v.l.n.r.: Tobias Kley, Felix Plum von synoSense Care, Mario Czaja, Prof. Dr. rer. cur. Katja Boguth

19.09.2019 | Paul Gerhardt Diakonie

Intelligente Sensorik gewinnt Innovationswettbewerb

Das Assistenzsystem synoSense Care gewinnt den Innovationswettbewerb auf der 2. Clusterkonferenz Zukunft der Pflege am 17. September in Berlin. Dem voraus ging eine Auswahl durch den Expertenrat des Pflegepraxiszentrums (PPZ) Berlin und ein live-Publikumsvoting auf der Konferenz.

synoSense Care ist ein ganzheitliches Assistenzsystem, das Gefahrensituationen im Raum wie den Sturz eines Menschen erkennen kann, und dabei die Privatsphäre des Einzelnen nicht aus dem Blick verliert. Dafür werden Lösungen aus dem Bereich des maschinellen Lernens verwendet - intelligente Programme also, die aus Daten lernen und das Gelernte zu eigenen Regeln verarbeiten. Nach dem gleichen Prinzip arbeitet beispielsweise die Spracherkennung von Google und Co. Die hochauflösende Sensorik von synoSense Care nimmt die Bilder des Menschen im Raum auf, wandelt diese sofort, an Ort und Stelle, in anonymisierte Metadaten um und übermittelt diese an das Hausnotrufsystem. Bildaufzeichnungen verlassen somit nicht das System und können nicht anderweitig genutzt werden.

Der Expertenbeirat des PPZ Berlin, bestehend aus ehrenamtlichen Experten aus Politik, Verwaltung, Verbänden, Forschung und Kassen, wählte aus 17 Einreichungen sechs Unternehmen aus, die ihre Lösungen auf der Bühne vor den Gästen der Clusterkonferenz präsentieren durften. Aus der Präsentation wählte das Publikum per Onlinevoting synoSense Care der Firma Syno-IQ als Sieger aus. Der Preis, die Teilnahme am Pflegetag 2020 in Berlin, wurde überreicht von Mario Czaja, einem der Geschäftsführer der Brückenköpfe, die innovative Unternehmen und Ideen im Bereich Health-IT fördern.

In der anschließenden Podiumsdiskussion ging Felix Plum von Syno-IQ, der den Preis auch entgegen nahm, auf seine Motivation und die seiner Kollegen ein: „Einige Mitglieder unseres Teams haben Angehörige, die sich bei Stürzen starke Verletzungen zugezogen haben und die von einem Assistenzsystemen profitiert hätten.“ Ein Austausch der Mitarbeiter mit Pflegeeinrichtungen und Technikherstellern über gängige Assistenzsysteme ergab, dass viele dieser Systeme durch niedrigauflösende Sensorik oft Fehlalarme auslösen. Auch der Datenschutz wurde vielfach als Problem gesehen.

Hinter Syno-IQ steht ein sechsköpfiges Team, bestehend aus Entwicklern der Bereiche Informatik und Technische Kybernetik sowie Geschäftsführern aus den Bereichen Automotive und SAP-Softwareentwicklung. Der Fokus des noch jungen Unternehmens liegt auf eingebetteten Lösungen zur Bildverarbeitung in öffentlichen Räumen. Die Herausforderungen, die sich hier stellen, sind die besonderen Anforderungen an den Datenschutz. „Wir setzten dabei auf eine Vor-Ort-Verarbeitung der Daten. Möglich und praktikabel ist das aufgrund der Rechenkapazität tatsächlich erst seit zirka zwei Jahren“, sagt Felix Plum.

Datenschutz mitgedacht

Auf lange Sicht gesehen, hat das Team noch Einiges vor. Ein Ziel ist, Vorzeigeprojekt zu sein, wenn es um den ethisch korrekten Einsatz von Künstlicher Intelligenz geht. „Je mächtiger die Technologie, wie Situationsanalyse oder Personenerkennung, desto größer ist das Missbrauchspotential, zugleich aber auch der mögliche gesellschaftliche Nutzen“, sagt Plum. „Wir wollen dem durch verschiedene Maßnahmen begegnen, etwa durch die lokale Verarbeitung der Bilder und der freiwilligen Prüfung durch externe Gutachter.“ Auch die Transparenz gegenüber dem Endanwender gehört dazu, beispielsweise durch Infomaterial zur detaillierten Funktionsweise des Systems.
Tests in Musterwohnungen sind fürs 2020 angesetzt und der Austausch mit Pflegebedürftigen und Betreibern von Pflegeeinrichtungen, bevor die ersten Geräte marktfähig sind.

Weitere Bilder:

Am Ende der Konferenz wurde der Staffelstab von PPZ-Berlin-Koordinator Tobias Kley an das PPZ Nürnberg übergeben.
Der Gewinner synoSense Care wurden nach seiner Präsentation direkt per App vom Publikum gewählt.
In Echtzeit dokumentiert. Das Pflegebett von wissner -bosserhoff erfasst das Gewicht und gibt es direkt auf dem Monitor wieder.
Wie denken Pflegekräfte über Technik - dieser Frage ging das Pflegeinnovationszentrum (PIZ) in einer aktuellen Studie nach.
Auch eine Möglichkeit: Tastenlos das Smartphone steuern.
Ganz ohne Papierkram: Esysta übermittelt Daten vom Blutzuckermessgerät und Insulinpens per Funk.
Sicheres Zuhause: Nutzer können sich beim Escos Copilot technische Hilfen zu Hause installieren lassen. Gesteuert wird das Ganze über eine Tablet.

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