17.09.2019 | Paul Gerhardt Diakonie

Konferenz „Zukunft der Pflege“ geht in den zweiten Tag

Experten aus Praxis, Wissenschaft und Wirtschaft diskutieren über Pflege und Digitalisierung

  • Die zweitägige Clusterkonferenz „Zukunft der Pflege“ hat gestern begonnen.
  • Mit dabei sind 330 Gäste und 15 Aussteller aus den Bereichen Robotik, Service, SmartHome- und Sensortechnik aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus Österreich.
  • In zahlreichen Vorträgen werden neueste Forschungsprojekte, Services und Produkte vorgestellt, die den Pflegealltag erleichtern und pflegebedürftigen Menschen mehr Teilhabe ermöglichen.
  • Ausgerichtet wird die Konferenz von Johannesstift Diakonie Pflege & Wohnen und gestaltet vom Pflegepraxiszentrum (PPZ) Berlin. Sie findet auf dem Gelände des Evangelischen Johannesstifts statt.

Die Pflege erlebt seit einigen Jahren einen starken Wandel. Immer weniger Pflegekräfte stehen einer höheren Zahl älterer und erkrankter Menschen gegenüber. Der technologische Fortschritt birgt hier ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten und wird den Pflegealltag fundamental verändern.

Mensch muss im Mittelpunkt stehen

Die 2. Clusterkonferenz „Zukunft der Pflege“ stellt digitale Lösungen in der Pflege vor. „Durch die Digitalisierung ist es möglich, dass der Mensch auch weiterhin im Mittelpunkt der Pflege steht“, sagte eingangs Andreas Arentzen, Vorstand Personal der Johannesstift Diakonie. Die Veranstaltung bietet die Chance, mit Akteuren und Experten mit unterschiedlichem Erfahrungshintergrund zu diskutieren und neue Perspektiven zu entwickeln.

Zukunftsforscher Prof. Dr. Eckard Minx gab in seiner Keynote zu bedenken: „Niemand kennt die Zukunft wirklich.“ Der Wandel vollziehe sich inzwischen enorm schnell: Beispielsweise dauerte es beim Telefon noch 75 Jahre, bis 100 Millionen Nutzer erreicht wurden, beim Mobiltelefon 16 Jahre und bei Social-Media-Apps nur noch zwei Jahre. “Darauf müssen wir vorbereitet sein“, betonte Minx. 
Damit wir handlungsfähig bleiben und uns die Digitalisierung zunutze machen können, müssen Lernprozesse neu organisiert werden. Konkret heißt das, dass lernende Unternehmen unternehmensübergreifend handeln müssen, um in der Zukunft bestehen zu können.

Plattform zum Austausch zwischen Forschung, Technik und Praxis

Die Pflegepraxiszentren sind die erste bundesweite und geförderte Plattform, auf der Praxis, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenkommen – immer unter der Prämisse, Technik sinnvoll zum Menschen zu bringen. „Nur durch einen offenen Dialog mit Pflegekräften und Angehörigen kann es zu einem Austausch kommen und Technologien können Teil des Pflegealltags werden“ betont Sibylle Quenett, Leiterin des Referats Mensch-Technik-Interaktion des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum Auftakt.

Pflegewissenschaftlerin Prof. Christel Bienstein sieht in der Digitalisierung die Chance für Pflegende, an der Gestaltung des Gesundheitssystems mitzuwirken: „Es braucht Kolleginnen und Kollegen, die offen sind gegenüber der Digitalisierung sind und die Bereitschaft zur Transparenz zeigen. Denn zu viel Angst verhindert die Hinwendung zur Digitalisierung.“ Auch fordert sie den selbstverständlichen Zugang zu wissenschaftlichen Studien und Daten.

Wie die Zukunft zur Pflege kommt

Im Rahmen des Clusters „Zukunft der Pflege“ werden soziale und technische Innovationen in der Pflege zusammengebracht: Forschung, Wirtschaft und Pflegepraxis arbeiten gemeinsam mit Anwendern an neuen Produkten, die den Pflegealltag in Deutschland erleichtern und verbessern sollen. Dazu nahm das Pflegeinnovationszentrum (PIZ) erstmals 2017 seine Arbeit auf. Seit Anfang 2018 gibt es die vier Pflegepraxiszentren (PPZ) in Freiburg, Nürnberg, Berlin und Hannover, in denen neue Pflegetechnologien im Alltag erprobt werden. Die Zentren prüfen deren Praxistauglichkeit in klinischen, stationären und ambulanten Pflegebereichen. Auch vermitteln sie ihr Know-how in pflegerischer Aus- und Weiterbildung. Aufgabe des PPZ Berlin ist, innovative Technik in den Pflegeprozess – vom Krankenhaus bis hin zur häuslichen Pflege – zu integrieren. Über-, Unter- und Fehlversorgung sollen verringert werden, vor allem im Übergang zwischen den einzelnen Versorgungsformen. Durch einen steten Austausch mit den Pflegenden wird sichergestellt, dass die Technik die Pflege unterstützt – und nicht dominiert.

Weitere Informationen über das PPZ finden Sie unter: www.ppz-berlin.de

Über die Johannesstift Diakonie gAG

Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. 8.850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten moderne Medizin und zugewandte Betreuung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen:

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