Eine Puppe, die auf Medikamente und Behandlungen reagiert wie ein Mensch.

04.09.2018

Simulationskurse üben den Ernstfall

Training in der Evangelischen Elisabeth Klinik

Ein Patient schreit, läuft blau an, plötzlich bleibt das Herz stehen. Auch für erfahrene und routinierte Ärzte und Pfleger keine alltägliche Herausforderung. Das Team gerät unter Druck. Jetzt müssen die Handgriffe sitzen und in Sekunden die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Um solche Situation zu üben und Fehler zu vermeiden, muss medizinisches Personal üben. In Simulationskursen werden direkt vor Ort verschiedene Szenarien durchgespielt. Der „Patient“ ist eine lebensechte  Puppe, gesundheitliche Probleme und Reaktionen werden ganz einfach per Knopfdruck ausgelöst. Also nichts kann passieren, während für die Notfallretter so allerlei passiert. Der erste Simulationskurs dieser Art in der Evangelischen Elisabeth Klinik startete am 1. September 2018, acht Ärzte und zehn Pfleger nahmen an diesem außergewöhnlichen Workshop teil.

„Train where you work“

Wichtig: Das Training ist berufsgruppenübergreifend und zeichnet sich durch flache hierarchische Strukturen unter realen Bedingungen aus. Das Team erlebt verschiedene nachgestellte aber realitätsnahe Notfallszenarien aus dem klinischen Alltag. Der Kurs findet als „in-Situ“ Training vor Ort auf der Intensivstation, im Notfallzentrum, im Schockraum oder im OP statt. Die computergesteuerte Puppe reagiert wie ein Mensch auf Medikamente und therapeutische Maßnahmen.

Integrale Bestandteile des Kurses sind die Verbesserung der Zusammenarbeit und Interaktion im Team, Reduktion von Missverständnissen und des „Human factors“, Optimierung von Kommunikation und Teamverhalten sowie kritischer Hinterfragung der Systemsicherheit.

Auch in anderen Hochrisikobereichen werden bereits seit vielen Jahren Zwischenfälle regelmäßig simuliert und trainiert. Aus der Luftfahrt beispielsweise ist bekannt, dass ein Großteil der Flugunfälle nicht auf mangelndes Fachwissen zurückgeht, sondern auf die Unkenntnis von Piloten, Flugbegleitern und Bodenpersonal, unter Stress und kritischen Arbeitsbedingungen sinnvolle Entscheidungen zu treffen und umzusetzen. Ähnliches in der Medizin: Nach offiziellen Schätzungen gehen ca. 70 Prozent aller kritischen Ereignisse und Zwischenfälle auf mangelhafte Teamführung, Entscheidungsfindung und Kommunikation zurück. Stimmen die Absprachen nicht oder sind die Rollen nicht klar definiert, können Fehler passieren, die wertvolle Zeit kosten. 

Geübt wird in Simulationskursen deshalb beides: Das prioritäten-orientierte Abarbeiten des Notfalls und das Zusammenspiel aller Beteiligten. Dafür werden die Szenarien von erfahrenen Instruktoren über Kameras und Mikrofone gesteuert und die Arbeit des Teams per Video aufgezeichnet. Eine gute Methode, um im Anschluss eventuelle Fehler zu analysieren und ein professionelles Feedback zu geben.

Das Training wird Mitte Oktober fortgesetzt.

Weitere Bilder:

Lebensbedrohliche Krankheiten und Anfälle werden mit Hilfe des Computers simuliert.
Eine Puppe, die auf Medikamente und Behandlungen reagiert wie ein Mensch.

Über die Evangelische Elisabeth Klinik

Die Evangelische Elisabeth Klinik in Berlin-Mitte, ein Unternehmen der Paul Gerhardt Diakonie, ist ein Akut- und Unfallkrankenhaus sowie Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Jährlich werden hier circa 7.600 Patienten stationär und 19.700 Patienten ambulant behandelt.

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Über die Paul Gerhardt Diakonie gAG

Die Paul Gerhardt Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. Seit dem Zusammenschluss mit dem Evangelischen Johannesstift ist die Paul Gerhardt Diakonie in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in folgenden Sparten vertreten:

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Evangelische Elisabeth Klinik

Lützowstraße 26

10785 Berlin

Presseanfragen:
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Tel.: 030 762891-30732

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