Unser Schwerpunkt: Dementenbetreuung

Im Zentrum der Dementenbetreuung stehen der demente Mensch und seine Handlungsfähigkeit. Dies bedeutet, dass Anforderungen an die Bewohner so gestaltet werden, dass den Demenzerkrankten ein positiver Nutzen sowohl im psychischen, als auch im physischen Bereich entsteht und eine Überforderung unterbleibt.

Mit besonderer Einzelbetreuung und Kleingruppenarbeit möchten wir die Lebensqualität unserer dementen Bewohner steigern. Um Bewohner mit eingeschränkter Alltagskompetenz bei den täglichen Situationen zu unterstützen, ist eine individuelle Betreuung notwendig. Hier kommt unser begleitender Dienst zum Einsatz. Dem Bewohner sollen Lebensfreude vermittelt, verloren geglaubte Fähigkeiten und Automatismen wieder aktiviert, positive Erinnerungen geweckt und das Fortschreiten der Handlungsunfähigkeit möglichst lange hinausgezögert werden.

Das Langzeitgedächtnis bleibt bei einer Demenz am längsten erhalten. Jahrelang eingeübte Handlungen und Abläufe bleiben den Betroffenen verinnerlicht und vertraut. Bewegungsmuster werden ohne bewusstes Nachdenken ausgeführt (z. B. von einem Stuhl aufstehen, Licht einschalten, Backen, Bügeln, Anziehen usw.). Diese Bewegungen werden als „Automatismen“ bezeichnet, in der Dementenpflege spricht man vom so genannten „Körpergedächtnis“. Auch bei Gedächtnisleistungen, wie z. B. Gedichte oder Sprüche aufsagen, sind Automatismen vorhanden. Das Ausführen von Automatismen ermöglicht den Betroffenen nicht nur selbständiges Handeln, sondern vermittelt auch Erfolgserlebnisse, so dass Demenzkranke ruhiger und zufriedener werden.

Bei den täglichen Verrichtungen sowie im Rahmen der Beschäftigung und Betreuung findet der Bereich der Automatismen im Rahmen der Selbst-Erhaltungs-Therapie (SET) besondere Anwendung und Bedeutung. An altvertraute Handlungen wird angeknüpft, um diese zunächst, gegebenenfalls unter Anleitung, wieder zu erwecken. Der Betroffene kann so seine persönliche Identität wieder erfahren und ein Gefühl des „Etwas-leisten-Könnens“ und der Autonomie wird gefördert. Die Selbst-Erhaltungs-Therapie (SET) nutzt diese Automatismen, um z. B. einer Betroffenen, die ihr ganzes Leben im Haushalt gearbeitet hat, die Gelegenheit zu geben, wieder Haushaltstätigkeiten auszuführen. Um somit die Erinnerung an Vertrautes und an Tätigkeiten, die mit der eigenen Persönlichkeit verknüpft sind, wieder erfahr- und erlebbar zu machen.

Um den Bewohner in Antrieb und Aktivität zu fördern, ist es wichtig, ihm Aufgaben zu geben, die mit dem jeweiligen psychobiografischen Hintergrund übereinstimmen. Dadurch wird die „Ich-Wichtigkeit“ gefördert, der Bewohner hat das Gefühl, gebraucht zu werden.

Kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Angehörigen, den behandelnden Ärzten und dem Pflegeteam dient der Abstimmung zur angemessenen und individuellen Gestaltung der Versorgung und ist für unsere Arbeit Grundvoraussetzung.

Kontakt

Seniorenstift Georg Schleusner

Pflegedienstleitung

Wichernstraße 25

06886 Lutherstadt Wittenberg

Karin Rauch

Tel.: 03491 4725-616

Fax: 03491 4725-600

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