Die Klinik für Innere Medizin II – Akutgeriatrie stellt sich vor

„Mir liegen alte Menschen besonders am Herzen. Von der Gesellschaft oft nicht genug beachtet, haben sie häufig aufgrund ihrer Einschränkungen nicht die Möglichkeit, ihre Bedürfnisse und Rechte adäquat einzufordern. Daher geht es mir nicht nur um die optimale medizinische Behandlung meiner Patienten, sondern auch um die Berücksichtigung ihrer sozialen Bedingungen und die Verbesserung ihrer Lebensqualität, damit sie alle ihnen zustehenden Rechte auch wirklich erhalten.“

In der Klinik für Innere Medizin II liegt der Schwerpunkt auf Akutgeriatrie. Unter der Leitung von Dr. med. Bettina Steinmüller werden Patienten im höheren Lebensalter (in der Regel älter als 70 Jahre), die akut erkrankt sind, meist zugleich an mehreren Krankheiten leiden (Multimorbidität) und bei denen begleitende Funktionseinschränkungen bestehen, ganzheitlich behandelt. Unser geriatrisches Team besteht aus spezialisierten Fachärzten, die Schwerstkranke und sterbende Menschen (Palliativmedizin) behandeln. Eine Besonderheit stellt die Spezialstation für ältere Schlaganfallpatienten dar.

Auch komplexe und lebensbedrohliche Krankheitsbilder können behandelt werden, ohne Patienten in andere Stationen zu verlegen. Das Team der Akutgeriatrie verfügt über Kenntnisse in allen medizinischen Fachbereichen und kann alle bestehenden Erkrankungen mitbehandeln. Für spezielle medizinische Fragestellungen werden weitere Fachärzte hinzugezogen. Ein ständiger Kontakt besteht zu Fachärzten der Zahnmedizin, Dermatologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO), Neurologie, Urologie, Gerontopsychiatrie und Augenheilkunde des Evangelischen Waldkrankenhauses Spandau, in niedergelassen Praxen bzw. aus anderen Kliniken, die regelmäßig die Patienten unserer Akutgeriatrie untersuchen.

Persönliche Zuwendung

Patienten der Akutgeriatrie werden von einem kompetenten und empathischen Team behandelt und betreut. Persönliche Wertschätzung, Herzlichkeit und vertrauensvolle Zuwendung haben für unsere Ärzte, Therapeuten, Psychologen, Pflegemitarbeiter, Sozialarbeiter, Physio- und Ergotherapeuten einen besonderen Stellenwert. Sie berücksichtigen die individuelle Lebensplanung und arbeiten nach den Grundsätzen des Ethikkomitees der Paul Gerhardt Diakonie. Auf Wunsch stellen wir Kontakt zur Seelsorge, zum Sozialdienst und zur Entlassungskoordination her.

Lebensqualität

Die Klinik für Innere Medizin II – Akutgeriatrie verfügt über 119 Betten. Oberste Prämisse ist es, die Lebensqualität der Patienten und die Selbstständigkeit in den alltäglichen Anforderungen zu erhalten. Sie sollen aktiv und weitgehend eigenständig am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Fast alle Patienten können nach der Behandlung in unserer Akutgeriatrie wieder in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren. Nur ein kleiner Anteil wird in Pflege- oder Seniorenheime neu vermittelt.

Frühestmögliche Rehabilitation

Neben der akutmedizinischen Behandlung nach den neuesten Standards wird bereits am Aufnahmetag die Frührehabilitation durch das Team der Akutgeriatrie begonnen. Während des Aufenthaltes unterstützen Mitarbeiter der Physiotherapie und Ergotherapie, der Logopädie und Neuropsychologie sowie die aktivierende Pflege die Mobilisierung unserer Patienten. Nur so kann einer weiteren Verschlechterung des Allgemeinzustandes vorgebeugt und eine schnelle Gesundung mit weitestgehender Wiederherstellung der Alltagsfähigkeit erreicht werden.

Diagnostik

Viele moderne Diagnostikverfahren werden von den Fachärzten unserer Klinik selbst durchgeführt. Dazu gehören u. a. Ultraschalluntersuchungen (Abdomen-Sonografie, Doppler- und Duplexsonografie, Echokardiografie), die Auswertung von Langzeit-EKG und Langzeit-Blutdruckmessungen, Ergometrien und Kipptischuntersuchungen.

