Pflege und Beratung: Unsere Pflegeexpertise

Die Pflege im Martin-Luther-Krankenhaus orientiert sich an den nationalen Expertenstandards. Diese geben den jeweils aktuellen Stand der pflegewissenschaftlichen Erkenntnisse zu zentralen Themenfeldern wieder und dienen unseren Pflegemitarbeitern als verbindliche Qualitätsstandards.

Bereiche des Pflege- und Funktionsdienstes

  • 10 Stationen mit den Fachbereichen „Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Plastische- und Handchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie und Geburtshilfe“
  • Intensivstation
  • OP und Anästhesiepflege
  • Rettungsstelle
  • Aufnahme- und Sprechstundenzentrum
  • Belegungsmanagement
  • Internistisches Untersuchungszentrum
  • Kreißsaal
  • Ausbildungsstätte für die Berufsausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger (Krankenpflegeschule)
  • Sozialdienst und Standesamt
  • Hygiene 
  • Hauswirtschaft
  • Serviceassistenten
  • Patientenbegleit- und Transportdienst

Pflegerische Schwerpunkte

  • Diabetesberatung mit Einzelschulungen und Ernährungsberatung
  • Zertifiziertes Wundmanagement und individuelle Wundberatung
  • Dekubitus- und Sturzprophylaxe
  • Hygienemanagement
  • Gesundheitsförderung durch Kinästhetik
  • Aromapflege
  • Modernes Schmerzmanagement und Akutschmerzdienst
  • Onkologische Fachpflege
  • Interdisziplinäres Entlassungsmanagement
  • Praktische Ausbildung der Krankenpflegeschüler durch qualifizierte Praxisanleiter
  • Familienbezogene Neonatologie auf der Wochenbettstation
  • Beratung und Kurse rund um die Geburt
  • Hebammengeleitete Entbindung
  • Entbindung mit Beleghebamme
  • Individuelle Anleitung zur Säuglingspflege und Stillhotline
  • Schwangerenberatung und Hebammenhotline
  • Elternschule
  • Sterbebegleitung

Weitere Informationen zu den Schwerpunkten

Die Diagnose Diabetes mellitus führt bei vielen Patienten zu Ängsten und Unsicherheiten. Die Betroffenen werden mit einer Erkrankung konfrontiert, die ihr zukünftiges Leben sehr beeinflusst. Unser Ziel ist es, unseren Patienten durch individuelle Schulungs- und Beratungsangebote Sicherheit im Umgang mit ihrer Erkrankung zu vermitteln und die Lebensqualität zu erhalten.

Durch gezielte Einzelschulungen vermittelt unser ausgebildeter und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) geprüfter Diabetesberater den Patienten fundierte Informationen über ihre Erkrankung. Die Inhalte der Schulungen sind u. a.:

  • Grundlagen der Diabeteserkrankung
  • Selbstkontrolle der Stoffwechseleinstellung
  • Eigeninjektion von Insulin
  • Ernährungsberatung
  • Bedeutung körperlicher Bewegung
  • Komplikationen in der Diabetestherapie (Unterzuckerung, Folgeerkrankungen)

Oberstes Ziel der Schulungen ist es, den Betroffenen ein selbstständiges Management ihrer Erkrankung zu ermöglichen. Hierdurch kann das Risiko der Entstehung von Folgeerkrankungen im weiteren Krankheitsverlauf deutlich reduziert werden.

Unser Behandlungsteam, bestehend aus diabetologischen Fachärzten, dem Diabetesberater und Ernährungsberaterinnen, erstellt für jeden Betroffenen ein individuelles Behandlungskonzept. Somit können wir die Therapieform der Lebenssituation der Patienten genau anpassen.

Auch bei evtl. vorhandenen körperlichen Einschränkungen fördern wir durch den gezielten Einsatz von Hilfsmitteln zur Insulininjektion oder zur Blutzuckerselbstkontrolle eine selbstständige Therapieführung und erhalten den Patienten ihre Unabhängigkeit.

Regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen durch unseren Diabetesberater sichern eine kompetente Betreuung der Patienten durch unser Pflegepersonal.

Das Martin-Luther-Krankenhaus hat sich auf die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms, einer möglichen komplexen Spätfolge der Diabeteserkrankung spezialisiert und ist von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als Behandlungseinrichtung zertifiziert worden. Mit diesem Zertifikat stellen wir uns regelmäßig einer externen Qualitätskontrolle.

Oft geht für Patienten mit chronischen Wunden zunächst ein längerer Leidensweg einer effektiven Wundversorgung voraus. Die Versorgung von chronischen Wunden stellt für die Betroffenen und für die Behandelnden eine große Herausforderung dar. Denn die Behandlung erfordert eine Betreuung weit über eine lokale Wundtherapie hinaus.

Das Martin-Luther-Krankenhaus hat sich auf die Behandlung von Patienten mit chronischen Wunden spezialisiert und ist eine anerkannte Weiterbildungsstätte für die Qualifizierung „Wundexperte ICW“. Die Betreuung beruht dabei auf drei Pfeilern:

  • Lokale Wundbehandlung
  • Ursachentherapie
  • Optimierung der Ernährungssituation

Ein ausgebildeter und von der Initiative Chronische Wunde (ICW) geprüfter Wundexperte betreut während der stationären Therapie die Patienten und koordiniert die interdisziplinäre Behandlung. Er erstellt in Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten die Behandlungskonzepte und steht sowohl den Patienten als auch den Pflegemitarbeitern als Berater zur Seite.

Selbstverständlich wird auch die Versorgung der Patienten nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus sichergestellt. In enger Zusammenarbeit zwischen pflegenden Angehörigen, häuslichen Pflegediensten oder Pflegeheimen und dem Wundmanager des Martin-Luther-Krankenhauses erfolgt eine Übergabe aller Behandlungsinformationen bereits während des stationären Aufenthalts. Auch Beratungen und Schulungen werden auf Wunsch gern vom Wundmanager übernommen. Somit wird bereits im Krankenhaus die Basis für eine qualitativ hohe Versorgung im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt geschaffen.

Unser Wundmanagement erfüllt die Kriterien des Expertenstandards zur Behandlung von Patienten mit chronischen Wunden, den das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) verabschiedet hat.

Der Begriff „Kinaesthetics" (Kinästhetik) hat seinen Ursprung im Griechischen:

  • kinesis - Bewegung
  • aesthesie - Wahrnehmung

Bewegung ist die Grundlage der meisten Aktivitäten des Lebens. Essen, Stehen, Gehen und auch das Liegen - alles ist mit Bewegung verbunden. Als Wahrnehmung wird der Prozess der bewussten Informationsaufnahme des Menschen über seine Sinnesorgane bezeichnet.

Kinästhetik beruht auf der Lehre menschlicher Bewegung und beschäftigt sich mit der Art und Weise, wie Menschen ihre bewegungsbasierten Alltagsaktivitäten wahrnehmen und gestalten. Kinästhetik zielt auf eine Förderung der Gesundheitsentwicklung - insbesondere durch die Schulung der Bewegungssensibilität und die Verbesserung der Bewegungskompetenz der Anwender. Denn eine hohe Sensibilität bei der Bewegungswahrnehmung hat eine höhere Bewegungsqualität durch eine fortlaufende Bewegungsanpassung bei den verschiedensten Lebensaktivitäten zur Folge. Die Bewegungskompetenz wird also durch Kinästhetik erweitert und die Gesundheit wird gefördert. Dieses gilt sowohl für den Anwender selbst, als auch für die Person, die unterstützt wird.

Das Martin-Luther-Krankenhaus hat Kinästhetik in der Pflege eingeführt, um die Gesundheitsentwicklung für Patienten und Mitarbeiter zu unterstützen. Unsere Patienten erleben die Hilfe der kinästhetisch geschulten Pflegenden bei der Mobilisation, Bewegung und Lagerung als besonders respektvollen Umgang mit ihrem Körper und ihrer Person. Die Selbständigkeit der Patienten wird durch die Anwendung von Kinästhetik gefördert. Die vorhandene Beweglichkeit wird erhalten, verlorene Fähigkeiten werden wieder aufgebaut und erweitert. Der Prozess der Rehabilitation wird unterstützt.

Bettlägerige, bewegungsarme Patienten sind besonders gefährdet, eine Druckstelle (Dekubitus) mit Defekten der Haut zu entwickeln. In regelmäßigen Kinästhetik-Schulungen lernen unsere Mitarbeiter deshalb, die Patienten so zu unterstützen, dass diese selbst eigene Bewegungen, auch wenn sie noch so minimal sind, schmerzfrei durchführen können. Denn jede Bewegung führt zu einer Druckentlastung und kann Druckstellen verhindern. Der pflegebedürftige Patient erfährt es zudem als positiv, eine höhere Eigenaktivität entwickeln zu können und damit selbst aktiv den Genesungsprozess zu fördern. Die Pflegenden erlernen außerdem, wie sie schweres Heben und Tragen durch den effizienten Einsatz der eigenen Ressourcen vermeiden können. Die körpergerechtere Arbeit reduziert Gelenk- und Rückenbeschwerden.

