UNSERE SCHWERPUNKTE

Häufige Fragen zum Gelenkersatz

Wenn bei Ihnen ein künstliches Gelenk eingesetzt werden soll, ist es vollkommen normal, dass einige Fragen rund um die Operation und die Zeit danach auftauchen. Wir beantworten hier die häufigsten Fragen, die von Patienten gestellt werden.

Die Dauer der Operation hängt davon ab, welches Gelenk ersetzt werden soll. Das Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks dauert meist zwischen einer und zwei Stunden.

Nur wenn es bei der Operation zu einem großen Blutverlust kommt, sind Blutkonserven notwendig. Diese werden heutzutage sehr gut kontrolliert, sodass das Risiko, sich bei der Gabe von Fremdblut mit Krankheiten zu infizieren, äußert gering ist. Sie können aber vor der Operation auch Eigenblut spenden und dieses im Krankenhaus für den Notfall aufbewahren lassen.

Obwohl das Einsetzen eines künstlichen Gelenks mittlerweile zu den Routineeingriffen gehört, bestehen trotzdem – wie bei jeder anderen Operation – Risiken. Zu diesen zählen mögliche Hämatome, Thrombosen, Embolien oder Infektionen. Ihr Arzt wird Sie zu diesem Thema ausführlich informieren.

Die Materialien, die für künstliche Gelenke verwendet werden, rufen nur sehr selten Allergien hervor. Informieren Sie aber auf jeden Fall Ihren Arzt, wenn Sie auf bestimmte Metalle allergisch reagieren, oder legen Sie Ihren Allergiepass vor.

Im Durchschnitt muss man eine bis zwei Wochen nach dem Einsetzen eines künstlichen Gelenks im Krankenhaus bleiben. Die Dauer des Aufenthalts kann individuell aber sehr unterschiedlich sein und hängt sehr von Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab.

Nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüft- oder Kniegelenks können Sie meist schon am ersten oder zweiten Tag nach der Operation aufstehen. Ab dem dritten Tag lernen Sie, mit Gehstützen zu gehen. Die meisten Patienten können etwa sechs bis acht Wochen nach der Operation wieder ohne Gehstützen gehen.

Wann Sie nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüft- oder Kniegelenks wieder Auto fahren können, ist sehr unterschiedlich. Im Durchschnitt ist dies nach drei bis fünf Monaten wieder der Fall, schwankt aber individuell sehr stark. Generell sollten Sie sich erst wieder hinter das Steuer eines Autos setzen, wenn Sie sich selbst wieder für fahrtüchtig halten. Sollten Sie sich unsicher sein, so können Sie natürlich auch Ihren Arzt um Rat fragen.

Nach dem Aufenthalt im Krankenhaus schließt sich zunächst in den meisten Fällen eine Rehabilitation von meist drei Wochen an. Danach sind sie allerdings noch etwa einen bis zwei Monate lang noch körperlich eingeschränkt. Wann Sie wieder arbeiten können, hängt vor allem von Ihrer beruflichen Tätigkeit ab. Einen Bürojob können Sie natürlich wieder früher beginnen als schwere körperliche Arbeit.

Generell können Sie nach dem Einsetzen eines künstlichen Gelenks wieder Geschlechtsverkehr haben, sobald Sie sich dafür in der Lage fühlen. Allerdings sollten Sie in der ersten Zeit ein paar Stellungen vermeiden, die zu einer zu großen Belastung Ihres Gelenks führen könnten. Ihr Arzt kann Sie genauer darüber informieren.

Im ersten Jahr nach der Operation finden mehrere Kontrolluntersuchung statt. Später kann die Anzahl auf einmal pro Jahr oder nur noch alle zwei oder drei Jahre reduziert werden. Das für Sie beste Intervall wird Ihr Arzt bestimmen. Mithilfe der Kontrolluntersuchungen kann Ihr Arzt mögliche Komplikationen frühzeitig erkennen.

Da eine Endoprothese aus Metall besteht, werden Metalldetektoren, zum Beispiel bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen, einen Alarm auslösen. Wenn bei Ihnen eine Endoprothese eingesetzt wurde, erhalten Sie aber einen Endoprothesenpass, in dem die betroffene Körperseite und das entsprechende Implantat vermerkt sind. Dieses können Sie dann in der Sicherheitskontrolle vorzeigen.

Therapieempfehlungen der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: Degenerative Gelenkerkrankungen (Stand: 2008)

Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Arthrose. Robert Koch-Institut, Heft 54, Juni 2013

Online-Informationen des Berufsverbands der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie: www.bvou.net (Abruf: April 2014)

Online-Informationen der Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik e.V.: www.ae-germany.com (Abruf April 2014)

Die hier aufgeführten medizinischen Informationen dürfen weder als Ersatz für Beratung oder Behandlung durch anerkannte Ärzte angesehen werden, noch dürfen aufgrund der Informationen eigenständig Diagnosen gestellt, Behandlungen begonnen oder abgesetzt werden. Eine Haftung für evtl. direkte oder indirekte Schäden materieller oder ideeller Art, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Information verursacht wurden, ist ausgeschlossen.