Geschäftsführer Dr. med. Matthias Albrecht (links) und Pfarrer Wolfgang Weiß (rechts) reinigen die Stolpersteine auf dem Gehweg vor dem Evangelischen Krankenhaus Hubertus.

08.11.2019 | Evangelisches Krankenhaus Hubertus

Jahrestag der Reichspogromnacht: Team des Evangelischen Krankenhauses Hubertus reinigt Zehlendorfer Stolpersteine

Gemeinschaftliche Putzaktion zum Gedenken an die Opfer des NS-Regimes

Sie sind klein, wirken beinahe unscheinbar – und sind doch ein zementiertes Mahnmal gegen das Vergessen: Sechs 10x10 Zentimeter große Pflastersteine mit Messingtafeln sind im Bürgersteig vor dem Pflegewohnheim am Evangelischen Krankenhaus Hubertus in der Spanischen Allee 10 eingelassen. Auf den so genannten Stolpersteinen stehen die Namen von Menschen, die einst auf dem heutigen Krankenhausgelände lebten, bevor sie in den 1940er Jahren von den Nationalsozialisten in Konzentrationslager deportiert wurden. Anlässlich des 81. Jahrestages der Reichspogromnacht am 9. November 1938 versammelten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses an diesem Vormittag, um sie zu polieren.

Auch Geschäftsführer Dr. med. Matthias Albrecht nimmt dafür gern den Putzschwamm in die Hand: „Es ist wichtig, dass das Schicksal dieser Menschen nicht in Vergessenheit gerät. Heute sehen wir uns erneut mit gesellschaftlich aufflackernder Hetze und Fremdenfeindlichkeit konfrontiert. Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, uns mit solchen Aktionen klar von diesem Gedankengut zu distanzieren.“

Die kollektive Putzaktion ist ein fester jährlicher Termin im Kalender des Krankenhauses. Das hat auch praktische Gründe: Die Steine verwittern während des Jahres und müssen regelmäßig abgerieben werden, um gut sichtbar zu bleiben. In erster Linie ist das Putzen jedoch ein Akt gegen das Vergessen. Die Idee folgt dem jüdischen Verständnis, dass der Mensch erst dann wirklich tot ist, wenn sein Name ausgelöscht wird. Pfarrer des Krankenhauses Wolfgang Weiß sagt dazu: „Wir gedenken damit der von dem NS-Regime Ermordeten und erweisen ihnen Respekt. Die Reichspogromnacht ist das Symbol eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit, das sich unter keinen Umständen wiederholen darf.“ Damals zerstörten Nationalsozialisten in der Nacht vom 9. auf den 10. November jüdische Geschäfte, plünderten Wohnungen und brannten Synagogen nieder. Die Reichspogromnacht ging später als Auftakt für die millionenfache planmäßig organisierte Vernichtung von Juden in die Geschichte ein.

Weitere Bilder:

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich Vormittag des 8. November versammelt, um der Opfer des NS-Regimes zu gedenken.
Putzen gegen das Vergessen: Den Namen der Opfer wird mit Schwamm und Bürste zu neuem Glanz verholfen.
Rosen für die Opfer aus vergangener Zeit, die einst auf dem Gelände des Krankenhauses lebten.

Über das Evangelische Krankenhaus Hubertus

Das Evangelische Krankenhaus Hubertus in Berlin-Zehlendorf, ein Unternehmen der Johannesstift Diakonie, ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin und Mitgliedshaus der Wannsee-Schule für Gesundheitsberufe.

Weiterlesen

Über die Johannesstift Diakonie gAG

Die Johannesstift Diakonie gAG ist das größte konfessionelle Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Region Berlin und Nordostdeutschland. 8.850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten moderne Medizin und zugewandte Betreuung im Einklang mit den christlich-diakonischen Werten des Unternehmens. Der Träger betreibt Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen:

Weiterlesen

Kontakt

Johannesstift Diakonie gAG

Siemensdamm 50

13629 Berlin

Lilian Rimkus
Pressesprecherin

Tel.: 030 762891-30732

Fax: 030 762891-30864

Anfahrt

Neues aus der Paul Gerhardt Diakonie