Im Pflegedienst des Martin-Luther-Krankenhauses sind zwei ausgebildete Trainer für Kinästhetik (Grundkurs in der Pflege/ Grundkurs für pflegende Angehörige) tätig. Sie trainieren als Multiplikatoren unsere Mitarbeiter in Seminaren, beraten und unterstützen diese in Pflegesituationen vor Ort auf den Stationen. Auch Angehörige, die ihre Familienmitglieder oder Freunde zu Hause pflegen, werden gern von ihnen geschult oder beraten. Der Kontakt kann auf Wunsch über die Pflegedirektion hergestellt werden.

Sich einem Krankenhaus anzuvertrauen, ist meist ein mit Sorgen verbundener Schritt. Wir möchten deshalb alles wahrnehmen, um Ihnen diesen Schritt so leicht und angenehm wie möglich zu machen.

Im Martin-Luther-Krankenhaus bieten Ihnen ausgebildete Mitarbeiter des Pflegedienstes auf einigen Stationen unterstützend und ergänzend zu Ihrer medizinischen Behandlung die Anwendung von ätherischen Ölen im Rahmen der Aromapflege an.

Die ätherischen Öle werden über die Nasenschleimhaut und die Haut aufgenommen. Dadurch werden Stimmungen und Empfindungen auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene beeinflusst. Sie erleben die positive Wirkung der Aromapflege unmittelbar oder nach mehreren Anwendungen.

Wir integrieren bei der Aromapflege die Öle in die tägliche Körperpflege, führen kurze Einreibungen einzelner Körperteile, Teilbäder sowie Teil- oder Ganzkörperwaschungen durch. So können das allgemeine Wohlbefinden erhöht, Stress gelöst, Entspannung erreicht sowie Schmerzen und Beschwerden gelindert werden.

Mittlerweile arbeiten wir mit über 30 verschiedenen Ölen in unterschiedlichen Duftrichtungen. Selbstverständlich werden bestehende Erkrankungen oder Allergien bei der Auswahl der geeigneten Öle individuell berücksichtigt.

Wenn Sie Fragen zur Aromapflege haben oder im Rahmen Ihres stationären Aufenthaltes an einer Aromaanwendung interessiert sein sollten, wenden Sie sich bitte an das Pflegeteam Ihrer Station. Wir stehen Ihnen mit weiteren Informationen und Broschüren gern zur Verfügung.

Für viele Menschen ist ein Krankenhausaufenthalt mit der Sorge vor starken Schmerzen, insbesondere nach einer Operation, verbunden. Dank moderner Schmerztherapien ist es jedoch möglich geworden, Schmerzen auf ein erträgliches Maß zu reduzieren oder sogar ganz zu vermeiden. Der Patient sollte Schmerzen nicht aushalten, sondern sich so früh wie möglich bei den Pflegemitarbeitern melden, wenn Schmerzen auftreten! 

Schmerzen können z. B. die Bewegung, Atmung, Konzentration und auch Ihre Motivation zur Behandlung einschränken. Selbst der Wille gesund zu werden, kann durch starke Schmerzen negativ beeinflusst werden. Wir beziehen deshalb unsere Patienten bereits vor einer Operation aktiv in das Schmerzmanagement ein und geben alle erforderlichen Informationen. 

Unser Schmerzmanagement wird regelmäßig einmal im Jahr TÜV Rheinland nach den neuesten Qualitätsstandards überprüft. Seit 2010 besitzen wir das Zertifikat „Schmerzfreie Klinik“.

Zu unserem Schmerzmanagement gehören die Aufklärung durch den Anästhesisten über den wahrscheinlich postoperativen Schmerzverlauf und die Erläuterungen zu vorgesehenen Verfahren, z. B. speziellen Analgesieverfahren mit Blockierung einiger Nervenbahnen oder Einsatz von Schmerzpumpen zur Schmerzlinderung sowie Wirkungen und Nebenwirkungen der Schmerzmedikamente. Auch über unseren interdisziplinären Akutschmerzdienst, der aus einem Anästhesisten und Pflegemitarbeitern besteht, die eine Ausbildung zur algesiologischen Fachassistenz absolviert haben, informieren wir vor der Operation.

Während des Aufenthaltes werden die Patienten nach der Operation regelmäßig befragt, ob sie Schmerzen haben und wie stark die Schmerzen empfunden werden. Denn nur der Patient selbst kann zuverlässige Angaben zur individuellen Schmerzintensität machen. Dazu benutzen wir eine Schmerzskala. Mit Hilfe eines Zahlenwertes kann die Stärke der Schmerzen benannt werden und wir leiten eine geeignete Behandlung ein.

Kerstin Patt

Pflegedirektorin/ Prokuristin
Kerstin Patt

Kontakt

Martin-Luther-Krankenhaus

Pflegedienst

Caspar-Theyß-Straße 27-31

14193 Berlin

Sekretariat:
Pia Hase

Tel.: 030 8955-3810

Fax: 030 8955-3812

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