Diagnostik und Therapie
Leistungsspektrum der Klinik für Thoraxchirurgie
Die Klinik für Thoraxchirurgie bietet das komplette Spektrum thoraxchirurgischer Operationen an, das heißt Eingriffe an den Atemwegen, der Lunge, dem Mittelfellraum und der Brustwand. In Ausnahmefällen können auch Operationen unter Verwendung einer Herz-Lungen-Maschine durchgeführt werden.
Die Versorgung von Patienten mit thorakalen Erkrankungen wird auf hohem Qualitätsniveau sichergestellt, dieses ist durch die Zertifizierung zum "Thoraxzentrum - Kompetenzzentrum für Thoraxchirurgie" durch die Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie 2008 bewiesen worden.
Neben der offenen Thoraxchirurgie mit Eröffnung der Brusthöhle werden viele Operationen minimal-invasiv und videoassistiert (Schlüssellocheingriffe) durchgeführt.
Ausgewähltes Krankheitsspektrum (alphabetisch geordnet):
- Bronchiektasen (Aussackungen der Bronchien)
- Hämatothorax (Blutansammlung im Rippenfellraum)
- Hyperhidrosis (vermehrtes Schwitzen an Kopf, Händen und Armen)
- Kielbrust
- Lungenkarzinom (Lungenkrebs)
- Lungenemphysem (Volumenreduktionschirurgie bei Lungenüberblähung)
- Lungenmetastasen (Absiedlungen von Tumoren außerhalb der Lunge)
- Lungenrundherd
- Mediastinitis (Mittelfellvereiterung)
- Metastasen oder Lokalrezidive der Brustwand (z. B. bei Mammakarzinom)
- Myasthenie mit Thymushyperplasie
- Osteomyelitis (Knochenvereiterung z. B. Rippen, Brustbein)
- Pilzerkrankungen der Lunge (z. B. Aspergillus)
- Pleuraerguss (Flüssigkeitsansammlung im Brustraum
- Pleurakarzinose (Absiedelung von Tumorzellen im Rippenfell)
- Pleuraempyem (Rippenfellvereiterung)
- Pleuramesotheliom (bösartige Rippenfellerkrankung z.B. nach Asbestexposition)
- Pneumothorax (Lungenriss)
- Sternumdehiszenz (z. B. nach Herz-OP)
- Thymom (Geschwulst des Thymus)
- Trachealstenosen (Einengungen der Luftröhre)
- Tracheomalazie (Erschlaffung der Luftröhre)
- Trichterbrust
- Tuberkulose (z. B. Kavernen, Rippenfellbefall)
- Tumore unklarer Ursache (z. B. gutartige Geschwülste der Lunge, des Mittelfells oder der Brustwand)
- Zwerchfell (z.B. Raffung bei Erschlaffung)
- Zysten (Bronchien oder Perikard)
Schwerpunkte
- Onkologische Thoraxchirurgie
- Minimal-invasive Thoraxchirurgie
- VATS-Lobektomie
- VATS-Dekortikation
- Laser-Thoraxchirurgie
- Trichter und Kielbrustkorrektur
- Trachealchirurgie
- Volumenreduktions-Chirurgie
Onkologische Thoraxchirurgie
Die Operation von Lungenkarzinomen erfordert bereits in der Vorbereitungsphase ein erfahrenes Team, da die Indikation zur Operation und ggf. die Kombination mit weiteren Behandlungsverfahren sowie das mögliche Ausmaß der Operation geprüft werden muss.
In der Regel wird der vom Tumor betroffenen Lungenlappen entfernt (Lobektomie), in seltenen Fällen ein ganzer Lungenflügel (Pneumonektomie). Um möglichst viel gesundes Lungengewebe zu erhalten, werden Parenchym sparende Operationen, sog. Manschetten-Resektioen (Sleeve-Resektion) an den Bronchien oder Gefäßen durchgeführt, bei großen Tumoren sind ggf. erweiterte Resektionen unter Mitnahme des Vorhofes, der Vena Cava, der Nachbarorgane, der Thoraxwand oder der Trachea notwendig (Manschetten-Pneumonektomie).
Daneben kommen bei lungenfunktionell eingeschränkten Patienten Segmentresektionen in Betracht. Patienten mit Lungenkarzinomen im Frühstadium werden minimal-invasiv operiert. Beim Pleuramesotheliom wird u. a. die Pleuro-Pneumonektomie (3PD-Operation) oder eine palliative Dekortikation durchgeführt.
Minimal-invasive Thoraxchirurgie
Viele Eingriffe am Brustkorb oder der Lunge sind heute bereits minimal-invasiv möglich (Schlüsselloch-Chirurgie). Dabei erfolgt die Operation gewebeschonend über zwei bis drei kleine Schnitte mit Hilfe einer Videokamera und besonders feiner Instrumente. Diese moderne Technik setzen die Spezialisten der Klinik für Thoraxchirurgie seit 1991 ein und verfeinern sie ständig.
