Die Klinik für Anästhesie und interdisziplinäre Intensivmedizin stellt sich vor

Patientenumfrage zur Versorgungsqualität nach einer Operation: zur Umfrage

Die Klinik für Anästhesie und interdisziplinäre Intensivmedizin unter der Leitung von Dr. med. Stephan-Matthias Reyle-Hahn sichert die anästhesiologische Versorgung bei ambulanten und stationären Operationen in allen medizinischen Bereichen unseres Hauses. Von der Blinddarmoperation in der Klinik für Chirurgie über den Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie bis zur schmerzarmen Geburt in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe – unsere Anästhesisten sind bei Regionalanästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie stets dabei. Außerdem sind wir für die Durchführung der Narkosen im Ambulanten Operationszentrum des Evangelischen Waldkrankenhauses Spandau verantwortlich.

Eine kurze Geschichte der Anästhesie

Der Begriff Anästhesie ist aus dem griechischen Wort ‚anaisthesia’ abgeleitet und bedeutet Empfindungslosigkeit. Das Ziel einer Anästhesie (Betäubung) ist es, Untersuchungen und Operationen für Patienten so sicher und angenehm wie möglich zu gestalten. Je nach Bedarf werden lokale Anästhesien (örtliche Betäubungen, Teilnarkosen) oder Vollnarkosen durchgeführt. Diese werden vom Anästhesisten, dem Narkosearzt, durchgeführt.

Die Allgemeinanästhesie oder Vollnarkose macht viele chirurgische Eingriffe erst möglich. Sie schaltet das Bewusstsein und Schmerzempfinden des Patienten aus. Der Zahnarzt W.T.G. Morton aus Boston war im Jahr 1846 der erste, der Patienten vor dem Eingriff in einen künstlichen Tiefschlaf versetzte. Seither sind Narkosemedikamente und Techniken kontinuierlich verbessert worden.

Die Einführung des Facharztes für Anästhesie in den fünfziger Jahren ergab in Deutschland eine enorme Qualitätsverbesserung in der Operativen Medizin. So konnte die Wahrscheinlichkeit im Rahmen einer geplanten Operation zu versterben von damals 3,3/100.000 Einwohner auf eine heute statistisch minimale Zahl von 0,4/100.000 Einwohnern gesenkt werden. In der Anästhesie ist der Facharzt für Anästhesie dafür verantwortlich, dass Operationen sicher durchgeführt werden können.

Teilnarkose oder Vollnarkose?

Einige chirurgische Eingriffe erfordern eine Vollnarkose. Für kleinere Operationen genügt es, die betreffende Region zu betäuben. Während der Operation schalten wir den Schmerz aus und halten die lebenswichtigen Körperfunktionen wie Atmung und Kreislauf aufrecht. Wird im Zusammenhang mit einer Operation eine Intensivbehandlung auf der Intensivstation erforderlich, z. B. eine Beatmung, werden Patienten von unseren Anästhesisten weiter betreut.

Betreuungsqualität

Als Anästhesisten arbeiten wir eng mit allen medizinischen Fachbereichen unseres Krankenhauses zusammen und möchten alle Patienten kompetent und freundlich betreuen. Unsere Aufgabe ist es, Sie sicher durch Ihre geplante Operation zu begleiten. Bitte geben Sie uns ein kurzes Feedback zur Betreuung durch unsere Anästhesisten. Nutzen Sie dazu den Fragebogen zur Betreuungsqualität in der Anästhesie. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Die Schwerpunkte der Klinik

Bei der Allgemeinanästhesie/Vollnarkose befindet sich der Patient in einem schlafähnlichen Zustand. Das Bewusstsein und das Schmerzempfinden im gesamten Körper ist ausgeschaltet. Alle wichtigen Vitalfunktionen des Körpers wie z. B. Puls, Blutdruck, Atmung, Sauerstoffsättigung, Herztätigkeit werden während der gesamten Operationszeit durch den Anästhesisten kontinuierlich überwacht. 

