Das Alpha-1-Center der ELK stellt sich vor
In der Evangelischen Lungenklinik Berlin werden Patientinnen und Patienten mit einem Alpha-1-Antitrypsin-Mangel seit Anfang der 90er Jahre betreut.
Seit 2003 besteht in der Klinik für Pneumologie ein ALPHA-1-CENTER mit besonderer Kompetenz für dieses Krankheitsbild. Das Beratungsangebot des Centers richtet sich ausdrücklich sowohl an Patienten als auch an niedergelassene und klinisch tätige Ärzte, um zu Fortschritten auf dem Gebiet der Früherkennung und der qualifizierten Therapie zu gelangen.
Alpha-1-Antitrypsin-Mangel
Der Alpha-1-Antitrypsin-Mangel ist eine angeborene Erkrankung, bei der ein in der Leber gebildetes Enzym (Schutzenzym) dem Organismus nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung steht. Alpha-1-Antitrypsin schützt körpereigene Eiweiße vor dem Einfluss zerstörender Substanzen, z.B. in der Lunge. Die Auswirkungen des Mangels an Alpha-1-Antitrypsin zeigen sich im Erwachsenenalter am häufigsten in der Lunge und in den Atemwegen in Form einer chronischen Bronchitis bzw. eines Lungenemphysems (irreversible Lungenüberblähung). Bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen kann sich die Erkrankung als Lebererkrankung (z.B. Leberzirrhose) manifestieren.
Der Alpha-1-Antitrypsin-Mangel tritt etwa in gleicher Häufigkeit auf wie die Mukoviszidose oder der Diabetes Typ I. Jedoch wird der Alpha-1-Antitrypsin-Mangel häufig nicht erkannt. In Deutschland rechnet man mit etwa 8.000 bis 12.000 Erkrankten – der Großteil dieser Patienten ist bisher nicht bekannt bzw. wird unter anderen Diagnosen behandelt, z.B. chronische Bronchitis, Asthma bronchiale. Bekannt sind derzeit etwa 1.000 Betroffene. Ärzten wird deshalb empfohlen, Patienten mit einer chronischen Bronchitis oder Asthma bronchiale, die auf eine medikamentöse Therapie unzureichend ansprechen, einer Testung zu unterziehen.