Das minimal-invasiv Behandlungsspektrum umfasst heute:
- Pneumothorax (Ansammlung von Luft zwischen Lunge und Rippenfell, mit Kollaps der Lunge)
- Untersuchung unklarer Befunde der Lunge (sog. Rundherd, interstitielle Lungenerkrankung)
- Kleine Lungentumoren, Lungenkrebs in frühen Stadien
- Lungenemphysem
- Einzelne Metastasen
- Trichtebrustkorrektur nach Nuss
- Thymom, Zysten (Tumoren des Mittelfellraumes)
- Spiegelung des Mittelfellraumes zur Abklärung von Erkrankungen der Lymphknoten
- Erkrankungen des Rippenfells
- Rippenfellergüsse oder -vereiterungen
- Hyperhidrosis (vermehrte Schweißneigung der Hände)
VATS-Lobektomie
Die Technik der VATS-Lobektomie (Entfernung eines Lungenlappens mit Hilfe einer Videokamera) ist in Berlin-Buch als Standardeingriff etabliert und wird unter anderem bei frühen Stadien eines Lungenkrebses erfolgreich eingesetzt. Diese technisch anspruchsvolle Operation, bei der die Operateure über einen Monitor die Arbeit im Brustkorb lenken, macht nur kleinste Schnitte notwendig und erspart das bei herkömmlichen Lungenoperationen notwendige Eröffnen des Brustkorbes. Die Patienten erholen sich auf Grund der viel kleineren Wunde schneller und verspüren weniger Schmerzen.
VATS-Dekortikation
Bei Patienten, bei denen sich eine Eiteransammlung zwischen der Lunge und der Brustkorbwand gebildet hat, ist es notwendig, diese Flüssigkeit komplett zu entfernen. Dieses kann ebenfalls über einen minimal-invasiven Eingriff (VATS: videoassistierte Thoraxchirurgie) durchgeführt werden und erspart den Patienten einen großen Schnitt und das Auseinanderspreizen der Rippen. Auf diesem Wege kann der gesamte Eitersack von der Lunge und der Brustwand gelöst werden. Falls die Erkrankung bereits lange besteht, kann es notwendig werden, die Operation durch einen Brustkorbschnitt zu erweitern, da die Eiteransammlung so verhärten kann, dass die feinen, bei der VATS verwendeten Instrumente, die gebildete Schwarte nicht mehr lösen können. Dieser Eingriff wird wie alle VATS-Eingriffe in Vollnarkose durchgeführt.
Laser-Thoraxchirurgie
Für die Operation von Metastasen (Tochtergeschwülsten) in der Lunge, die sich beispielsweise nach Darmkrebs, Nierenkrebs, Brustkrebs oder anderen Krebsarten bilden können, steht seit 2004 ein spezieller Laser zur Verfügung (Lungenlaser). Damit ist es möglich, Metastasen gewebesparend zu entfernen, um auch hier das benachbarte gesunde Lungengewebe zu schonen. So wird durch die gezielte Entfernung einzelner Metastasen eine deutliche Verbesserung der Überlebenschancen erreicht. Auch bei mehreren Metastasen ist deren komplette Entfernung möglich.
Trichter und Kielbrustkorrektur
Ein weiteres Spezialgebiet sind seit vielen Jahren Operationen zur Korrektur von Brustwandfehlbildungen, der so genannten Trichterbrust beziehungsweise Kielbrust. Diese Veränderungen treten bei Kindern und Jugendlichen auf. Aber auch bei Erwachsenen müssen manchmal Korrekturen vorgenommen werden, wenn durch die Fehlbildungen Belastungssymptome wie etwa eine verschlechterte Atmung auftreten. Neben der offenen Methode kommt auch hier zunehmend die oben beschriebene minimal-invasive Chirurgie nach Nuss zum Einsatz.
Trachealchirurgie
Die Indikationsstellung für Operationen an der Luftröhre erfordet die große Expertise der beteiligten Kollegen (Thoraxchirurg, Anästhesist, Bronchologe), da der Erfolg von dem richtigen Verfahren abhängt. Intraoperativ ist die gute Kooperation mit den Anästhesisten von entscheidender Bedeutung. Es werden Resektionen von Stenosen (Verengungen) z. B. nach Langzeitbeatmung oder Tumoren sowie Verstärkungsoperationen bei Tracheomalazie (Erschlaffung der Luftröhrenwand) durchgeführt.
Volumenreduktions-Chirurgie
Eine häufige Erkrankung der Lunge, das Lungenemphysem, führt zu einer Überblähung des gesamten Thorax, was die Funktion der Atemmuskulatur einschränkt und zu einer weiteren Verschlechterung der Luftnot dieser Patienten führt. Durch eine Resektion (Entfernung) besonders blasig veränderter Lungenabschnitte (Lungenvolumenreduktion) kann die physiologische Arbeit der Atemmuskulatur wiederhergestellt werden. Dieser Eingriff, der minimal-invasiv durchgeführt wird, kann bei korrekter Indikationsstellung zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität der Patienten führen.