Zur Narkose wird meist eine Kombination von Medikamenten eingesetzt. Abhängig vom Einzelfall werden Schlafmittel, Mittel gegen Schmerzen und zur Muskelerschlaffung sowie zur Beeinflussung des vegetativen Nervensystems verabreicht. Diese Medikamente werden entweder in die Vene eingespritzt oder der Atemluft beigemischt. Eingeleitet wird die Anästhesie, indem die Medikamente über den liegenden Venentropf (Infusion) eingespritzt werden. Nur in Ausnahmefällen kommt bei Erwachsenen eine Narkoseeinleitung durch Einatmen eines Narkosegases infrage. Der Einsatz einer Gesichtsmaske bei Erwachsenen dient nur einer erhöhten Sauerstoffzufuhr. Nach dem Einschlafen wird die Atmung über diese Gesichtsmaske unterstützt. Auf diese Weise werden kurze Eingriffe bis zu einer Dauer von 15 Minuten durchgeführt.

Nachwirkungen der Anästhesie/Vollnarkose

Nach der Narkose können Befindlichkeitsstörungen auftreten, die im Allgemeinen rasch vorübergehen. Durch die ständige Betreuung eines Anästhesisten und die zuverlässige Überwachung mit Hilfe technischer Geräte ist das Risiko ernsthafter Zwischenfälle heute äußerst gering. 

Individuelle Operationsvorbereitung

Die Anästhesie wird auf jeden Patienten genau abgestimmt. Alter, Gewicht, körperliche Gesamtverfassung und Geschlecht sind hierbei wichtige Kriterien. Die individuelle Anästhesie bietet größtmögliche Sicherheit, Komfort und Schmerzfreiheit. Im Aufklärungsgespräch vor der Operation bespricht der Anästhesist die speziellen Risiken einer Anästhesie mit dem Patienten. 

Besonders bei einer ambulanten Operation kommt eine regionale (lokale) Narkose oder eine Teilbetäubung zum Einsatz. Sie ist für viele medizinische Eingriffe ausreichend und belastet den Organismus weniger als eine Vollnarkose. 

Die örtliche Empfindungslosigkeit und Schmerzfreiheit erfolgt durch eine zeitweilige Funktionshemmung von Nerven. Teilweise kann die aktive Beweglichkeit in den betroffenen Körperregionen beeinträchtigt sein. Da das Bewusstsein erhalten bleibt, ist der Patient jederzeit ansprechbar. Für eine sichere und exakte Platzierung des Lokalanästhetikums (Narkosemittel) kann das Narkotikum mit Hilfe eines Ultraschallverfahrens injiziert werden.

Durch die Periduralanästhesie (PDA) kann eine Geburt für die Frau erleichtert werden, weil sie eine Schmerzlinderung herbeiführt. Eine völlig ‚schmerzarme’ Geburt kann jedoch niemand versprechen. Die Wehenschmerzen bei der Geburt sind individuell sehr unterschiedlich. Hebammen, Frauenärzte und Narkoseärzte möchten Frauen helfen, diese Wehenschmerzen zu lindern. Die Betreuung durch die Narkoseärzte ist im Kreißsaal 24 Stunden täglich gewährleistet.

Einige operative Eingriffe erfordern die Kombination einer Regionalanästhesie mit einer Allgemeinanästhesie (Vollnarkose).

1. Kombination von Spinal- und Allgemeinanästhesie

Für orthopädische Operationen an der Hüfte und am Bewegungsapparat kann eine Kombination von Spinal- und Allgemeinanästhesie sinnvoll sein. Durch die Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) kann dem Patienten das bewusste Erleben einer längeren Operation in einer unbequemen Lagerung erspart bleiben. Die Spinalanästhesie dient der Schmerzausschaltung während, vor allem aber nach der Operation. 

Durch die Wirkung des Lokalanästhetikums (örtliche Betäubung) werden geringere Mengen stark wirksamer Schmerzmittel (Opioide) benötigt. Damit reduzieren sich die Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Übelkeit etc. nach der Operation. Bei Regionalanästhesien im orthopädischen Bereich ist mit weniger postoperativen Komplikationen zu rechnen.
 Mit der Kombination von Spinal- und Allgemeinanästhesie fühlen sich Patienten nach der Operation im Allgemeinen wacher und verspüren weniger Schmerzen.