Darüber hinaus steht uns die Klinik für bildgebende Diagnostik, interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin in unserem Haus mit weiteren Möglichkeiten zur Funktionsdiagnostik wie Radiologie, Nuklearmedizin, Computertomografie, Kernspintomografie und Szintigrafie zur Verfügung. Endoskopien können z. B. in der Klinik für Innere Medizin I durchgeführt werden. Für die gesamte Labormedizin arbeiten wir mit einem Kooperationspartner zusammen.

Auf unseren Stationen ist die laufende Beobachtung von geriatrischen Patienten gewährleistet (Monitoüberwachungsbetten). Bei nicht beatmungspflichtigen Patienten ist dort eine intensive Kreislaufüberwachung mit Monitoring und Spritzenpumpe (Perfusor/Infusiomatentherapie) möglich.



Mangelernährung

Gewichtsverlust, Mangelernährung oder Unterernährung sind häufige Probleme bei älteren Menschen. Unser ernährungsmedizinisches Team kann durch systematische Untersuchungen (BMI, Blutwerte, Mini-Nutritional-Assessment) Mangelernährung frühzeitig erkennen und Behandlungen einleiten.

Unsere Patienten erhalten Unterstützung durch die Mitglieder unseres multiprofessionellen Teams (Ernährungsberater, Logopäden, Ergotherapeuten, Pflegekräfte und Ärzte). Auch die Hausärzte der betroffenen Patienten erhalten mit dem ernährungsmedizinischen Befund Tipps und Hinweise für die weitere ernährungsmedizinische Betreuung ihrer Patienten.

Die Therapieempfehlungen erfolgen in Übereinstimmung mit den Leitlinien der nationalen und internationalen Fachgesellschaften (Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin, European Society for Clinical Nutrition and Metabolism).

Beratung und geriatrische Pflege

Wir pflegen, helfen, unterstützen, leiten an, beraten, stehen bei und motivieren. Wir fördern alltagsrelevante Bewegungsabläufe ebenso wie die Fähigkeiten und Eigenaktivitäten unserer älteren Patienten. Für eine kompetente geriatrische Pflege verfügen unsere Mitarbeiter über ein umfassendes Wissen über physiologische Alterungsprozesse. Sie kennen die vielschichtigen Problemen bei Erkrankungen im Alter und Multimorbidität (dem gleichzeitigen Vorhandensein von mehreren Krankheiten). Immobilität, Ernährungsveränderungen, Sturzverletzungen, Inkontinenz, Stomaversorgung, Schmerz und auch Angst gehören zum Berufsalltag des Geriatrie-Teams.

Die Wundversorgung spielt in der Behandlung geriatrischer Patienten eine große Rolle. Speziell ausgebildete Wundschwestern versorgen die verschiedensten Wundarten und beobachten den Wundverlauf. Unsere Patienten erhalten eine ausführliche Hilfsmittelberatung und geduldige Einweisung in alle Heil- und Hilfsmittel.

Ist der Abschluss der klinischen Behandlung in Sicht, bereiten wir frühzeitig die Entlassung vor. Dies gibt Angehörigen die Möglichkeit, ggf. nötige Vorbereitungen zu treffen. Bei Bedarf und Wunsch stellen wir den Kontakt zum Sozialdienst und zur Entlassungskoordination unseres Hauses oder zum Pflegewohnhaus am Waldkrankenhaus her. Die Überleitung in eine nachfolgende Betreuung erfolgt strukturiert und systematisch in enger Zusammenarbeit mit ausgewählten Kooperationspartnern.

Qualität

Die Klinik für Innere Medizin II – Akutgeriatrie ist mehrfach zertifiziert. Sie erfüllt die Anforderungen nach EQ-Zert und erhielt als erste Klinik das Qualitätssiegel Geriatrie. Die Klinik ist nach DIN EN ISO zertifiziert und erzielt im bundesweiten Vergleich bei Gemidas Pro® - der Qualitätssicherung in der Geriatrie vom Bundesverband der Geriatrie stets überdurchschnittliche Ergebnisse.

