Jagdschloss, Sanatorium, evangelisches Krankenhaus

Das Evangelische Krankenhaus Hubertus hat im Jahr 2011 seinen 80. Geburtstag gefeiert. Die Geschichte der Einrichtung reicht jedoch noch weiter zurück: Das Gebäude im Stil eines englischen Jagdschlosses war einst im Besitz von Prinz Leopold von Preußen und diente Anfang des 20. Jahrhunderts als Sanatorium.

Mit der Weltwirtschaftskrise ging die Zeit der Sanatorien zu Ende; der Verein zur Errichtung Evangelischer Krankenhäuser, der heute Paul Gerhardt Diakonie heißt, erwarb das Haus und baute es zu einem Krankenhaus um.

Geringe Auslastung im Gründungsjahr, Überfüllung mit Verwundeten und Bombardierungen während des Krieges, eine ambivalente Haltung während der Nazi-Zeit, in den 60er und 70er Jahren ein dramatischer Personalengpass in der Pflege, schließlich die Bedrohung des Fortbestehens nach dem Mauerfall: Die Geschichte des Evangelischen Krankenhauses Hubertus war reich an Prüfungen. Doch das Haus hat sich immer wieder erfolgreich weiterentwickelt und ist heute eine feste Größe im Berliner Gesundheitsmarkt.

Anlässlich des 80-jährigen Bestehens ist eine Geschichtsstudie erschienen, die das Evangelische Krankenhaus Hubertus in einzelnen Episoden von seinen Anfängen im Jahr 1931 bis in die Gegenwart vorstellt.

Die Geschichte unseres Hauses in Bildern

[Gärtnerei, um 1931] Vom Sanatorium... - 1929 wurde als Reaktion auf die Überfüllung der städtischen Krankenhäuser in Berlin der Verein zur Errichtung evangelischer Krankenhäuser (VzE) gegründet. Ziel war, das Angebot an evangelischen Krankenhäusern zu verbessern. Zwei Jahre später erwarb der VzE für eine Million Reichsmark das wenig erfolgreiche "Kurhaus Hubertus" in Berlin Schlachtensee - ein Sanatorium in einem Gebäude im Stil eines englischen Jagdhauses, das einst Prinz Leopold von Preußen gehört hatte - und baute es zu einem Krankenhaus um. Foto: Schwesternschaft des Evangelischen Bundes.
[Patientenzimmer, um 1931] ... zum Krankenhaus - Im Februar 1931 eröffnete das Kurhaus Krankenhaus Hubertus. Man war stolz auf die Ausstattung des neuen Krankenhauses, wie ein Prospekt aus der Zeit zeigt: "Jedes, auch das kleinste Zimmer, hat Doppeltüren, fließendes kaltes und warmes Wasser, eigenes Telephon, Radioanlage. Die Einrichtung ist ungemein geschmackvoll." Nach Startproblemen stieg die Auslastung des Hauses stetig an, so dass Aus- und Umbauten nötig wurden. 1939 zählte das Haus 110 Betten. Foto: Ev. Krankenhaus Hubertus
[nach dem Bombenangriff vom 6. März 1944] Die Folgen des Krieges - Der zweite Weltkrieg traf das Krankenhaus Hubertus in mehrfacher Hinsicht. Größtes Problem war der Personalmangel: Nicht nur der Verwaltungsleiter, sondern auch viele Pfleger und Schwestern mussten an die Front oder Sanitätsdienst für die Wehrmacht leisten. Das Krankenhaus wurde bei Bombenangriffen schwer beschädigt. Der Wiederaufbau wurde jedoch noch während des Krieges beendet. Im Januar 1945 standen wieder 100 Betten zur Verfügung und im April 1945 konnten Menschen aus den umliegenden Straßen vor den einrückenden sowjetischen Soldaten ins Krankenhaus flüchten. Foto: PGD
[Abriss des Gebäudes Spanische Allee 14, 1982] Rege Bautätigkeit - Als die schwierigen Nachkriegsjahre, in denen sich der VzE auch mit Entnazifizierungsprozessen einiger seiner Mitarbeiter auseinandersetzen musste, überstanden waren, nahm die Klinikleitung zahlreiche Baumaßnahmen in Angriff: 1960 ein Neubau für 32 Betten, drei Jahre später ein zweiter Neubau für 119 Betten. Ein Teil des alten Haupthauses wurde grundsaniert. Ab 1974 führte der Bau der Cafeteria und eines Schwesternhauses (heute Dienstleistungszentrum) wieder Baufahrzeuge und Bauarbeiter auf das Gelände. In den 1980er Jahren folgten der Neubau einer Intensiv- und Röntgenstation. Foto: Ev. Krankenhaus Hubertus
[Seite 1 der BZ, März 1996] Weiterbestehen gesichert - Die Deutsche Einheit veränderte die medizinische Versorgungslage in Berlin: Plötzlich herrschte Überversorgung in der ehemals geteilten Stadt. Die Folge: Im März 1996 drohte dem Krankenhaus Hubertus die Schließung, da die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen den Versorgungsvertrag kündigte. Die Mitarbeiter sammelten 20.000 Unterschriften, Prominente veröffentlichten Briefe, in der sie die Qualität des Hauses lobten und die drohende Schließung verurteilten. Der Protest hatte Erfolg: Unter der Bedingung, die Bettenzahl zu reduzieren und ein Pflegewohnheim einzurichten, widerrief der Senat die Kündigung.
[Untersuchung durch Spezialisten des Gefäßzentrums, 2010] Wettbewerbsfähig durch Spezialisierung - Die Bildung von spezialisierten, überdisziplinären Zentren neben den klassischen Fachabteilungen ist ein wichtiges Instrument modernen Krankenhausmanagements. Das Evangelische Krankenhaus Hubertus etablierte 2004 ein Gefäßzentrum, das heute als Interdisziplinäres Gefäßzentrum dreifach zertifiziert ist. Internisten, Gefäßchirurgen und Radiologen sorgen in fachübergreifender Kooperation gemeinsam für die bestmögliche Behandlung von Gefäßpatienten. Foto: PGD
[Außenansicht heute] Grund zum Feiern - 80 Jahre EKH - Seit dem Zusammenschluss des Vereins zur Errichtung evangelischer Krankenhäuser und der Einrichtungen der Paul Gerhardt Stiftung im Jahr 2008 steht das Evangelische Krankenhaus Hubertus unter der Trägerschaft der Paul Gerhardt Diakonie, einem der größten konfessionellen Gesundheitsanbieter der Region. Über 210 Betten verfügt das Krankenhaus heute, jährlich werden rund 6.500 Patienten stationär und 13.000 Patienten ambulant betreut. Auf dem Gelände befinden sich das Pflegewohnheim Hubertus mit 28 Plätzen und die Einrichtung Betreutes Wohnen mit 75 Wohnungen sowie die ambulante Rehabilitation Hubertus mit 25 Plätzen. 2011 feiert das Evangelische Krankenhaus Hubertus sein 80-jähriges Bestehen - als modernes, konfessionell geprägtes Krankenhaus bestens gerüstet für die Zukunft. Foto: PGD

Diese Schlaglichter der Geschichte des Evangelischen Krankenhauses Hubertus sind der Chronik des Historiker Clemens Tangerding entnommen, die Sie hier bestellen können.

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Evangelisches Krankenhaus Hubertus

Spanische Allee 10-14

14129 Berlin

Tel.: 030 81008-0

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