Geschichte
Eng mit der Geschichte des Waldkrankenhauses verbunden
Von der Pflegestation zum modernen Pflegewohnhaus
Die Historie unserer Einrichtung ist eng mit der des Evangelischen Waldkrankenhauses Spandau verbunden. Aus der Abteilung für chronisch Kranke in der 5. Etage des Krankenhauses ist eine moderne Pflegeeinrichtung mit 196 Plätzen geworden.
Denkmalschutz für die Arbeiterstadt "Große Halle"
Die modernen Bauten lassen schnell vergessen, dass sich an jener Stelle noch vor wenigen Jahren Gebäude mit historischer Bedeutung befanden. Auf dem Gelände nahe dem Spandauer Forst wurde zwischen 1939 und 1942/43 die Arbeiterstadt "Große Halle" errichtet. Bauherr war Albert Speer, der im Auftrag Adolf Hitlers die Reichshauptstadt ("Germania") neu gestalten sollte.
Nukleus sollte ein etwa 290 Meter hoher Kuppelbau im Zentrum Berlins sein, die so genannte "Große Halle". Die für dieses Vorhaben erforderlichen Arbeiter sollten in der Arbeiterstadt "Große Halle" untergebracht werden. Im Gegensatz zu anderen Arbeitslagern wurden die Gebäude nicht im Barackenstil und als Provisorium erbaut, sondern als aus Stein gemauerte Gemeinschaftsunterkünfte, die für längeren Bestand angelegt waren.
Geplant waren auch Sportplätze, Filmvorführmöglichkeiten, Theater, Festhalle und Schwimmbecken. Doch diese hochtrabenden Pläne wurden ebenso wenig umgesetzt wie der Bau der Großen Halle im Zentrum Berlins.
Zwangsarbeiter für die deutsche Kriegswirtschaft
In den Unterkünften der Arbeiterstadt "Große Halle" wurden zunehmend zwangsrekrutierte Arbeitskräfte aus den von Deutschland besetzten Gebieten kaserniert. Ein Großteil der Insassen bildeten Zwangsarbeiter der Siemens-Werke, des Heereszeugamtes in Spandau und der Deutschen Industriewerke AG in Ruhleben, die teilweise eigenes Wach- und Kontrollpersonal im Sammellager abstellten.
Im April 1945 wurde das Gelände der Arbeiterstadt durch sowjetische Truppen besetzt. Danach bezog ein britisches Regiment bis Herbst 1946 die zum großen Teil unbeschädigten Gebäude. Mit Einwilligung der britischen Alliierten wurde 1947 das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau gegründet.
Quelle: Helmut Bräutigam, Arbeiterstadt "Große Halle", Begleitheft zur Ausstellung, 1997
Bewahren und Erinnern
Am 8. Mai 2004 wurde auf dem Gelände des Evangelischen Waldkrankenhauses ein Mahnmal enthüllt, das mit folgender Inschrift an die im 2. Weltkrieg internierten Zwangsarbeiter erinnert.
"Sklaven- und Zwangsarbeit bedeutete nicht nur Vorenthalt des gerechten Lohns, sie bedeutete Verschleppung, Heimatlosigkeit, Entrechtung, die brutale Missachtung der Menschenwürde, oft war sie planvoll darauf angelegt, die Menschen durch Arbeit zu vernichten."