2. Kombination von Peridural- und Allgemeinanästhesie

Für einige Operationen an Brustkorb- und Bauchorganen (z. B. Lunge, Leber, Darm) kann die Kombination von Peridural- und Allgemeinanästhesie sinnvoll sein. Durch die Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) wird dem Patienten das bewusste Erleben einer relativ langen Operation erspart und eine künstliche Beatmung ermöglicht. Die Periduralanästhesie dient der Schmerzausschaltung während, vor allem aber nach der Operation. Durch den Anästhesisten werden dabei die vom Operationsgebiet zum Rückenmark führenden Nerven betäubt. Durch ständiges Einspritzen des Lokalanästhetikums werden geringere Mengen stark wirksamer Schmerzmittel (Opioide) benötigt und so die Nebenwirkungen reduziert. 

Mit der Kombination von Peridural- und Allgemeinanästhesie sind Patienten nach der Operation wacher und verspüren weniger Schmerzen. Außerdem wird die Darmtätigkeit durch die Periduralanästhesie angeregt.

Xenonanästhesie ist eine sanfte Betäubung durch die Inhalation von Xenongas. Patienten mit Herzerkrankungen, Schwangere und andere Risikogruppen reagieren oft empfindlich auf Narkose. Die Inhalation von Xenongas bietet eine sanfte Betäubung mit äußerst geringen Nebenwirkungen. So können die üblichen Wortfindungsstörungen oder Verwirrungszustände nach der Operation verhindert werden. Es eignet sich besonders für Patienten, die empfindlich auf andere Narkosearten reagieren können, wie Multiallergiker, Patienten mit Bluthochdruck (Maligne Hypertonie), neurologischen Muskelerkrankungen oder kardiologisch sehr kranke Patienten.

Das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau ist eines der wenigen Krankenhäuser, in dem eine Anästhesie mit dem Edelgas Xenon angeboten wird. 

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Aus diesem Grund gehen wir intensiv auf die besonderen Bedürfnisse unserer kleinen Patienten ein. Unvermeidliche und für Kinder sicher auch unangenehme Abläufe werden so schonend und schmerzfrei wie möglich durchgeführt. Wir sind bestrebt, Operationen bei Kindern im Alter von mehr als einem Jahr möglichst ambulant in unserer Tagesklinik durchzuführen. weitere Informationen über das Ambulante Operationszentrum

Angst, z. B. vor Operationen, resultiert überwiegend aus Unsicherheit oder Unwissenheit. Je besser wir mit einer Situation vertraut sind, umso leichter finden wir einen Umgang mit ihr. Auch Kinder möchten wissen, was vor, während und nach der Operation passiert und was sie erwartet. Die ehrliche Aufklärung eines Kindes über die Narkose und den Operationsverlauf durch Eltern und Ärzte unterstützt den erforderlichen medizinischen Eingriff und fördert die Kooperationsbereitschaft der Kinder.

Die Behandlung starker Schmerzen ist ebenfalls die Aufgabe von Fachärzten für Anästhesie. Schmerzen haben die verschiedensten Ursachen und können durch den Schmerztherapeuten medikamentös gelindert werden. 

Das Team der Anästhesie verfügt über interdisziplinäre Erfahrungen und behandelt akute Schmerzen, z. B. nach einer Operation (Postoperative Schmerztherapie), chronische Schmerzen, z. B. bei onkologischen und geriatrischen Patienten. Die Anästhesie arbeitet eng mit allen medizinischen Bereichen des Evangelischen Waldkrankenhauses Spandau zusammen. Eine gemeinsame Behandlung ist besonders für Patienten der Palliativmedizin oder der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie wichtig. Ein Schmerzkonsil steht für geriatrische und andere Fragen für alle Stationen zur Verfügung.

Wir sprechen Ihre Sprache

Alle Behandlungen und Untersuchungen können in Englisch, Spanisch, Polnisch, Bulgarisch, Russisch, Ungarisch, Französisch, Niederländisch, Arabisch, Türkisch, Koreanisch nach Absprache erfolgen. Für weitere Sprachen stehen unseren Patienten die Dolmetscher unseres Hauses gern zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie dafür über den behandelnden Fachbereich oder die Station einen Termin.

Dr. med. Stephan-Matthias <br>Reyle-Hahn

Ärztlicher Direktor
Dr. med. Stephan-Matthias
Reyle-Hahn

Kontakt

Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau

Klinik für Anästhesie und interdisziplinäre Intensivmedizin

Stadtrandstraße 555

13589 Berlin

Sekretariat:
Alice Buhr

Tel.: 030 3702-1822

Fax: 030 3702-1836

erreichbar werktags 8:00 bis 14:00 Uhr

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03.03.2014 | Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau