Das Diabetische Fußzentrum stellt sich vor

In Deutschland leiden etwa acht Millionen Menschen an Diabetes mellitus. Das diabetische Fußsyndrom stellt ein besonderes Problem unter den Spätkomplikationen des Diabetes mellitus dar – rund 15 Prozent aller Menschen mit Diabetes leiden darunter.

Oberstes Ziel: Amputationen vermeiden

Aufgrund des über Jahre erhöhten Blutzuckerspiegels kann es zu Schädigungen der sensorischen Nerven (Polyneuropathie) und Gefäße der Beine und Füße kommen. Im Zuge dieser Veränderungen sind Verletzungen der Fußsohlen oder Druckstellen meist schmerzlos und werden von den Betroffenen zunächst oft nicht bemerkt. Die Behandlung erfolgt daher häufig zu spät oder gar nicht. In anderen Fällen kommt es infolge arterieller Durchblutungsstörungen zum Absterben ganzer Gewebebezirke. Die Folge beider Veränderungen, die häufig auch in Kombination auftreten, sind bis zu 40.000 Amputationen jährlich in Deutschland.

Oberstes Ziel aller Maßnahmen im Martin-Luther-Krankenhaus ist es, Amputationen zu vermeiden. Sollte eine Amputation unumgänglich sein, wird versucht diese auf Teile des Fußes zu beschränken und das Gewebe zum Abheilen zu bringen, um die sichere Gehfähigkeit des Patienten zu erhalten.

Interdisziplinäres Team

Das diabetische Fußzentrum wird interdisziplinär von der Klinik für Innere Medizin, der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, der Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie, der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin und der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie betreut. In einem zwischen den behandelnden Bereichen abgestimmten Konzept (interdisziplinäre Fußvisite) erfolgt die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms sowohl medikamentös und lokaltherapeutisch als auch bedarfsweise minimal-interventionell radiologisch oder durch eine spezifische Gefäßchirurgie bis zum Unterschenkel. Im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Fußvisite werden die Patienten persönlich beraten.

Diabetesberater geben Tipps zur richtigen Ernährung bei Diabetes und helfen bei allen Fragen rund um die Insulingabe und den Alltag mit Diabetes. Speziell ausgebildete Wundexperten sorgen für eine professionelle Wundbehandlung nach modernsten Standards. Aufgrund langjähriger Erfahrung und hoher Kompetenz bei der Behandlung von problematischen Wunden ist das Martin-Luther-Krankenhaus als Ausbildungseinrichtung für Wundexperten (ICW) zertifiziert.

Ziel ist es, den Patienten die Geh- und Stehfähigkeit dauerhaft zu erhalten. Zusätzlich wird eine ambulante Fußsprechstunde zur Nachsorge als auch zur allgemeinen Begutachtung (Zweitmeinung) angeboten.

Zertifizierte Qualität

Unsere Zertifizierungen

Zertifiziertes Diabetisches Fußzentrum

Das Diabetische Fußzentrum ist als eine der wenigen stationären Einrichtungen in Berlin für das Diabetische Fußsyndrom zertifiziert.

Das Diabetische Fußzentrum ist bereits seit 2006 von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) als eine der wenigen stationären Behandlungseinrichtungen in Berlin für das Diabetische Fußsyndrom zertifiziert. Die umfassende und interdisziplinäre Versorgung der Patienten im Diabetischen Fußzentrum ist damit garantiert.

Forschung

Die Klinik für Innere Medizin führt langfristige Studien zur Verbesserung der Behandlung von Spätkomplikationen bei Diabetes mellitus durch. Im Rahmen dieser Studien haben Patienten die Möglichkeit, modernste Therapieverfahren kennenzulernen.

Sprechen Sie uns bei Interesse gerne an!