Elisabeth hilft

Erste Hilfe: das Wichtigste zuerst!

Die wichtigste Information, wenn Sie unerwartet in die Situation kommen zu helfen bzw. selber Hilfe zu brauchen: „Dr. Google“ ersetzt niemals die Expertise eines Arztes! Wenn Sie sich unsicher sind, es Ihnen oder einem Betroffenen schlecht geht oder es zu ungewöhnlichen Reaktionen kommt, zögern Sie nicht und suchen Sie einen Arzt oder eine Rettungsstelle auf oder rufen Sie den Notarzt! Informieren Sie die Ansprechpartner am Telefon exakt, was wann passiert ist, wer betroffen ist, worum es geht, wo Sie sich befinden, wie der kürzeste Weg zum Verletzten ist und prüfen Sie, ob jemand auf der Straße auf den Notarzt bzw. den Rettungswagen kann, um keine Zeit mit der Suche zu verlieren, bzw. das der Zugang zum Haus bzw. der Wohnung gewährleistet ist.

Jeder kann unerwartet in die Situation kommen, Erste Hilfe leisten zu müssen. Auch wenn Ihr letzter Erste-Hilfe-Kurs schon eine Weile zurückliegt, gibt es einige Tipps, die Ihnen helfen:

  • Haben Sie keine Angst davor, Erste Hilfe zu leisten!
  • Sprechen Sie den Verletzten (laut!) an.
  • Kontrollieren Sie die lebenswichtigen Funktionen des Verletzten, also prüfen Sie seitlich am Hals, ob ein Pulsschlag vorhanden ist und kontrollieren Sie die Atmung. Das geht am einfachsten, wenn Sie auf Atembewegungen des Brustkorbs achten und mit der flachen Hand vor Mund und Nase des Verletzten die Luftbewegung prüfen.

Erste Hilfe bei Schnittverletzungen

Sind Sie Ersthelfer, tragen Sie Handschuhe und berühren Sie die Wunde nicht. Bitte auch niemals Puder oder Salben auftragen. Leicht verschmutze Wunden unter klarem, fließenden Wasser reinigen. Kleine Wunden mit einem Pflaster abdecken. Sind mehrere Hautschichten durchtrennt und Sehnen und Nerven verletzt, kann es zu Lähmungen und Bewegungseinschränkungen kommen. Dringt Schmutz in die Wunde, kann es zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung kommen. Bei tiefen, stark blutenden Wunden und anhaltenden Schmerzen reicht ein Pflaster alleine nicht aus – jetzt ist die Behandlung beim Arzt oder in der Notaufnahme dringend erforderlich.

Erste Hilfe bei Vergiftungen

Zunächst gilt es, eine Vergiftung zu erkennen – gerade bei Kleinkindern. Typische Symptome sind Erbrechen, Übelkeit, Durchfall, Schwindel, Rauschzustände, Atem- und Kreislaufstörungen, Anzeichen eines Schocks, Bewusstlosigkeit. Hat ihr Kind Vergiftungserscheinungen, beruhigen Sie es zunächst. Dann rufen Sie einen Arzt bzw. die Feuerwehr über 112. Sind Sie sich nicht sicher, kann auch der Giftnotruf helfen (030 19240). Ist ihr Kind bei Bewusstsein, geben Sie eine kleine Menge Wasser oder Tee zu trinken. Das hilft, die giftige Substanz zu verdünnen. Achtung: Geben Sie KEINE Milch! Milch kann die Giftaufnahme durch den Darm beschleunigen. Bringen Sie Ihr Kind NICHT durch Reizung zum Erbrechen!

Erste Hilfe bei Verbrennungen

Wichtig: ist mehr als eine handflächengroße Stelle betroffen, begeben Sie sich in die nächste Rettungsstelle oder rufen Sie die Feuerwehr bzw. den Notarzt. Wichtig ist die schnelle und richtige Erstversorgung. Kühlen Sie! Halten Sie nur die betroffene Stelle maximal 20 Minuten unter fließendes kaltes Wasser, solange bis der Schmerz nachlässt. Das Wasser reduziert die Körpertemperatur und stoppt die weitere Zerstörung des Gewebes. Benutzen Sie kein Eis! Es kann sonst zu Erfrierungen und Unterkühlung kommen. Bei leichten Verbrennungen helfen Brandgele aus der Apotheke. Finger weg von Hausmitteln wie Mehl, Öl, Butter oder Zahnpasta. Bedecken Sie die Wunde keinesfalls mit flauschigen Materialien, bei denen die Gefahr besteht, dass sie die Wunde verkleben. Öffnen Sie Brandblasen nicht eigenmächtig, dass kann zu Infektionen führen. Bedecken Sie Wunden auf dem Weg zum Arzt mit sterilen Kompressen oder Verbänden aus dem Erste-Hilfe-Kasten. Sollte keiner im Haus sein: Es befindet sich ein Verbandskasten im Auto!

Erste Hilfe bei Kindern mit Fieber

Kinder entwickeln deutlich häufiger Fieber als Erwachsene. Schon bei harmlosen Infekten erhöht sich bei ihnen die Körpertemperatur. Die Temperaturerhöhung bewirkt, dass der Körper seine Abwehrkräfte mobilisiert und gegen Krankheitserreger aus eigener Kraft vorgeht. Viren und Bakterien können sich bei Fieber schlechter vermehren als bei normaler Körpertemperatur. Ab 38,5 Grad spricht man von Fieber, mehr als 39,5 Grad Celsius ist hohes Fieber. Messen Sie die Temperaturen alle paar Stunden, bestenfalls mit einem digitalen Thermometer, um den Verlauf zu kontrollieren.

Einfache Erste Hilfe Möglichkeiten sind Wadenwickel, feuchter, lauwarmer Waschlappen auf die Stirn, viel trinken, damit der Körper nicht austrocknet und das regelmäßige und häufige wechseln von Bettwäsche, Handtücher etc. Bei der Gabe von fiebersenkenden Medikamenten achten Sie genauestens auf die Dosierung. Mehr als Dosen werden nicht empfohlen.

Zum Arzt sollten Sie, wenn das Kind jünger als drei Monate ist und die Temperatur 38 Grad übersteigt, bei Temperaturen über 39 Grad auch bei älteren Kindern und Jugendlichen, wenn das Fieber länger als drei Tage dauert, wenn der Allgemeinzustand beeinträchtigt ist, das Kind keine Flüssigkeit oder Nahrung aufnimmt, weitere Anzeichen wie Durchfall, Erbrechen oder Bauchschmerzen auftreten.

Kontakt

Evangelische Elisabeth Klinik

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Tel.: 030 2506-1

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