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Gelenkersatz: Was ist ein künstliches Hüftgelenk?

Bei einer schweren, weit fortgeschrittenen Arthrose ist der Austausch des zerstörten Gelenks durch ein künstliches Gelenk (Endoprothese) notwendig. Dieser Eingriff wird vor allem bei älteren Patienten durchgeführt und soll von Schmerzen befreien und die Funktion des Hüftgelenks wieder verbessern.

Da die Haltbarkeit eines künstlichen Hüftgelenks begrenzt ist, wird es bei jüngeren Patienten häufig nur eingesetzt, wenn diese unter sehr starken Schmerzen leiden und alternativ nur eine Versteifung des Hüftgelenks in Frage kommen würde. Stattdessen wird zunächst versucht, die Beschwerden mit konservativen Behandlungsverfahren zu bessern.

Abbildung 1: Schematischer Aufbau eines künstlichen Hüftgelenks

Abbildung 1: Schematischer Aufbau eines
künstlichen Hüftgelenks

Ein künstliches Hüftgelenk besteht aus einem Gelenkkopf mit einem Prothesenschaft, der im Oberschenkelknochen verankert wird, und einer künstlichen Gelenkpfanne, die am Hüftknochen befestigt wird (siehe Abbildung 1). Für die Oberflächen des Hüftgelenks, die gut aufeinander gleiten müssen, gibt es verschiedene Materialkombinationen: Metall auf Metall, Keramik auf Keramik, Metall auf Kunststoff oder Keramik auf Kunststoff.

Wenn die Arthrose nur einen Teil des Gelenks, das heißt entweder die Gelenkpfanne oder den Gelenkkopf betrifft, kann alternativ zu einer kompletten Prothese des Gelenks auch nur ein Teil durch eine Prothese ersetzt werden. Ist der Gelenkkopf nur an der Oberfläche zerstört, kann außerdem eine so genannte Kappenprothese eingesetzt werden, die innen hohl ist. Der eigentliche Gelenkkopf bleibt bei dieser Operation bestehen.

Für die Befestigung des künstlichen Hüftgelenks gibt es verschiedene Möglichkeiten: eine zementierte Implantation, eine zementfreie Implantation oder die so genannte Hybridimplantation, bei der ein Teil der Prothese zementiert wird und der andere nicht. Die Befestigung mit Knochenzement, bei der eine spezielle Kunstharzverbindung verwendet wird, die innerhalb von Minuten komplett aushärtet und die Endoprothese fest im Knochen verankert, wird vor allem bei älteren Patienten mit einer verminderten Festigkeit der Knochen eingesetzt. Bei der zementfreien Methode wird die Endoprothese in den Knochen eingepresst beziehungsweise eingeschraubt. In der Zeit nach der Operation wächst der Knochen langsam in die Prothese ein und verankert sie auf diese Weise fest. Vorteil der zementierten Prothese ist die sofortige Belastbarkeit des künstlichen Gelenks; der Vorteil der zementfreien Prothese liegt darin, dass diese leichter ausgetauscht und ersetzt werden kann.

Risiken bei einem künstlichen Hüftgelenk

Beim Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks bestehen allgemeine Risiken, wie Hämatome, Wundheilungsstörungen, Infektionen, Beinvenenthrombosen, Verletzungen von Gefäßen oder Nerven oder ein hoher Blutverlust mit der Notwendigkeit von Blutersatz. Außerdem kann es nach der Operation zu einer Beinlängendifferenz, Einschränkungen der Bewegung und Funktion des Gelenks, einem Bruch der Endoprothese oder seltenen anderen Komplikationen kommen.

Ein künstliches Gelenk kann zwar zwanzig Jahre oder länger funktionsfähig bleiben, hält aber nicht unendlich lange. Daher sollte vor allem bei jüngeren Patienten genau überlegt werden, ob mit der Operation noch gewartet werden soll oder nicht – mit dem Risiko, dass das Gelenk irgendwann erneut ausgetauscht werden muss. Ein Wechsel der Endoprothese kann nicht unbegrenzt oft durchgeführt werden und ist immer mit einer höheren Komplikationsrate und geringeren Erfolgsaussichten verbunden.

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