Spezialisierung/ Kompetenzen
Fast Track-Chirurgie - die sanfte Chirurgie
Ganzheitliches Behandlungskonzept für den Patienten
Operative Eingriffe am Darm waren lange Zeit mit einer hohen Belastung für den Patienten verbunden. Wissenschaftliche Erkenntnisse haben mittlerweile zu einem Umdenken bei den Spezialisten und zur Entwicklung einer neuen Methode geführt. Das Resultat heißt FAST-TRACK-Chirurgie – auch „sanfte Darmchirurgie“ genannt.
FAST-TRACK-Chirurgie ist mehr als ein neues, modernes Operationsverfahren. Vielmehr handelt es sich um ein Behandlungskonzept, das alle Phasen der Therapie und Pflege umfasst. Deshalb arbeiten Chirurgen, Anästhesisten, Intensivmediziner und Pflegemitarbeiter der Evangelischen Elisabeth Klinik im FAST-TRACK-Programm eng zusammen.
FAST-TRACK-Chirurgie lässt sich bei einer Vielzahl von gut- oder bösartigen Erkrankungen des Darmes wie entzündliche Ausstülpungen (Divertikulitis), Polypen oder Tumoren einsetzen und eignet sich für Patienten jeden Alters mit besonderen Vorteilen gerade für ältere Patienten. Sie alle werden weniger belastet, leiden deutlich seltener unter Komplikationen und können die Klinik in der Regel bereits nach drei bis fünf Tagen wieder verlassen.
Vorteile der FAST-TRACK-Chirurgie
Im FAST-TRACK-Programm der Evangelischen Elisabeth Klinik werden darmchirurgische Operationen – soweit es die Diagnose zulässt – laparoskopisch durchgeführt. Bei dieser Schlüssellochchirurgie sind nur kleine Schnitte notwendig, der Patient erholt sich rascher und hat ein besseres kosmetisches Ergebnis. Ob sich dieser minimal-invasive Eingriff für den jeweiligen Patienten eignet, wird vorab durch eine sorgfältige Diagnose geprüft und im Gespräch mit dem Patienten erörtert und abgestimmt.
Während und nach der Operation wird ein besonderes Narkoseverfahren angewandt. Bei der Epidural-Anästhesie fließt das Betäubungsmittel direkt in den Rückenmarkskanal und ermöglicht nach dem Eingriff eine wirkungsvolle Schmerztherapie. Dadurch wird nicht nur die Darmtätigkeit angeregt. Der Patient kann auch bereits am Tag nach der OP aufstehen und sich bewegen.
Durch den Verzicht auf die Darmspülung vor der Operation wird der Kreislauf nicht unnötig strapaziert. Ein weiterer Vorteil des FAST-TRACK-Verfahrens ist der Verzicht auf Bauchdränagen zur Wundsekretableitung, die wissenschaftlich nachgewiesen das Infektionsrisiko unnötig erhöhen.
Die neue Behandlungsmethode erlaubt dem Patienten kurze Zeit nach dem Eingriff zu essen, zu trinken und aufzustehen. Die schnelle Bewegungsfähigkeit nach der Operation senkt deutlich die Gefahr von Thrombosen, Darmträgheit oder Lungenentzündungen.
Für Fragen Ihre rund um die FAST-TRACK-Chirurgie stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Dr. Ludger Bolle
Chefarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie
Arzt für Chirurgie und Unfallchirurgie
Erläuterung Fachbegriffe
Laparoskopie
Die Laparoskopie, auch Bauchspiegelung genannt, ist eine Methode, bei der die Bauchhöhle und die darin liegenden Organe mit speziellen Stablinsen-Optiken (starren Endoskopen) durch kleine, vom Chirurgen geschaffene Öffnungen in der Bauchdecke sichtbar gemacht werden.
Epidural-Anästhesie
Die Epiduralanästhesie gehört ist rückenmarksnahes Anästhesieverfahren, bei dem der Patient während der Operation bei Bewusstsein bleibt. In den im Wirbelkanal liegenden Epiduralraum werden Schmerzmitteln (Opioiden) oder Lokalanästhetika eingespritzt. So werden die zum Rückenmark führenden schmerzleitenden Nervenfasern für einige Zeit ausgeschaltet. Mit einen kleinen Schlauch (Katheter), der in den Epiduralraum eingeführt wird, kann das betäubende Medikament bei Bedarf erneut gegeben werden. Der Katheter kann auch für einige Zeit an Ort und Stelle belassen werden, um so z.B. nach einer Operation die Schmerzen wirkungsvoll zu behandeln.


