Modernes Krankenhaus mit Tradition: Die Geschichte der Evangelischen Elisabeth Klinik

Die Evangelische Elisabeth Klinik – gegründet 1837 von Pastor Johannes Gossner – war das erste evangelische Krankenhaus in Berlin und ist nach der Charité das zweitälteste Krankenhaus der Stadt.

Anlässlich des 175. Jubiläums unseres Hauses im Jahr 2012 hat sich der Historiker Clemens Tangerding durch Archive gearbeitet und mit Zeitzeugen gesprochen. Die dabei zu Tage geförderten Anekdoten zeigen: Die Geschichte eines Krankenhauses spiegelt nicht nur die Zeitläufte wider – sie ist vor allem untrennbar verbunden mit den Geschichten der Menschen, die für das Haus gearbeitet haben, die als Patienten gekommen und Freunde geworden sind.

  • 1833 gründete der Prediger der Berliner Bethlehemskirche, Johannes Gossner, den Frauen-Kranken-Verein. Der Verein besuchte die vielen notleidenden Frauen in der Stadt, versorgte sie und verteilte Essen, Kleidung und Bettwäsche. Um noch mehr Frauen helfen zu können, gründete Gossner 1837 das erste evangelische Krankenhaus Berlins. Die ersten männlichen Patienten waren übrigens verwundete Soldaten aus dem Preußisch-Deutschen Krieg 1866.
  • Namensgeberin des Krankenhauses war Kronprinzessin Elisabeth, die spätere Frau König Friedrich Wilhelm IV. Aus Dankbarkeit für eine großzügige Spende der Prinzessin nannte Pastor Gossner sein Krankenhaus ab 1838 ‚Elisabeth Krankenhaus‘.
  • Die Geschichte des Hauses ist untrennbar mit den Diakonissen verbunden, die die Klinik über 100 Jahre getragen haben und für Verwaltung, Pflege und Hauswirtschaft zuständig waren. Wegen Nachwuchsproblemen und weil die Diakonissen die Altersversorgung der Schwestern im Ruhesstand nicht mehr bezahlen konnten, musste Ende der 1960er Jahre jedoch eine Alternative zum von Diakonissen geführten Krankenhaus gefunden werden. 1969 übernahm der ‚Verein zur Errichtung evangelischer Krankenhäuser‘, der heute Paul Gerhardt Diakonie heißt, die Elisabeth-Klinik; das Diakonissenhaus wurde 2007 aufgelöst. Für die einstigen Diakonissen ist aber bis heute gut gesorgt: Für ihre Sicherheit im Alter kommt die evangelische Kirche auf.
  • Im Zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb aufrechterhalten, obwohl das Krankenhaus fast vollständig zerstört war. Die ersten beiden Neubauten wurden 1952 und 1954 eröffnet. Damit waren die Weichen für die Entwicklung zu einem modernen Krankenhaus der Nachkriegszeit gestellt.
  • Durch die Nähe zum Bahnhof Zoo, zur Kneipen- und Prostituiertenszene in der Potsdamer Straße und zur Disco ‚Sound’ in der Kurfürstenstraße wurde die Notaufnahme ab den späten 60er Jahren zur Anlaufstelle für Suchtkranke, um die sich engagierte Schwestern besonders kümmerten. Jedoch drohte dem Krankenhausbetrieb an der Lützowstraße mehrmals die Schließung, nachdem der Berliner Senat in den 70er Jahren mit seinem Krankenhausbedarfsplan den Abbau von Krankenhausbetten beschlossen hatte.  1984 wurde der Förderverein ‚Elisabeth muss bleiben!‘ gegründet. Die Journaille titelte: „Elisabeth-Klinik schließt: Gefahr für das Leben in der City?“
  • Heute ist das Krankenhaus in Trägerschaft der Paul Gerhardt Diakonie als ‚Evangelische Elisabeth Klinik‘ bekannt und mit spezialisierten Behandlungszentren gewappnet für die zukünftigen Herausforderungen in der Berliner Krankenhauslandschaft. Stillstand gibt es an Berlins zweitältestem Klinikstandort bis heute nicht. 2014 eröffnete das neue Pflegewohnheim am Standort Lützowstraße, das alten Menschen in ihrem Kiez eine neue Heimat bietet.

Diese Schlaglichter der Geschichte der Evangelischen Elisabeth Klinik sind der Chronik des Historiker Clemens Tangerding entnommen, die Sie hier bestellen können.

Kontakt

Evangelische Elisabeth Klinik

Lützowstraße 26

10785 Berlin

Tel.: 030 2506-1

Fax: 030 2506-333

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