Schlafbezogene Atemstörungen und Schlaflabor: Informationen für Einweiser

Im Schlaflabor der Evangelischen Lungenklinik Berlin diagnostizieren und behandeln wir Patienten mit schlafbezogenen Atemstörungen nach den gültigen Richtlinien und Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin (DGSM) bereits seit 1994. Neben der ambulanten Diagnostik und Therapie betroffener Patienten besteht auch die Möglichkeit der stationären Polygrafie und Polysomnografie.

Was sind schlafbezogene Atemstörungen (SBAS) und was sind die Folgen?

SBAS werden definiert als Störungen der Atmung, die im Schlaf auftreten. Durch das Aussetzen der Atmung entsteht ein Sauerstoffabfall, der Blutdruck steigt und der Patient wacht unbemerkt auf. Die Erholungsfunktion des Schlafes wird dadurch erheblich beeinträchtigt und es kommt zu Tagesmüdigkeit (Hypersomnie), die zu unkontrolliertem Einschlafen der Betroffenen führen kann ("Sekundenschlaf"). Weitere Risiken ergeben sich aus den wiederholten Sauerstoffentsättigungen (Hypoxämien) und den ansteigenden CO2 –Werten (Hyperkapnien) sowie der Aktivierung des sympathischen Nervensystems.

Langfristig entstehen Folgeschäden am Herz-Kreislaufsystem (z. B. Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Herzinfarkt sowie Schlaganfälle). Auch Selbst-/Fremdgefährdung durch Betroffene (z. B. durch Unfälle) spielen bei der Erkrankung eine Rolle, insbesondere für Personen mit Berufen wie z. B. Kraftfahrer, Lokführer, Pilot etc.

Einteilung SBAS

Die SBAS werden nach der International Classification of Sleep Disorders (ICSD 2 gültig seit 09/2005) wie folgt eingeteilt:

  • zentrales Schlafapnoesyndrom (ZSAS)
  • obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS)
  • schlafbezogene Hypoventilations- und
  • Hypoxämiesyndrome (SBHHS)

Diagnostik

Aufgrund der Komplexität des Krankheitsbildes und der daraus resultierenden medizinischen Folgen für die Betroffenen ist eine gezielte Diagnostik und Therapie von entscheidender Bedeutung. Bei Verdacht auf eine SBAS erfolgt eine weiterführende Diagnostik mittels Screeningverfahren (Polygrafie). Ergibt dieses objektive Hinweise auf eine SBAS, führen wir eine differenzierte Diagnostik im Schlaflabor mit Hilfe der Polysomnografie (Erfassung der kardiorespiratorischen Parameter und Erfassung von EEG, EOG und EMG) durch.

Therapie

Bei Nachweis einer SBAS ist die Therapie der Wahl die nCPAP-Therapie (n = nasal; CPAP = continuous positive airway pressure). Dabei werden mit Hilfe eines positiven Druckes die oberen Atemwege pneumatisch geschient und offen gehalten. Die Applikation erfolgt meist über Nasenmasken (selten auch über Mund-Nasen-Masken). 

Behandlungsalternativen sind Hals-Nasen-Ohrenärztliche Eingriffe, die meist aber nur kurzfristig helfen. Zahnärztlich angefertigte Zahnschienen (so genannte "Protrusionsschienen") sind nur in ausgewählten (leichten) Fällen indiziert.

Anmeldung zur ambulanten schlafmedizinischen Untersuchung

Die Patienten benötigen eine Überweisung für die Untersuchung. Grundsätzlich kann jede schlafmedizinische Untersuchung (sowohl die diagnostische als auch die therapeutische) ambulant durchgeführt werden, sofern die Patienten kardiopulmonal stabil sind und keiner zusätzlichen pflegerischen Betreuung bedürfen. 

In unserer schlafmedizinischen Sprechstunde kann mittels Polygrafie festgestellt werden, ob eine weiterführende Diagnostik im Schlaflabor notwendig ist. Liegt eine Polygrafie bereits vor, kann der Patient auch direkt im Schlaflabor zur Polysomnografie angemeldet werden.

Ablauf der Untersuchung

Am Untersuchungstag erfolgt um 13:00 Uhr eine Voruntersuchung mit Lungenfunktion und ab 20:00 Uhr die Nachtuntersuchung. Am nächsten  Morgen können die Patienten gegen 11:00 Uhr das Schlaflabor verlassen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden mit dem Patienten die Ergebnisse der nächtlichen Untersuchung besprochen und das weitere Procedere festgelegt (z. B. Terminvergabe für weitere Untersuchungen oder Beatmungseinleitung etc.).

Anmeldung zur stationären schlafmedizinischen Untersuchung

In Einzelfällen ist es sinnvoll, die schlafmedizinische Diagnostik und Therapieeinleitung unter stationären Bedingungen durchzuführen. Hierfür benötigen die Patienten eine Einweisung, auf der für die zuständige Krankenkasse ersichtlich die entsprechenden zusätzlichen Indikationen (siehe unten) für die stationäre Notwendigkeit durch den einweisenden Arzt aufgeführt werden.