dieser Fachdisziplin herrschenden Facharzt-Mangel begegnen.“

Die Gäste zeigten sich beeindruckt angesichts der vielen weiteren Projekt-Ideen, die das Paul Gerhardt Stift auf den Weg bringen möchte und es soll weitere informative Gespräche dazu geben. Mit einem sehr emotionalen Eindruck endete die Sommertour schließlich im Wittenberger Hospiz: Einrichtungsleiterin Sindy Herrmann vermittelte den Besuchern auf dem Rundgang durch das Hospiz, wieviele neue Ideen es aufgrund der Einschränkungen in der Corona-Zeit gab und gibt – beispielsweise die Einrichtung eines Trauerhilfe-Telefons.

Weitere Bilder:

Fraktionsvorsitzender Thomas Lippmann im Gespräch mit Krankenhaus-Geschäftsführer Matthias Lauterbach vor dem Eingang der Rettungsstelle. Foto: Janet Pötzsch
Vor dem Eingang zur Rettungsstelle, von links nach rechts: Dagmar Zoschke (MdL), Dr. med. Frank Volkert (stellv. Ärztlicher Direktor; Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie), Anke Pötzsch (Vorsitzende der Mitarbeitervertretung im Paul Gerhardt Stift), Thomas Lippmann (MdL), Krankenhaus-Geschäftsführer Matthias Lauterbach, Christina Buchheim (MdL), Pflegedirektorin Birgit Baier und Horst Dübner. Foto: Janet Pötzsch
Die Sommertour führte die Abgeordneten auch ins Katharina von Bora-Hospiz, das sich auf dem Gelände des Evangelischen Krankenhauses Paul Gerhardt Stift befindet. Von links nach rechts: Fraktionsvorsitzender Thomas Lippmann, Dr. med. Frank Volkert (stellv. Ärztlicher Direktor; Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie), Krankenhaus-Geschäftsführer Matthias Lauterbach, Pflegedirektorin Birgit Baier sowie Sindy Herrmann, Einrichtungsleiterin des Katharina von Bora Hospizes. Foto: Janet Pötzsch

Über das Evangelische Krankenhaus Paul Gerhardt Stift

Das Evangelische Krankenhaus Paul Gerhardt Stift in Lutherstadt Wittenberg ist eine Einrichtung der Paul Gerhardt Diakonie Krankenhaus und Pflege GmbH in Trägerschaft der Johannesstift Diakonie sowie der Paul-Gerhardt-Stiftung. Als Krankenhaus der Basisversorgung und Akademisches Lehrkrankenhaus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bieten wir neben einer hochwertigen Allgemein- und Notfallversorgung auch spezialisierte Fachbereiche und Zentren.

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Über die Johannesstift Diakonie gAG

Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. 8.850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten moderne Medizin und zugewandte Betreuung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen:

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