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Wie kann eine Arthrose des Hüftgelenks operativ behandelt werden?

Bei einer Arthrose des Hüftgelenks kommen verschiedene operative Verfahren zum Einsatz. Je nach Schweregrad der Erkrankung kann das Gelenk dabei erhalten bleiben (Osteotomie), versteift (Arthrodese) oder durch ein künstliches Gelenk ersetzt werden. Bei einer noch nicht sehr weit fortgeschrittenen Arthrose kann statt einer offenen Operation auch ein minimalinvasiver Eingriff durchgeführt werden.

Eine Osteotomie am Hüftgelenk ist eine Operation, bei der Fehlstellungen an einem oder beiden Gelenkpartnern korrigiert werden. Ziel dieses Eingriffes ist es, die mechanische Beanspruchung des Hüftgelenks zu verbessern und damit das Fortschreiten der Arthrose zu verlangsamen und die Beschwerden wie Schmerzen zu verringern. Besonders häufig wird eine Osteotomie des Beckens bei Jugendlichen oder jüngeren Erwachsenen mit einer Dysplasie der Gelenkpfanne und einer Arthrose im Frühstadium durchgeführt.

Bei einer Arthrodese wird das Hüftgelenk versteift, um die Beschwerden bei einer Hüftgelenksarthrose zu lindern. Während dieser Eingriff früher noch relativ häufig durchgeführt wurde, ist dieses Verfahren in den letzten Jahrzehnten durch den Fortschritt des Gelenkersatzes (Endoprothetik) weit in den Hintergrund gedrängt worden und wird kaum noch durchgeführt.

Bei einer Arthrose des Hüftgelenks wird ein minimalinvasiver Eingriff relativ selten durchgeführt. Er kann in der Regel bei einer noch nicht zu weit fortgeschrittenen Arthrose zumindest vorübergehend die Beschwerden bessern. Bei diesem Eingriff werden durch kleine Einschnitte in der Haut dünne Instrumente in das Gelenk eingeführt (Arthroskopie), mit denen zerstörtes Knorpelgewebe entfernt und die Oberfläche des Knorpels geglättet werden kann. Gleichzeitig zur Arthroskopie wird das Gelenk gespült (Lavage) und von abgeriebenem Knorpelmaterial befreit, was vor allem bei Entzündungen eine Erleichterung bringen kann.

Weitere Verfahren, die minimalinvasiv durchgeführt werden, sind Knochenanbohrungen (Pridie-Bohrung), Abrasionsarthroplastiken oder Mikrofrakturierungen. Diese sollen die Regeneration des Knorpelgewebes unterstützen, was zu einer kurz- bis mittelfristigen Linderung der Beschwerden führen kann.

Außerdem existieren zwei Methoden, mit denen die Gelenkfläche durch eine Transplantation von körpereigenem Knorpelgewebe wiederhergestellt werden soll. Dafür werden aus einem gesunden Gelenkbereich Knorpel-Knochen-Stücke entnommen und bei einer Methode direkt in die geschädigten Knorpelflächen wie ein Mosaik wieder eingesetzt. Bei der zweiten Methode werden aus der Probe zunächst Knorpelzellen isoliert, im Labor vermehrt und anschließend wieder in die defekten Bereiche des Knorpels eingesetzt.

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