Historie
Vom verträumten Dorf zum Wissenschaftsstandort
- Entstehung der Krankenhäuser in Berlin-Buch
- Das Fachkrankenhaus FLT 1951 bis 1989
- Das Fachkrankenhaus FLT nach 1989
- Evangelische Lungenklinik Berlin ab 2006
Entstehung der Krankenhäuser in Berlin-Buch
Buch, das Theodor Fontane 1860 noch als verträumtes Dorf beschrieb, wurde 1878 mit dem Ausbau der Straße und der Bahn von Berlin nach Stettin aus seiner beschaulichen Ruhe geweckt. Zahlreiche Berliner siedelten sich an und vergrößerten den Ort, der durch sein altes Rittergut geprägt war. Die Stadt Berlin erwarb das Gut 1898 und beschloss, weitläufige Pflegeanstalten für geistig und psychisch Behinderte, sogenannte Irrenanstalten, zu bauen. Ludwig Hoffmann, ab 1896 Stadtbaurat in Berlin, plante diese Anstalten und verband von Beginn an die Planung der Gebäude mit einer großzügigen Gartenanlage, die mit den Jahren zu einem Park ganz eigener Schönheit heranwuchs.
Von 1899 bis 1906 entstand als „3. Berliner Irrenanstalt“ der Komplex des heutigen Hufeland-Krankenhauses, in dem in der Reihe der Männerhäuser (Haus 201 bis 209) auch die heutige Evangelische Lungenklinik Berlin (ELK) angesiedelt ist. Ab 1926 nannte sich diese Anlage „Heil- und Pflegeanstalt“. Mit Beginn des zweiten Weltkrieges wurden viele Insassen mit unbekanntem Ziel und ohne Wiederkehr „verlegt“. Patienten des Hufeland-Hospitals aus der Berliner Fröbelstraße kamen nach Buch und verliehen dem ganzen Komplex den Namen. Bis 1945 zogen weitere Kliniken der Innenstadt mit nahezu allen medizinischen Fachgebieten in das Gelände am Stadtrand.
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Das Fachkrankenhaus FLT 1951 bis 1989
1950 war die Tuberkulosebekämpfung ein Schwerpunkt des Gesundheitswesens in der DDR: Bei Frauen und Männern zwischen 15 und 25 Jahren verstarb damals noch jeder dritte an Tuberkulose Erkrankte. Aus der Tuberkuloseabteilung des Hufeland-Krankenhauses in Berlin-Buch entwickelte sich ein Tuberkulose-Forschungsinstitut: Das im Krieg bis auf die Grundmauern zerstörte Haus 205 wurde ab 1951 wieder errichtet und mit Laboratorien ausgestattet. Am 1. Juli 1952 nahm das Institut offiziell seine Arbeit auf und erhielt 1963 die Bezeichnung „Forschungsinstitut für Tuberkulose und Lungenkrankheiten“. Zu Beginn der 70er Jahre verzeichnete man einen deutlichen Rückgang der Tuberkulose-Fälle, dafür nahmen unspezifische Lungenkrankheiten zu. Das Institut änderte folgerichtig den Namen in „Forschungsinstitut für Lungenkrankheiten und Tuberkulose“: Dafür bürgerte sich das Kürzel „FLT“ ein.
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Das Fachkrankenhaus FLT nach 1989
Bemühungen, das Institut mit seiner für Deutschland einmaligen Synthese aus Forschung und Klinik auch nach der Wende zu erhalten, waren aus wirtschaftlichen Gründen nicht erfolgreich. Nur die Fachklinik blieb unter dem Namen „Fachkrankenhaus für Lungenheilkunde und Thoraxchirurgie“ erhalten. 1992 übernahm das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg e.V. die Trägerschaft der ELK und damit einen maroden Gebäudekomplex, der dringender Instandsetzung bedurfte. Insbesondere die desolate Situation des Operationstraktes, der den hygienischen Anforderungen nicht mehr genügte, war Ausgangspunkt für die Planung und Umsetzung der Rekonstruktion und Modernisierung des gesamten FLT. Die dringend notwendigen Sanierungen wurden in acht Jahren umgesetzt und im Jahr 2000 abgeschlossen.
Im Juni 2002 wechselte das FLT erneut seine Trägerschaft: Der Verein zur Errichtung evangelischer Krankenhäuser e.V. (VzE) in Berlin ist seitdem alleiniger Gesellschafter der Klinik.
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Evangelische Lungenklinik Berlin ab 2006
Um die Zugehörigkeit zum Verein zur Errichtung evangelischer Krankenhäuser e.V. (VzE) zu bekräftigen, trägt das FLT seit August 2006 den Namen Evangelische Lungenklinik Berlin – Krankenhausbetriebs gGmbH. Der VzE hat sich mit Wirkung zum 1. Juli 2009 in Paul Gerhardt Diakonie e.V., Berlin und Wittenberg umbenannt und betrieb zu diesem Zeitpunkt sechs Krankenhäuser, mehrere Pflegeeinrichtungen, Ambulante Rehabilitationszentren sowie Medizinische Versorgungszentren in Berlin und Sachsen-Anhalt.
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