UNSERE SCHWERPUNKTE

Wie wird eine Carotisstenose behandelt?

Grundsätzliche Ziele der Therapie bei einer Carotisstenose sind, die Verengung beziehungsweise den Verschluss der Arterie zu beseitigen und so vor allem das Risiko für einen Schlaganfall zu reduzieren.

Eine Operation sollte auf jeden Fall durchgeführt werden, wenn die Halsschlagader um mehr als 70 Prozent verengt ist oder sogar bereits eine verminderte Durchblutung des Gehirns festgestellt werden kann. Studien haben gezeigt, dass durch die Beseitigung einer Verengung der Halsschlagader das Schlaganfallrisiko um die Hälfte reduziert wird. Bei geringeren Verengungen kann auch zunächst eine Behandlung mit Medikamenten durchgeführt werden.

Bereits in einem sehr frühen Erkrankungsstadium sollte versucht werden, mögliche bestehende Risikofaktoren auszuschalten, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen beziehungsweise zu verhindern. Grundsätzlich sollte auf einen gesünderen, aktiven Lebensstil geachtet werden. Hierzu gehört eine ausgeglichene, fettarme Ernährung, die reich an Vitaminen und Nährstoffen ist. Ein vorhandenes Übergewicht sollte reduziert werden, auf Rauchen verzichtet werden. Wichtig ist auch die Einstellung von Blutzucker, Blutdruck und Blutfettwerten auf Normalwerte.

Abbildung 1: Schematische Darstellung der Operation

Abbildung 1: Schematische Darstellung der Operation

Bei der Carotisendarteriektomie handelt es sch um eine offene Operation der Halsschlagader, die bereits seit den 1950er Jahren durchgeführt wird. Bei dem Eingriff wird über einen kleinen Schnitt am Hals – in den meisten Fällen unter Vollnarkose – der verengte Abschnitt der Carotis freigelegt und vom Blutstrom abgeklemmt.

Anschließend wird das Gefäß aufgeschnitten und die Ablagerungen an der Engstelle ausgeschält und gegebenenfalls auch geschädigte Teile der Gefäßwand entfernt (siehe Abbildung 1). Je nach Größe der ausgeschnittenen Stelle kann die Carotis anschließend wieder vernäht oder mit einem biologischen Gefäßflicken (Patch) erweitert und der Blutstrom wieder freigegeben werden.

Abbildung 2: Schematische Darstellung der Stenteinlage

Abbildung 2: Schematische Darstellung der Stenteinlage

Verengte Blutgefäße wie die Carotis können alternativ zur Operation auch durch eine so genannte Angioplastie beseitigt werden, bei der mithilfe eines Ballonkatheters die Verengung aufgedehnt wird (Ballondilatation).

Bei diesem Katheter handelt es sich um einen dünnen Schlauch, der unter örtlicher Betäubung durch Punktion über die Leistenschlagader bis zur Verengung in der Halsschlagader eingeführt wird. An seiner Spitze befindet sich ein kleiner Ballon, der an Ort und Stelle aufgeblasen wird und auf diese Weise die Arterie dehnt. Dieser Vorgang wird als Revaskularisierung bezeichnet. In den meisten Fällen wird zusätzlich an der aufgedehnten Stelle ein Stent, das heißt ein kleines Metallgitter-Röhrchen, eingelegt, der die Engstelle offen hält (siehe Abbildung 2).

Die Angioplastie ist ein minimalinvasives Verfahren, um das Blut wieder auf seinem natürlichen Weg fließen zu lassen und das Gehirn wieder ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Sie dauert etwa eine Stunde. Allerdings kann es beim Einführen des Katheters zu Verletzungen der Gefäßwand kommen, die zu einer Blutung führen kann. Diese äußert sich als blauer Fleck an der Punktionsstelle, der nach einigen Tagen aber wieder verschwindet. Ein weiteres Risiko dieser Methode ist, dass sich durch sie Ablagerungen lösen und an einer anderen Stelle einen Gefäßverschluss und damit einen Schlaganfall ausgelöst werden könnte. Allerdings wird diese Gefahr durch den Einsatz kleiner Filter, die gelöstes Material auffangen, reduziert.

Eine Behandlung mit Medikamenten wird bei der Carotisstenose nur als Begleittherapie zu einer Operation oder in sehr frühen Stadien als Einzeltherapie durchgeführt. Dabei werden blutverdünnende Medikamente wie beispielsweise Acetylsalicylsäure vor und nach der Operation eingesetzt.

Weiterlesen: Alle Artikel zum Thema