Die Schwerpunkte der Klinik

Für ältere Schlaganfallpatienten (ab 70 Jahre) steht in der Klinik für Innere Medizin II – Akutgeriatrie seit September 2006 eine Spezialstation zur Verfügung. Die Schlaganfallstation wird durch ein interdisziplinäres Team betreut, in dem Ärzte, Pflegemitarbeiter, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden und Neuropsychologen eng zusammenarbeiten. Sie sichern die Intensivüberwachung in den ersten Tagen über einen Monitor und erkennen eventuell auftretende Komplikationen frühzeitig.

Aufgrund der Mehrfacherkrankung und des Alters der Patienten ist eine ganzheitliche Behandlung durch spezialisierte Fachärzte und geriatrische Pflegemitarbeiter erforderlich. Daher beginnt die Frührehabilitation direkt nach der Aufnahme ins Krankenhaus.

Bei einem Verdacht auf einen Schlaganfall ist umgehend der Notruf 112 der Berliner Feuerwehr zu verständigen, der die Erstversorgung und den Transport in das zuständige Krankenhaus übernimmt. Zur Vermeidung von Folgeschäden zählt hier wirklich jede Minute!

Weiterführende Informationen zum Schlaganfall

Im Rahmen der Palliativmedizin erfahren Patienten ganzheitliche Behandlung: Sie leiden unter weit fortgeschrittenen Erkrankungen und einer begrenzten Lebenserwartung. Das Ziel liegt nicht mehr in einer kurativen Behandlung, sondern im Umgang mit den Krankheitsbeschwerden wie Schmerzen oder psychologische Probleme.

Im Vordergrund stehen die Lebensqualität des Patienten und die individuellen Bedürfnisse. Die Palliativmedizin achtet und respektiert das Selbstbestimmungsrecht des Patienten.

Weiterführende Informationen zur Palliativen Geriatrie

Die klinische Neuropsychologie untersucht und behandelt psychische Störungen, die aufgrund von Erkrankungen und Schädigungen des Gehirns auftreten. In der Akutgeriatrie gehören dazu Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit, Störungen des Verhaltens (z. B. Unruhe) und Befindlichkeitsstörungen wie Depression. So können durch die Verarbeitung von meist schwerwiegenden Krankheiten oder Mehrfacherkrankungen affektiv-emotionale Störungen auftreten. Auch Schlaganfälle können zu unterschiedlichen neuropsychologischen Störungen führen: nachlassende Aufmerksamkeit, nachlassendes Gedächtnis sowie Veränderungen im räumlich-visuellen Wahrnehmungsvermögen oder problemlösenden Denken gehören zu häufigen Beschwerden.

Um diese frühzeitig zu erkennen, wird bei allen Patienten der Akutgeriatrie ein Kurztest zur Beurteilung des emotionalen Befindens durchgeführt. Eine vertiefende Diagnostik, psychotherapeutische Interventionen oder antidepressive medikamentöse Behandlung werden bei Bedarf eingesetzt.

Nach einem Schlaganfall oder anderen neurologischen Erkrankungen treten häufig Sprachstörungen oder Schluckstörungen auf. Unseren geriatrischen Patienten stehen erfahrene Logopäden für die Verbesserung des Schluckens sowie der Nahrungsaufnahme zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Umgang mit Schluckstörungen (Dysphagie) haben wir in einem Infoflyer zusammengestellt.

Dr. med. Bettina Steinmüller

Chefärztin
Dr. med. Bettina Steinmüller

Kontakt

Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau

Klinik für Innere Medizin II - Akutgeriatrie

Stadtrandstraße 555

13589 Berlin

Sekretariat:
Sina Scheel

Tel.: 030 3702-1402

Fax: 030 3702-1408

erreichbar Montag bis Freitag, 8:00 bis 16:00 Uhr

Einweisung

Die Einweisung in die Akutgeriatrie kann erfolgen

in Notfällen über die zentrale Notaufnahme unseres Hauses,
als Direkteinweisung durch niedergelassene Ärzte,
als Verlegung aus anderen Krankenhäusern nach Anmeldung oder
als Verlegung innerhalb der Hauses.

Außerhalb der Bürozeiten erreichen Einweiser den Arzt vom Dienst unter 030 3702-1409.

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