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Gelenkersatz: Was ist eine künstliches Schultergelenk?

Abbildung 1: Kappenprothese
Abbildung 1: Kappenprothese
Abbildung 2: Kappenprothese 
Abbildung 2: Kappenprothese
Abbildung 3: Gesamtprothese 
Abbildung 3: Gesamtprothese
Abbildung 4: Pfannenprothese
Abbildung 4: Pfannenprothese

Bei einer schweren, weit fortgeschrittenen Arthrose ist der Austausch des zerstörten Gelenks durch ein künstliches Gelenk (Endoprothese) notwendig. Dieser Eingriff wird vor allem bei älteren Patienten durchgeführt und soll von Schmerzen befreien und die Funktion des Schultergelenks wieder verbessern.

Da die Haltbarkeit eines künstlichen Schultergelenks begrenzt ist, wird es bei jüngeren Patienten häufig nur eingesetzt, wenn diese unter sehr starken Schmerzen leiden. Stattdessen wird zunächst versucht, die Beschwerden mit konservativen Behandlungsverfahren zu bessern.

Bei einem künstlichen Schultergelenk können verschiedene Arten von Prothesen verwendet werden, die je nach Fortschritt der Arthrose und Anteil des zerstörten Knorpels eingesetzt werden. Bei einer so genannten Kappenprothese wird lediglich die Oberfläche des Gelenkkopfs des Oberarmknochens ersetzt, der Knochen des eigentlichen Gelenkkopfs bleibt darunter bestehen (siehe Abbildung 1). Ist nur der Gelenkkopf und nicht die Gelenkpfanne zerstört, kann dieser allein gegen eine Prothese austauscht werden. In diesem Fall wird eine Prothese eingesetzt, die einen Gelenkkopf und einen Schaft besitzt, der in den Oberarmknochen eingesetzt wird (siehe Abbildung 2).

Sind sowohl Gelenkkopf als auch Gelenkpfanne von der Arthrose betroffen, kann das gesamte Schultergelenk durch eine Prothese ersetzt werden. Diese besteht aus der Gelenkpfanne, die am Schulterblatt befestigt wird, und dem Gelenkkopf mit Schaft, der in den Oberarmknochen eingesetzt wird (siehe Abbildung 3).

Bei Verlust oder starker Schädigung der Muskulatur, die das Schultergelenk stabilisiert (Rotatorenmanschette), kann eine inverse Schulterprothese verwendet werden. Bei dieser gelenkstabilisierenden Prothese wird das Schultergelenk in sich umgekehrt, das heißt die Gelenkpfanne wird am Oberarmknochen und der Gelenkkopf am Schulterblatt befestigt.

Für die Befestigung des künstlichen Schultergelenks gibt es verschiedene Möglichkeiten: eine zementierte Implantation, eine zementfreie Implantation oder die so genannte Hybridimplantation, bei der ein Teil der Prothese zementiert wird und der andere nicht. Die Befestigung mit Knochenzement, bei der eine spezielle Kunstharzverbindung verwendet wird, die innerhalb von Minuten komplett aushärtet und die Endoprothese fest im Knochen verankert, wird vor allem bei älteren Patienten mit einer verminderten Festigkeit der Knochen eingesetzt. Bei der zementfreien Methode wird die Endoprothese in den Knochen eingepresst beziehungsweise eingeschraubt. In der Zeit nach der Operation wächst der Knochen langsam in die Prothese ein und verankert sie auf diese Weise fest. Vorteil der zementierten Prothese ist die sofortige Belastbarkeit des künstlichen Gelenks; der Vorteil der zementfreien Prothese liegt darin, dass diese leichter ausgetauscht und ersetzt werden kann.

Risiken bei einem künstlichen Schultergelenk

Beim Einsetzen eines künstlichen Schultergelenks bestehen allgemeine Risiken, wie Hämatome, Wundheilungsstörungen, Infektionen, Thrombosen, Verletzungen von Gefäßen oder Nerven oder ein hoher Blutverlust mit der Notwendigkeit von Blutersatz. Außerdem kann es nach der Operation zu Einschränkungen der Bewegung und Funktion des Gelenks, einem Bruch der Endoprothese oder seltenen anderen Komplikationen kommen.

Ein künstliches Gelenk kann zwar zwanzig Jahre oder länger funktionsfähig bleiben, hält aber nicht unendlich lange. Daher sollte vor allem bei jüngeren Patienten genau überlegt werden, ob mit der Operation noch gewartet werden soll oder nicht – mit dem Risiko, dass das Gelenk irgendwann erneut ausgetauscht werden muss. Ein Wechsel der Endoprothese kann nicht unbegrenzt oft durchgeführt werden und ist immer mit einer höheren Komplikationsrate und geringeren Erfolgsaussichten verbunden.

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