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Wie wird ein Aortenaneurysma behandelt?

Die Behandlung eines Aortenaneurysmas richtet sich in erster Linie danach, wie ausgeprägt die Erweiterung der Aorta ist, ob bereits Beschwerden auftreten oder wie schnell sich die Erweiterung vergrößert.

Ziel der Behandlung ist grundsätzlich, einen möglichen Riss der Aorta zu verhindern. Bei einem Aneurysma von mehr als fünf Zentimetern Durchmesser wird in den meisten Fällen eine Operation durchgeführt, um die Erweiterung zu beseitigen. Sollten bereits Symptome des Aneurysmas aufgetreten sein, muss die Operation sehr schnell durchgeführt werden. Bei kleineren Aneurysmen ohne Beschwerden kann dagegen zunächst eine Behandlung mit Medikamenten durchgeführt werden, um das Risiko für ein Voranschreiten der Erweiterung zu verringern. Schon in einem sehr frühen Erkrankungsstadium sollten Betroffene außerdem versuchen, auf einen gesünderen Lebensstil zu achten und regelmäßig (mindestens einmal pro Jahr) Ultraschallkontrollen durchführen zu lassen.

Bereits in einem sehr frühen Erkrankungsstadium sollte versucht werden, mögliche bestehende Risikofaktoren auszuschalten, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen beziehungsweise zu verhindern. Grundsätzlich sollte auf einen gesünderen, aktiven Lebensstil geachtet werden. Hierzu gehört eine ausgeglichene, fettarme Ernährung, die reich an Vitaminen und Nährstoffen ist. Ein vorhandenes Übergewicht sollte reduziert werden, auf Rauchen verzichtet werden. Wichtig ist auch die Einstellung von Blutzucker, Blutdruck und Blutfettwerten auf Normalwerte.

Kleinere Gefäßerweiterungen, die noch keine Beschwerden bereiten, werden in der Regel mit Medikamenten behandelt. Meist werden blutdrucksenkende Medikamente wie beispielsweise Betarezeptorenblocker gegeben. Wichtig ist, dass der Durchmesser der Aorta an der erweiterten Stelle regelmäßig mit Ultraschall (Duplex), Magnetresonanztomografie (Kernspin) oder Computertomografie kontrolliert wird.

Abbildung 1: Schematische Darstellung der Stenteinlage

Abbildung 1: Schematische Darstellung der
Stenteinlage

Mithilfe einer so genannten Stentprothese (auch Stentgraft genannt) kann ein Aneurysma minimalinvasiv, das heißt ohne eine offene Operation beseitigt werden. Dabei wird unter lokaler Betäubung oder Vollnarkose durch einen kleinen Hautschnitt eine Kunststoffprothese mit einem umgebenden Metallgeflecht an die erweiterte Stelle der Aorta vorgeschoben (siehe Abbildung 1). Dort wird es aufgespannt und verankert. Meist dauert dieser Eingriff wesentlich kürzer als die offene Operation und birgt weniger Risiken. Allerdings ist diese Form der Operation nicht in allen Fällen möglich.

Besonders schonende Stent-Operationen können im neuen Hybrid-Operationssaal des Aortenzentrums Berlin im Evangelischen Krankenhaus Hubertus durchgeführt werden. Dank einer modernen Durchleuchtungsanlage mit CT-ähnlicher Funktion sind Operationen unter dreidimensionaler Darstellung des Blutgefäßes möglich. Besonders für Hochrisikopatienten und ältere Menschen werden diese minimalinvasiven Eingriffe so noch sicherer.

Abbildung 2: Schematische Darstellung der Operation

Abbildung 2: Schematische Darstellung der Operation

Eine weitere Möglichkeit zur Beseitigung eines Aortenaneurysmas ist eine offene Operation der betroffenen Arterie. Dabei wird unter Volllnarkose über einen Schnitt der erweiterte Abschnitt der Arterie freigelegt und vom Blutstrom abgeklemmt (siehe Abbildung 2). Anschließend wird der erweiterte Teil des Gefäßes aufgeschnitten, durch eine Gefäßprothese aus Kunststoff (Aortenersatz) ersetzt und der Blutstrom wieder freigegeben.

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